Steve Jobs Memorial

Am Sonntagabend veröffentlichte Apple Inc. auf seiner Webseite ein Video von der Trauerveranstaltung für Steve Jobs. Die Feier fand am Mittwoch im kalifornischen Cupertino statt. Weltweit wurden die Apple Stores geschlossen, damit die Mitarbeiter per Videozuschaltung dabei sein konnten. Unter den Rednern war auch der ehemalige Vize-Präsident und jetztiges Apple Inc. Board Mitglied Al Gore, musikalische Gäste Coldplay und Norah Jones.

Zu der Trauerveranstaltung waren weder Journalisten noch die Öffentlichkeit zugelassen. Mehr als eine Million Menschen haben sich unterdessen in das virtuelle Kondolenz-Album für Steve Jobs eingetragen.

Die offizielle Apple Inc. Trauerfeier für Steve Jobs kann man hier verfolgen.

Achtung, Zusatz von Apple: „Streaming video requires Safari 4 or 5 on Mac OS X Snow Leopard or Lion, Safari on iOS 3 or later, or QuickTime 7 on Windows“.

Der „Law and Order“ Präsident?

Rick Perry kommt aus Texas. Er atmet und lebt Texas, präsentiert sich gerne als „tougher“ Typ, der sich nach oben gearbeitet hat und einem Staat vorsteht, in dem vieles besser läuft als in anderen Bundesstaaten. Von Perry gibt es Bilder mit Knarre, genauso wie mit der Schüppe in der Hand. Der texanische Gouverneur zeigt sich auch gerne als gläubiger Christ. Vor kurzem wurde er von verschiedenen Seiten angegriffen, als er eine große Veranstaltung von christlichen Organisationen im Stadion von Houston organisierte. Als staatlicher Vertreter ist ihm das eigentlich nicht erlaubt. Doch Perry pfeift seinen Kritikern einen. In Texas, so Rick Perry, mache er, was er für richtig halte.

Ganz so christlich ist der Texaner dann doch wieder nicht, wenn es um die Todesstrafe geht. 234 Hinrichtungen unterschrieb er in seinem Bundesstaat als Gouverneur. So viele, wie kein anderer. Kritiker der Death Penalty werfen ihm vor, dass darunter auch unschuldig Verurteilte waren. Doch auch das kratzt Perry reichlich wenig, genölt wird immer. Er kandidiert ums Weiße Haus und hat mit seiner harten Haltung einen wesentlichen Pluspunkt gegenüber allen Mitbewerbern. Die reden nur darüber „tough on crime“ zu sein, Perry kann Fakten liefern. Zweihundertvierunddreissig hingerichtete Mörder an der Zahl. Bei all den Unterschriften mußte er sicherlich die Tinte im Füllfederhalter auffüllen.

Gegen ihn wirken alle anderen republikanischen Präsidentschaftskandidaten wie Warmduscher. Wer einen harten, gläubigen, „straight forward“ Präsidenten will, der fährt mit Rick Perry gut. Bei ihm weiß man, was man bekommt. Und das liebt die Basis an ihm. Die christlich-fundamentalistischen Organisationen jubeln schon über diesen Mann im Rennen. Und auch weite Teile der Tea-Party Bewegung sieht in Perry den Kandidaten, der die größten Chancen aufs Weiße Haus hat. Darling Michelle Bachmann ist zwar nett und lächelt immer schön, aber so richtig als Präsidentin kann sie wohl keiner sehen. Und da ist noch Sarah Palin, die einfach nicht Fisch nicht Fleisch ist, irgendwo vor sich hin glibbert und nicht mal offiziell ihre Kandidatur erklärt hat.

Für Präsident Barack Obama könnte Rick Perry gefährlich werden, denn in einer Zeit, wo eigentlich alles schief läuft, angefangen von der Wirtschaft bis hin zur Grenz- und Außenpolitik, sehnen sich die Amerikaner nach einem „Commander in Chief“, der die Richtung vorgibt. Obama kann nicht viel vorweisen. Rick Perry dagegen läßt sich schon jetzt als John Wayne Typ feiern, als neuer Ronald Reagan. Wild West könnte eine Rückkehr ins Weiße Haus feiern..

