Unterwegs in der Stadt der Engel

Wandmalerei in Downtown LASeit nunmehr 18 Jahren lebe ich in Kalifornien. Um Los Angeles habe ich eigentlich immer einen Bogen gemacht. Manchmal bin ich von LAX nach NUE geflogen und klar, hin und wieder war ich auch zu Interviewterminen in der Stadt, es ging um Gangs, Ausstellungen, Musiker, Geschichte. Doch nach den Terminen bin ich meistens schnell wieder raus aus LA gefahren. Irgendwie hielt mich hier nicht viel. Der Verkehr, die Unübersichtlichkeit der Stadt, mit Los Angeles verband ich bisweilen nur im Stau auf dem 405er zu stehen.

Doch an diesem Wochenende habe ich mal einen Freund besucht, der in Downtown LA wohnt. Fast direkt am „Staples Center“. Und mit ihm war ich im Herzen der Stadt zu Fuß unterwegs. Früher machte jeder um Downtown einen großen Bogen, so herunter gekommen war das Zentrum. Es war dreckig, gefährlich und ständig wurde man von irgendwelchen Gestalten angequatscht.

Kunstobjekt aus alten Stahl- und Metallresten in LA.

Kunstobjekt aus alten Stahl- und Metallresten in LA.

Doch das ändert sich nun langsam. Wir liefen in der Schwüle durch die Gegend, strahlend blauer Himmel, die kalifornische Sonne zeigte ihr schönstes Gesicht. Dazu Cafes, Imbissbuden, Galerien, Buchläden, lokale Modedesigner, die hier ihre Produkte anbieten. Downtown Los Angeles ist im Wandel. Neben den Glasfronten der Hochhäuser, leerstehende Gebäude, die auf neue Mieter warten. Was hier derzeit passiert, sollte beachtet werden. Für Besucher lohnt sich der Weg durch die Häuserschluchten, fernab der Studios, des Getty Museums und Santa Monica. Kunst, Kultur, Vielfältigkeit. Das Zentrum von Los Angeles wird sich in den kommenden Jahren im Sauseschritt verändern. Geld ist genug da, Lofts und sündhaft teure Einkaufstempel werden entstehen. Bis dahin wird hier jedoch viel geboten. Ich bin begeistert und werde Los Angeles bald mal wieder entdecken.

Happy Birthday zum Todestag

Michelle Bachmann ist ja nur Präsidentschaftskandidatin. Da kann man schon mal entschuldigen, dass sie den Geburtstag mit dem Todestag verwechselt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung vor 300 Leuten in South Carolina wurde zum Auftakt „Promised Land“ von Elvis Presley gespielt. „Da war doch heute was?“ Dachte sich sicherlich Bachmann und meinte: „Bevor wir anfangen, lassen Sie uns doch alle Happy Birthday für Elvis Presley singen“. Der 16. August ist allerdins Elvis‘ Todestag.

Angesprochen auf diese „kleine“ Panne, erklärte sie später gegenüber Reportern, dass Elvis ja noch in unser aller Herzen weiterlebe.

Das ist nicht das erste mal, dass das Tea-Party Darling etwas die kulturellen Zusammenhänge durcheinander bringt. Als sie im Juni in Waterloo, Iowa, ihren Wahlkampf eröffnete, erwähnte sie, dass in der Stadt ja einst auch Westernheld John Wayne lebte. Doch dem war nicht so. Eine zeitlang wohnte dort lediglich der Serienmörder John Wayne Gacy.