Trump schreddert die Verfassung

Eigentlich will ich gar nicht mehr über ihn schreiben, alles kommentieren, was dieser Präsident so von sich gibt. Jeden Morgen sehe ich seine Twitter Attacken, seine Rechtfertigungen, seine Versuche, die Realität so zu verbiegen, dass sie für seine Weltsicht passen. Und dann hoffe ich, dass ich etwas anderes finde, über das ich schreiben kann. Amerika ist ein Land voller Geschichten, voller schöner Orte, voll reicher Kultur, voll mit interessanten Menschen. Amerika ist (noch) nicht Trump-Country.

Donald Trump schreddert im ABC-Interview mit George Stephanopoulos mal eben kurz die Verfassung.

Doch nun das. Trump erklärt in einem Interview mit ABC, er wäre durchaus offen dafür, dass er Wahlkampfhilfe aus dem Ausland bekommen würde. Sprich, wenn da ein Land wie „Norwegen“ (das sagte er wirklich!) Informationen über seinen möglichen demokratischen Gegner hätte, dann würde er nicht nur zuhören, sondern diese Informationen auch nutzen. Man muss nun betonen, dass solch ein Verhalten in der Verfassung ausdrücklich verboten ist. Heisst, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der einen Amtseid auf die Verfassung abgelegt hat, erklärt öffentlich und in aller Deutlichkeit, dass er durchaus gewillt ist, die Verfassung mal kurz hintenan zu stellen, Gesetze nicht einzuhalten, zu tun und zu lassen, was ihm gefällt.

Die Aufregung darüber ist berechtigterweise groß. Demokraten werfen ihm vor, nicht zu verstehen, was es heißt Präsident zu sein. Er sei kein König, der schalten und walten könne, wie er wolle, er habe einen Eid auf die Verfassung abgegeben und das bedeute, Trump sei damit der oberste Hüter der „Constitution“. Wenig überraschend die Reaktionen aus den republikanischen Reihen – Stillschweigen. Keine Kritik, kein Kommentar und das von einer Partei, die sich eigentlich immer so darstellt, dass sie die Verfassung als Leitfaden ihrer Politik betrachtet. Aber wohl auch nur dann, wenn es ihnen in den Kram passt.

Trump fordert mit seinen Aussagen ausländische Interessensgruppen auf, ihm „Dirt“ über die Demokraten und potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten zuzuspielen. Und das nach dem jahrelangen Russland Fiasko, bei dem Moskau nachweisbar den amerikanischen Wahlkampf gezielt unterminiert und beeinflusst hat. Zugunsten von Donald Trump. Der US Präsident erklärt nicht nur, dass er Interesse an solchen Informationen habe, er betont auch, dass er nicht unbedingt das FBI darüber informieren würde. Auch das ein Gesetzesbruch.

Das alles sind keine guten Vorzeichen für den Wahlkampf 2020. Der wird dreckig, brutal, ein reiner Horror. Es wird keine fairen Debatten geben, keine in sich logischen Diskussionen, keinen Austausch von politischen Programmen, Inhalten, Visionen. Es wird ein Draufhauen, ein Lügen, ein Runtermachen, ein Nachtreten. Und wir alle wissen, woher diese Angriffe kommen werden. Donald Trump sieht sich als Meister des verbalen Nahkampfs. Der Unterhaltungswert ist da für mich schon lange verloren gegangen.

Die „Fake News“ Macher

Der „Fake News“ König Donald Trump ist in diesen Tagen mehr als aktiv auf Twitter. Am Ostersonntag, als viele seiner christlich-fundamentalistischen Unterstützer in die Gottesdienste strömten, um die Auferstehung von Jesus zu feiern, tweetete Trump gegen Einwanderer und für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Aus dem „Bible Belt“ kamen dazu keine Widerworte. Trump weiß, mit solchen Äußerungen macht er sich nur beliebt bei seiner Basis.

Der Präsident ließ es allerdings nicht nur bei seinen durchaus rassistischen und ausländerfeindlichen Tweets, er griff auch mal wieder die Medien in den USA an. CNN, NBC, ABC, CBS wurden von ihm als „Faker“ bezeichnet, als Lügner. Das im Zusammenhang mit einem Trumpschen Lob für die Sinclair Broadcast Group, einer konservativen Fernsehgruppe, die 173 lokale TV-Stationen in 81 Fernsehmärkten besitzt. Viele von ihnen sind mit anderen Networks verbunden, übernehmen deren Mantelprogramm, sind aber im Besitz von Sinclair. Sinclair ist als Unterstützer von Donald Trump bekannt, im Wahlkampf wurde oftmals positiv über ihn berichtet oder bestimmte skandalöse Äußerungen von Trump relativiert. Auch hatte Sinclair ein Abkommen mit dem Trump Lager, in dem man Zugang zum Präsidentschaftskandidaten erhielt, mit der Zusage, Interviews und Berichte nicht zu kommentieren.