Burning Man zum Hören

Ich bin ausgeschlafen, entstaubt und frisch geduscht. Die Tage bei Burning Man in der Black Rock Desert von Nevada waren etwas extrem….wenig Schlaf, überall Staub und Sand und auf eine warme Dusche habe ich mich schon lange nicht mehr so sehr gefreut. Aber es hat sich wieder gelohnt, die Eindrücke und Erlebnisse waren einzigartig und ich kann es eigentlich nur jedem empfehlen, einmal nach Black Rock City zu pilgern.

Hier nun ein Audio Bericht zu Burning Man 2011:

      Burning Man 2011

Die Wüste lebt

Hitze, Staub, Sand und weit über 50.000 Menschen. So könnte man Burning Man kurz und knapp beschreiben. Doch da ist auch Kunst, Kultur, Gemeinschaft, friedliches Beisammensein, Teilen, Phantasie, Kreativität und vieles mehr. Inmitten eines gewaltigen trockenen Seebettes wird Jahr für Jahr das Burning Man Festival abgehalten. Die Ansiedlung aus Zelten, Campingwagen und Camper nennt sich dann für eine Woche „Black Rock City“, hier in der Black Rock Wüste von Nevada. Und es wird in dieser Woche eine der größten Städte des Bundesstaates.

Am Eingang stehen vier Splitternackte, drei Männer, eine Frau, die einen erst einmal mit einer Umarmung begrüßen. Alles ist anders in Black Rock City. Ein paar einleitende Worte, ein paar Warnungen. Der nackte Herr, so um die 50, einen Cocktailbecher in der Hand, warnt, dass die Polizei, die hier auch patroulliert, aufpasst, dass man auch im Wagen angeschnallt ist. OK!

VW Bus parken, Camp aufbauen und dann aufs Fahrrad schwingen, um das riesige Gebiet abzufahren. Von überallher dröhnt Musik. Meist Technomusik. Überall wird getanzt, gelacht, genossen. Wie ein Hufeisen ist Black Rock City angelegt. Außen die Camps in Straßen, man orientiert sich nach der Uhrzeit, also z.B. „L“ Street zwischen 7:30 und 7:45. Der Mittelbereich nennt sich Playa, von einer Seite zur anderen sind es sicherlich drei Kilometer, bis ans offene Ende des Hufeisens noch weiter. Dort im Zentrum steht der „Man“, der „Burning Man“. Er überwacht und überblickt alles. Riesig groß steht er da und wartet auf seinen „Burn“. Um ihn herum Kunstprojekte. Alles ist möglich. Von einem riesigen Tempel, der von jedem aufgesucht wird, der beschriftet wird mit Namen von und Grußbotschaften an Verstorbene und der am Ende auch abgefackelt wird. Bis hin zu einem Pier mit Meeresrauschen in den ausgetrockneten See.

Die eigens gegründete „Burning Man Foundation“ unterstützt zum Teil größere Kunstprojekte finanziell. Aus guten Grund, manche Kunstobjekte wiegen mehrere Tonnen und müssen mit Tiefladern hierher gekarrt werden. Dennoch tauchen Nacht für Nacht kleinere und auch größere Dinge auf. „Burners“, wie sich die Bewohner von Black Rock City nennen, bereiten sich fast das ganz Jahr über auf diese Woche vor.

Manche Kunst ist kreativ, arbeitet mit der Umgebung, fügt sich ein in die heiße und staubige Wüstenlandschaft. Bei manchem steht man davor und denkt sich, „Jaaaaa, ähm, was wollte uns der Künstler damit sagen?“ Dutzende und Dutzende von Kunstprojekten gibt es hier mit dem Fahrrad abzufahren. Alles soll möglichst interaktiv sein, der Betrachter soll Kunst erfühlen, erspüren, erfahren und erleben. Man wird eingeladen, darauf herum zu klettern, oder sich im Schatten auszuruhen. Kunst ist hier vergänglich, nur für eine Woche bleiben die Objekte hier. Danach werden sie abgebaut, verstaut oder wieder verwertet.

Doch Burning Man ist mehr, viel mehr. Hunderte von Themencamps gibt es und das gibt es wahrlich keine Grenzen. Radiostationen in Black Rock City, Weinbar, Brauerei, Massagecamps, Tanztempel. Schulungen aller Art werden angeboten, vom sicheren Fesseln bis hin zum T-Shirt bemalen. Am Eingang bekommt man ein gebundenes Buch in die Hand gedrückt mit einer Auflistung der Themencamps….und alles ist enthalten. Die Camps laden Besucher ein, einfach anzuhalten und vorbei zu schauen. Hier in Black Rock City zahlt man für nichts, hier teilt man, nimmt Teil am ganzen. Es gibt kostenloses Frühstück oder jemand steht am Straßenrand und besprüht Vorbeifahrende mit kühlem Wasser. Schenken und Teilen sind ein Grundsatz der „Burners“.

