Nischt geht mehr

Bay Bridge ArbeitenDrei schlappe Stunden dauert derzeit die Hin- und Rückfahrt von Oakland nach San Francisco im Berufsverkehr. Die Bay Bridge, die beide Städte verbindet und mit rund 230.000 Autos täglich eine wichtige Hauptverkehrsader in Kalifornien ist, ist weiterhin geschlossen. Seit Dienstagabend arbeiten die Ingenieure und Crews ohne Unterbrechung daran, das Problem zu beheben.

Zum abendlichen Berufsverkehr am Dienstag stürzte ein „I Beam“, ein 5000 Pfund schwerer Stahlträger auf die Fahrbahn, der erst Anfang September angelegt worden war. Damals zum „Labor Day“ war die Brücke ebenfalls für den Verkehr gesperrt worden, um ein Behelfsstück für den Neubau auf der Ostseite der Bay Bridge einzusetzen. Während dieser geplanten Arbeiten entdeckten Ingenieure, dass Risse im Stahlkonstrukt der 70 Jahre alten Brücke aufgetreten waren und verstärkten mit dem Stahlträger die Kabel. Was sie anscheinend dabei nicht beachteten war, dass die Schwingungen von täglich 230.000 Fahrzeugen und der ständig wehende Wind über der Bay das ganze lockern würden. Am Dienstag, nach nur wenigen Wochen, war es eben soweit, der Stahlträger kam runter, beschädigte „nur“ drei Fahrzeuge.

Und nun geht eben nichts mehr. Wie es heisst, soll eventuell der Verkehr am heutigen Nachmittag wieder fliessen. Die Probleme auf der Bay Bridge machen eines jedoch ganz deutlich, zu lange schon wurde der Strassenbau in Kalifornien vernachlässigt. Es grenzt an ein Wunder, dass bislang nicht mehr Stahl und Beton auf die Autofahrer herunter prasselte. Die Ausgaben für das Strassennetz im Bundesstaat wurden regelmässig gekürzt oder eingefroren, was deutlich zu sehen ist. Kommen Sie in Los Angeles oder San Francisco an, fahren Sie mit dem Auto auf die nahegelegenen Autobahnen „405“ oder „101“ und Sie werden schnell merken, von was ich spreche. Oberstes Gebot: auf Schlaglöcher aufpassen, möglichst schnell unter Brücken und von Brücken kommen.