Amerikanisches Demokratieverständnis

Die Parteitage sind vorbei, nun beginnt die ganz heiße Phase im US Wahlkampf. Es geht vor allem um ein paar Bundesstaaten, die sogenannten “Swing States” und dort um ein paar mehr oder weniger Wahlstimmen. Man erinnere sich nur an das Jahr 2000, als der Sieger George W. Bush mit nur 537 Stimmen in Florida vorne lag und dadurch letztendlich ins Weiße Haus einzog. Dies ging in die amerikanische Geschichte als “Nader Effekt” ein, denn auf dem Wahlzettel war auch der Grüne Ralph Nader, der im Jahr 2000 einen erfolgreichen Wahlkampf führte und allein in Florida 97421 Stimmen bekam. Und das, davon kann man ausgehen, waren vor allem potenzielle demokratische Wähler.

Das sowas nicht noch einmal passiert, dafür soll nun gesorgt werden. Und zwar vor Gericht. Die Republikaner klagen gleich in mehreren Bundesstaaten gegen Kandidaten von Drittparteien. In Virginia hat es der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete Virgil Goode auf den Wahlzettel geschafft. Er hatte für die “Constitution Party” die notwendigen Unterstützungsunterschriften gesammelt, um als Kandidat für das Weiße Haus zu kandidieren. Doch Goode ist bekannt in dem Bundesstaat, der als einer der hart umkämpften “Swing States” gilt und wird dort in Umfragen mit 9 Prozent der Wählerstimmen geführt. Wichtige Stimmen, die Mitt Romney am Ende fehlen könnten. Und Virgil Goodes Ex-Partei ist deshalb erneut vor Gericht gezogen, um die Kandidatur des einstigen Weggefährten zu verhindern.

Doch nicht nur in Virginia sollen Gerichte über das Demokratieverständnis der Republikaner entscheiden. Auch New Hampshire, Iowa, North Carolina, Colorado, Nevada, Ohio und Florida sind hart umkämpft. Auch, weil hier Drittkandidaten antreten, die Stimmen auf sich vereinen könnten. Die “Libertarian Party” tritt in einigen Bundesstaaten mit dem früheren Gouverneur von New Mexico, Gary Johnson, an, der ebenfalls wichtige Stimmen von Romney abschöpfen könnte. Johnson liegt in einigen Umfragen bei 5,3 Prozent der Wählerstimmen…man denke an Florida…Romney wird massive Probleme beim Stimmensammeln bekommen, wenn die republikanischen Anwälte Virgil Goode und Gary Johnson nicht von den Stimmzetteln runterklagen können. Das Demokratieverständnis scheint in Amerika ein Zwei Parteien Verständnis zu sein.