Burning Man ist laut, intensiv, man wird überschüttet mit Eindrücken und Erfahrungen. Und es gibt für jeden wohl diese persönlichen Burning Man Momente, die dieses Festival zu etwas ganz außergewöhnlichem werden lassen, was man nicht erklären kann. Für mich war es am Freitagmorgen. Ein Mann um die 70 hielt an meinem VW Bus an und fragte mich, ob einer meiner Camping Nachbarn die Trommelgruppe aus Austin sei. Ich verneinte und meinte, ich habe hier auch noch nie Trommeln gehört. Er hörte gleich meinen deutschen Akzent heraus und wir unterhielten uns über Deutschland. Er war dort in den 70er Jahren stationiert, begeistert von Land, Leute und Kultur. Er kaufte sich damals einen Porsche, genoß die Autobahn (als Deutscher in den USA muß man immer über Autos und Autobahn sprechen). Und dann meinte er, er sei damals in der Nähe von Frankfurt stationiert gewesen und was er wirklich am meisten vermisse, sei dieses tolle Bier, was er damals immer trank: Henninger. Ich grinste ihn an, öffnete meine Kühlbox und reichte ihm eine Dose Henninger. Er fiel fast aus allen Wolken, nicht nur, endlich wieder ein Henninger trinken zu können, sondern unter den 50.000 + Menschen hier im Wüstensand den gefunden zu haben, der ihm das anbieten kann.

Dieses Zusammenfinden von Menschen und Dingen und Erlebnissen….das ist Burning Man. Für eine Woche in der Wüste von Nevada.

Weltuntergang verschoben

Wenn irgend jemand in der San Francisco Bay Area einen deutschen Sprecher sucht, dann ruft man erstmal beim Goethe-Institut an. Und da ich seit 1996 mit der deutschen Kultureinrichtung zusammen arbeite, wird immer mal wieder meine Telefonnummer weiter gegeben. Also habe ich über die Jahre schon bei Videoproduktionen, Dokumentationen, Firmenpräsentationen und sogar einem Independent Spielfilm (“I’m a sex addict”) stimmlich mitgearbeitet.

Eine der seltsamsten Anrufe kam im Jahr 2000 von “Family Radio”, einem christlichen Sender in Oakland, der sowohl Fernseh- wie auch Radioprogramme produziert – und das für ein weltweites Publikum. Sogar in Deutschland sind die Programme über Kurzwelle zu hören. “Family Radio” produziert die Shows in mehreren Sprachen, aufgrund der Nachfrage aus Germany, eben auch auf Deutsch…und da kam ich ins Bild. Für den Gründer und Lenker von “Family Radio”, Harold Camping, wurde ein deutscher Sprecher gesucht, der in einer Hörersendung die Antworten des Predigers einspricht.

Ich sah das damals mehr als unterhaltsame Erfahrungsbereicherung, doch schon kurz nach meinem ersten Einsatz trennten sich aufgrund philosophischer Differenzen unsere Wege.

Und nun lese ich, dass Harold Camping für Samstagabend von seinem Oakland Domizil aus den Weltuntergang ausgerufen hatte. Um 18 Uhr sollte Schluß sein. Der jüngste Tag und aus die Maus. Aber 18:01 Uhr kam und es überlebten bekannterweise mehr als nur ein paar auserwählte Christen den Samstagabend. Der 89jährige hatte sich mal wieder getäuscht. Schon für 1994 hatte er den Weltuntergang angekündigt, doch auch damals war nicht so viel geboten. Die Erde drehte sich weiter und weiter und weiter. Camping entschuldigte sich damals wie heute, es sei gar nicht so leicht, den jüngsten Tag aus den Texten der Bibel heraus zu lesen.

Ich bin mir nun nicht so sicher, ob ich in meinem Lebenslauf auch darauf hinweisen sollte, dass ich die deutsche Stimme des apokalyptischen Harold Camping war….hm, ich muß mal überlegen….