Nun hat sich Sinclair allerdings sehr weit für Trump aus dem Fenster gelegt. Eigentlich lieben und vertrauen die Amerikaner ihren lokalen Medien. 85 Prozent gaben dies in jüngsten Umfragen an. Vielmehr als den nationalen Networks. Sinclair weiß das und hat nun von ganz oben bestimmt, dass alle lokalen Nachrichtenredaktionen einen vorgefertigten, einminütigen Text lesen sollten. Unkommentiert und ganz im Trump Sinne, ein Angriff gegen die „Mainstream Medien“. Doch das ging kräftig nach hinten los. Ein Twitter Nutzer hat Dutzende von lokalen News Sendungen aus dem ganzen Land zusammen geschnitten, in denen der Text als Statement der lokalen Nachrichtenredaktion vorgetragen wird. Es ist ein Affront gegen jeglichen journalistischen Grundsatz, ein Frontalangriff auf die Demokratie, ein Stiefellecken für einen Präsidenten, der dieses Verhalten auch noch bejubelt und keinerlei Probleme damit sieht. Die Gleichschaltung der Medien scheint als „normal“ angesehen zu werden, zumindest ganz oben im Land.

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Fahrradsturz mit Folgen

Astronaut Timothy KopraNASA hat gestern bekannt gegeben, dass Astronaut Timothy Kopra nicht an der geplanten Discovery Shuttle Mission teilnehmen wird, die am 24. Februar starten sollte. Der Grund, Kopra stürzte in der Nähe seines Hauses in Houston vom Fahrrad und hat sich, laut ABC News Houston, die Hüfte gebrochen.

Die Frage kam auf, ob er denn einen Helm getragen habe…die Antwort „Natürlich, man er ist ein Raketenwissenschaftler“.

Der Astronaut Stephen Bowen wird seinen Platz auf der Weltraummission einnehmen.

Sarah Palin und die dicke Lippe

Nun tönt sie aber, die bekannteste Einwohnerin Alaskas. Kaum mal zwei Jahre Gouverneurin von einem Staat gewesen, dem Bundessteuermittel wie Puderzucker in den Allerwertesten geblasen werden, aber über ausgeglichene Haushalte reden. Und nicht zu vergessen Vize-Präsidentschaftskandidatin in einem Wahlkampf, in dem sie die Rolle der lächelnden Quotenfrau für die konservative Basis übernahm. Sarah PalinSarah Palin weiß nun alles und kann nun alles und überhaupt würde sie ohne Probleme Amtsinhaber Barack Obama 2012 aus dem Oval Office werfen. Wenn sie denn kandidiert, denn bislang spielt sie nur mit dem Gedanken, wie sie sagt. Wenn das Land sie ruft, wenn die Umstände es zwingend machen, wenn ihre Familie mitspielt, ja dann würde sie Obama herausfordern und ihn schonungslos aus dem Weißen Haus werfen. Danke Sarah, dass Du uns retten willst!

Ich bin mir nicht sicher, was Sarah Palin da vorab eingeschmissen hat, um solche Statements in einem Interview mit Barbara Walters auf ABC zu machen, aber irgendwie ist sie schon von sich überzeugt. Das muß man ihr lassen. Selten erlebt man Politiker mit so einem Unverständnis in Sachfragen, die das so gut verkaufen können. Ist schon irre! Barack Obama ist sicherlich nicht der perfekte Präsident, ganz und gar nicht. Aber das Land mit Sarah Palin im Chefsessel….nicht auszudenken!

Michael Jacksons Bodyguards

Der King of Pop ist tot. Doch Schlagzeilen liefert er noch immer. Jeder scheint ihn gekannt zu haben, jeder versucht einen Dollar zu machen mit Geschichten, Anekdoten und Gerüchten. Nun treten die Bodyguards von Jackson ins Rampenlicht und berichten über einen Mann, der gefangen im eigenen Erfolg war:

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