Der Präsident in Nöten

Wer hatte den Termin nur für Barack Obama geplant? Ein öffentlicher Auftritt in der deutschen Hauptstadt, dazu auch noch 50 Jahre nach Kennedys „Ich bin ein Berliner“ Ausruf. Und das am Brandenburger Tor. Auch dieser Ort ist bereits vergeben. Hier rief am 12. Juni 1987 Ronald Reagan die berühmten Worte: „Mr. Gorbachev, open this gate. Mr. Gorbachev, tear down this wall!“

Und nun Barack Obama mit einer eher lauen Rede, dazu noch vor ein paar tausend ausgewählten Zuhörern, die noch nicht mal alle kamen. Man erwartete etwas Historisches, etwas Aufbrandendes, etwas Vorausschauendes. Nichts davon war zu hören. In den USA wurde über den Auftritt pflichtgemäß berichtet. Obama in Berlin, abgehakt.

Die konservativen Medien allerdings, wie FOXNews, Drudgereport, Washington Times stürzten sich auf das, scheinbar, fehlende Interesse der Berliner und verglichen diesen Auftritt des Präsidenten mit der des Kandidaten Obama von 2008. Damals sprach der Demokrat vor rund 200.000 Menschen. Auch die Rede an sich wurde zerrissen. Keine Perspektive, keinerlei Bedeutung, außer Spesen nichts gewesen. Da half auch nicht der Abrüstungsaufruf. Ein Kommentator bezeichnete das als „so 80er mäßig“.

Klar, Hannity, O’Reilly, Limbaugh und Genossen (oops, falsche Wortwahl hier!) halten nicht viel von Barack Obama, doch der Auftritt vor dem Brandenburger Tor kam für den Präsidenten auch zu einer Unzeit. Daheim die Abhörskandale, die Probleme bei den verschiedensten Reformen. Auf der internationalen Bühne kein klarer Kurs des Weißen Hauses zu erkennen. Und dann fällt auch noch der Teleprompter von Obama aus. Nichts lief, wie es laufen sollte. Von einem vielbeachteten Befreiungsschlag für Barack Obama, von einem Obama, der wieder eine klare Linie vertritt fehlte jede Spur. Es war eine Reise zu Freunden, die im Wahlkampf stecken. Merkel und Steinbrück dankten für die netten Photos. Das wars. Bis zum nächsten mal Mister President!

Obama steht im Regen

Präsident Bush hatte damit angefangen, der US Kongress hat es abgenickt und ein geheimes Gericht hat es schließlich abgesegnet. Schon seit Jahren, spätestens nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001, werden die Amerikaner im großen Rahmen abgehört. Wer jetzt so tut, als ob er davon nichts wußte, der muß sich fragen lassen, wofür Jahr für Jahr Milliarden von US Steuergeldern in dunkle, nicht überprüfbare Kanäle fließen. Die National Security Agency (NSA) hört ab, hört hin, kontrolliert, sammelt Daten. Dafür und nur dafür gibt es die Schlapphutorganisation.

Der eigentliche Skandal ist deshalb nicht, dass hier und da Telefondaten und Onlinesuchen in einem großen Raster gefiltert werden. Der Skandal ist vielmehr, dass einer wie Barack Obama 2008 zum Präsidenten gewählt wurde und zuvor immer wieder mit dem eigenen Anspruch auftrat, er wolle eine durchsichtige, eine offene Regierung schaffen, eine die der Bürger versteht. Keine Geheimniskrämerei mehr, ein neuer Wind sollte in Washington wehen.

Tja, der Wind ist zum lauen Lüftchen verkommen. Von den hehren Zielen des Kandidaten Obama ist nicht mehr viel übrig geblieben in der Unterschriftenmappe des Präsidenten Obama. Er macht da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Selbst langjährige Unterstützer Obamas sind derzeit wie vor den Kopf geschlagen. Ist das noch ihr Kandidat, ihr Präsident, der von „Hope“ und von „Change“ gesprochen, der ein Land aufgewühlt, die Jugend organisiert hat? Von Hoffnung und Wandel spricht keiner mehr. Der Wandel ist wohl nur noch der, dass sich einige Amerikaner nun ernsthaft überlegen, was sie fortan am Telefon noch sagen wollen. Das ist kein Witz. Heute beim Friseur meinte die eine Friseurin zur anderen: „You better think about what you say on the phone“. Was sie denn nun nicht mehr am Telefon sagen will, dass wollte sie nicht ausführen. Obama sollte also von nun an Angst vor den kalifornischen Terrorfriseurinnen haben. Schnipp-Schnapp…

