Hillary wird nicht kandidieren

„Hard Choices“, das Bewerbungsschreiben von Hillary Clinton?

„Hard Choices“ von Hillary Clinton. Ein Buch, das der Spiegel als „Bewerbungsschreiben“ umschreibt. Natürlich haben auch in den USA alle Journalisten und Kommentatoren dieses umfassende Machwerk auf etwaige Präsidentschaftsabsichten der einstigen „First Lady“, Senatorin und Außenministerin durchgeblättert. Aber, wie es Michiko Kakutani von der New York Times in seinem Artikel am Sonntag darstellte, Hillary Clinton sei nach diesem Buch „Chooser-In-Chief“, also, sie hält sich auch weiterhin alles offen.

Acht Millionen Dollar soll Clinton für dieses Buch bekommen haben. Viel zu erzählen hat sie ja, auch wenn sie sich in „Hard Choices“ in einige Details versteigert und sich eben nicht festlegt und festlegen läßt. Warum sollte sie auch, warum vor allem zweieinhalb Jahre vor dem Wahltermin und damit als erste überhaupt offen ihren Hut in den brutalen Ringkampf ums Weiße Haus werfen? Schön blöd wäre sie. Hillary Clinton kassiert ab, beschreibt, umschreibt und lacht sich einen ins Fäustchen, weil nun alle über sie und ihr Leben reden.

Klar kann man das als „Bewerbungsschreiben“ lesen. Ich denke dennoch, dass Hillary Clinton nicht für den Posten als „Commander in Chief“ kandidieren wird. Vieles spricht für ihre Kandidatur, genausoviel spricht dagegen. Ihre langjährigen politischen Erfahrungen auf der nationalen und internationalen Ebene, ihr Charisma. Hillary ist eine unermüdliche Wahlkämpferin, die mit und ohne Bandagen kämpfen und vor allem Geld, viel Geld für den wohl teuersten Wahlkampf in der amerikanischen Geschichte sammeln kann. Hillary Clinton ist ohne Zweifel mit allen politischen Wassern gewaschen. Sie kann nichts mehr umhauen.

Und doch, sie wird nicht antreten. Hillary Clinton weiß, wie aufwendig, intensiv und kräftezehrend ein Rennen um das Weiße Haus sein kann und wird. Vor allem nach einem Präsidenten wie Barack Obama, der das Land nicht einen konnte. Amerika ist tief gespalten. Im Herbst dieses Jahres werden die Weichen gestellt, zwei Jahre vor dem Urnengang. Dann gehen die innerparteilichen Ellbogenstöße los, dann positionieren sich die Kandidaten. Natürlich hätte die bekannteste Demokratin einen Startvorteil, denn sie kennt man im ganzen Land. Doch Hillary ist schon lange auf der politischen Bühne und das an vorderster Front. Sie verbindet man vor allem mit den 90er Jahren, mit der Amtszeit ihres Mannes Bill Clinton. Zwar denken noch immer viele Demokraten, dass das die großen Jahre waren, Wirtschaftsboom, Erfolg des Silcion Valleys u.a., aber Bill Clinton wird auch mit dem Sozialabbau in den USA, mit außenpolitischen Katastrophen (Somalia, Ruanda) und seinen vielen Skandalen in Verbindung gebracht. Das vergessen die Demokraten gerne.

Hillary Clinton ist eine Politikerin, die ihre Chance 2008 hatte, doch gegen den politischen Jüngling Barack Obama verlor. Gerade wohl auch, weil Obama die jungen Wähler mit „Hope“ und „Change“ ansprach. Hillary stand für „Once upon a time“, es war einmal…. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Und daran wird sich bis 2016 nichts ändern.

 

 

 

Da weint selbst Kurt Cobain

Es sieht eher aus wie der Sänger von Nickelback. Und dann weint er auch noch. In Aberdeen, Washington, Kurt Cobains Geburtsort, steht nun eine Statue für den Sänger der bekanntesten „Grunge“ Band, Nirvana. Im örtlichen „Aberdeen Historical Museum“ kann man schon seit langem eine lokale Kurt Cobain Tour buchen, um Orte, die in der Kleinstadt etwas mit dem Musiker zu tun haben, aus der Nähe zu sehen. Wo er gewohnt hat, wo er geprobt hat, wo er zum ersten mal verhaftet wurde, wahrscheinlich auch, wo er zuerst geküsst und gekifft hat, all solche wirklich wichtigen Orte. Jedes Jahr „strömen“ rund 5000 Fans in die Kleinstadt 80 Meilen von Seattle entfert. Nach der Tour kann man dann noch im Museumsshop eine Kurt Cobain „Action Figur“ erwerben, damit der Trip nach Aberdeen unvergessen bleibt.

Ach ja, nun gibt es ja auch noch die Statue, die an Cobains 47. Geburtstag enthüllt wurde. Der 20. Februar wurde kurzerhand zum „Kurt Cobain Day“ ernannt. Das Monument sieht nicht so ganz wie der Nirvana Musiker aus, aber egal, Aberdeens Bürgermeister Bill Simpson erklärte stolz der Tageszeitung USA Today, dass er hoffe, sein Örtchen werde nun so bekannt und beliebt bei Rockfans wie Graceland bei den Elvis Fans. Doch die ersten Reaktionen der Nirvana Anhänger waren eher negativ. Viele erkannten ihren Helden noch nicht mal in der Statue von Künstlerin Randi Hubbard. Einer meinte, Cobain weine, weil seine Frau Courtney Love ihn umgebracht habe. Ein anderer erklärte, das Gesicht des Nirvana Sängers erinnere hier vielmehr an Jesus Christus am Kreuz.

Nirvana werden im April in die Rock’n Roll Hall of Fame aufgenommen. Zweifellos ist ihr „Smells Like Teen Spirit“ die Hymne der frühen 90er Jahre.