Keine Hochzeitsglocken in Alaska

Nur wenige Tage nachdem der Republikaner John McCain Sarah Palin zur Vize-Präsidentschaftskandidatin kürte, wurde bekannt, dass ihre minderjährige Tochter ein uneheliches Kind erwartete. Schockwellen gingen durch das konservative Lager. Doch Sarah Palin stellte sich vor ihre Tochter und ihren Freund und erklärte, die beiden werden heiraten und Tochter Bristol das Baby austragen. Baby Tripp wurde am 27. Dezember geboren.

Alles schien nach Plan zu laufen, das Paar verlobte sich und sprach von einer Hochzeit im Sommer. Doch nun ist Schluss. Die 18jährige Bristol Palin und der 19jährige Levi Johnston trennten sich im „gegenseitigen Einvernehmen“, wie Johnston in Wasilla, 40 Meilen nördlich von Anchorage, Pressevertretern erklärte. Sarah Palins Familie gab erstmal keine Stellungnahme ab.

Die Gouverneurin von Alaska ist derzeit dabei ihre Chancen für eine Präsidentschaftskandidatur 2012 auszuloten. Die christliches Basis in der GOP drängt Palin zu einer Entscheidung und sieht in ihr eine unterstützenswerte Kandidatin, die für christliche Werte, gegen Abtreibung und Pro-Familie steht.

Yes, we can, if…

Es war das amerikanische Jahr. Wohl noch nie wurde weltweit so viel über Amerika berichtet wie 2008. Und dennoch haken die Amerikaner dieses Jahr gerne ab. Zehn volle Monate lang lieferten sich die politischen Kandidaten beider Parteien einen offenen Schlagabtausch, in dem es meistens nicht um politische Ideen und Visionen ging, sondern eher um Kleinkram, wie Obamas Anstecknadel oder Hillarys Hosenanzug. Manchmal war es nur noch lächerlich über diesen Wahlkampf zu berichten. Das einzig gute war am Ende der Wahlabend, an dem beide Kandidaten unterstrichen, um was es eigentlich gegangen war: die Zukunft Amerikas.

YouTube Preview Image

Doch 2008 war mehr als nur ein Jahr der Stimmabgabe in den USA. Überschattet wurde alles vom Verfall der Wirtschaft. Von der fast täglichen Bankrotterklärung führender Unternehmen. Banken, Investorengruppen, Versicherungen und sogar die heilige amerikanische Automobilindustrie geriet ins Wanken. Damit verbunden eine steigende Arbeitslosenzahl und die Verunsicherung, wie geht es weiter…Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es mittlerweile ein Umdenken. Früher veränderte man sich einfach, wenn einem danach war. Amerika bot Möglichkeiten, immer und überall. Doch nun hält man krampfhaft an seinem Job fest, aus Angst vor dem totalen Fall.

Kein Wunder also, dass die Amerikaner nur zu gerne 2008 hinter sich lassen und auf das neue Jahr hoffen. Mit Barack Obama verbindet sie der Glauben an Amerika, der Wunsch, dass die kleine heile amerikansiche Welt zurück kommen wird. Doch der Ruf „Yes we can“ wird unterdessen nur noch gebetsmühlenartig hervorgepresst. Von der Überzeugung in den „American Dream“ ist da schon lange nichts mehr zu spüren.

Obama trifft Bush

20081105_p110508jb_0027_515h.jpgPräsident George W. Bush wird am heutigen Montag Barack Obama im Weissen Haus empfangen. Neben einem Rundgang durch das Anwesen, werden die beiden sicherlich auch über den politischen Übergang von der Bush-Administration auf die Obama-Administration sprechen. Unterdessen wird Laura Bush der neuen First Lady die Residenz zeigen.

Hier ein aktueller Audio Bericht zum Besuch:

      Besuch

Nach der Wahl ist vor der Wahl

„Run ,Sarah Run.“…  In der republikanischen Partei ist nach der Wahlpleite der offene Richtungsstreit ausgebrochen. Wohin der Weg geht, ist noch unklar, aber auf alle Fälle will die christlich-konservative Basis wieder stärker mitreden. Sie fühlt sich durch den Wahlausgang bestärkt. Denn abgesehen von der Niederlage McCains, den man sowieso nur halbherzig unterstützte, gab es am Wahlabend deutliche und richtungsweisende Siege zu verbuchen.

In Arizona, Florida und Kalifornien sprachen sich die Wähler für Zusätze in der Verfassung aus, dass Ehen nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich sind. Gerade in Kalifornien, mit San Francisco als Zentrum der Gay-Bewegung, kam dieses Votum einem Erdbeben gleich. Die Basis verweist auf diese Erfolge, auf die Stimmung bei den Wählern zurück zu kommen zu den traditionellen „Family Values“, den Grundwerten der GOP. Amerika und Kalifornien hat sich zwar deutlich für Barack Obama als Präsidenten ausgesprochen, doch das bedeutet keineswegs einen progressiven Wandel bei politischen Grundfragen.jitcrunch.aspx.jpeg

Für die christliche Basis steht fest, Sarah Palin ist die Frau, auf die man in der Zukunft bauen kann und sollte. Sie ist nun bekannt, steht für diese Werte und kann die Menschen begeistern.

Doch Sarah Palin wurde nach der Wahl von anderen in der republikanischen Partei hart angegangen. Informationen  aus  dem Wahlkampf wurden der Presse zugespielt, die Palin als uninformierte Politikerin, als Diva und im Nachhinein als falsche Wahl darstellen. Die Gouverneurin von Alaska wehrt sich jedoch dagegen, findet die Angriffe unfair und verlogen.

YouTube Preview Image

„Yes, he can“

obama_win_2_xo_spirit.jpg

      Dankesrede

Jetzt geht’s los, jetzt geht’s los….

Die ersten Wahllokale haben geschlossen und die ersten Ergebnisse liegen bereits vor. Kentucky für John McCain und Vermont für Barack Obama. Andere Rennen sind noch offen, gespannt wartet man in den USA auf Ohio, Virginia, Florida und Indiana…diese Wahlen könnten bereits einen deutlichen Trend aufzeigen.

Und die Fernsehsender laufen auf Hochtouren. Auf der einen Seite geht es darum, wer zuerst den Sieger in den jeweiligen Bundesstaaten nennen kann, auf der anderen Seite will man nicht den gleichen Fehler wie vor vier Jahren machen, als John Kerry frühzeitig zum Wahlsieger erklärt wurde. Es war ein peinliches Desaster für viele im Nachrichtengeschäft. Nun ist man vorsichtiger und betont immer wieder, dass die Zahlen, die durch den Raum fliegen, lediglich „Exit Polls“ seien, also Befragungen von Wählern nach der Stimmenabgabe und NICHT die offiziellen Endergebnisse….

News von Obama

BF194245.jpgEs ist wirklich unfassbar, was die Nachrichtenkanäle zur Stunde alles senden. Da scheppert die Luft, da werden Geschichten an den Haaren herbei gezogen und gerade hat FOX News sogar mit einer Eilmeldung gebracht: „Barack Obama spielt gerade Basketball“…wow, das ist eine Meldung. Am Abend wird er von rund einer Million Menschen in einem Park in Chicago erwartet und am Nachmittag spielt er, nach all dem Wahlkampfstress Basketball. Ich sag ja, der Tag ist noch jung….es kann nur noch schlimmer werden.

Das Drama beginnt

Es ist eine sehr erhitzte Stimmung in den USA. Die beiden Kandidaten hoffen auf einen guten Ausgang, aber ihre und die Anwälte der Parteien stehen bereit, um alles anzufechten, was nur den Hauch von Unklarheit hat oder was einen Nachteil für sie haben könnte.

FOX News zeigt in diesem Video ganz gut, wie die Situation ist, gerade in einem Bundesstaat wie Pennsylvania, wo die Entscheidung der Wähler noch offen ist:

YouTube Preview Image