Schulterschluss mit der Christlichen Rechte

Donald Trump schaut voraus. Das muss er auch, denn als Präsident konnte er bislang nur seine Basis überzeugen, die nach wie vor zu ihm steht. Über 90 Prozent seiner Wählerinnen und Wähler von 2016 wollen ihn 2020 auch wieder wählen. Doch nach dem republikanischen Desaster bei der Kongresswahl im November wurde deutlich, dass die Zeichen gerade in den sogenannten Swing States nicht gut für Trump stehen. In einigen davon hatte er bei seiner Wahl nur mit wenigen Stimmen vorne gelegen. Trump muss also buckeln, um weitere Wähler zu mobilisieren.

Trump will mit einem Kulturkampf das Weiße Haus verteidigen. Foto: Reuters.

Und das tut er in altbekannter Weise mit Lügen und Halbwahrheiten. In seiner Rede zur Lage der Nation und auch beim „National Prayer Breakfast“ am Donnerstag im Weißen Haus wandte er sich an die Christliche Rechte im Land. Trump erklärte, was in New York und Virginia an neuen Abtreibungsgesetzen beschlossen oder debattiert wurde, solle dazu führen, dass ungeborene Babies noch „bis zur letzten Minute“ abgetrieben werden könnten. „Gesetzgeber in New York applaudierten begeistert nach der gewonnenen Abstimmung, die nun ermöglicht, ein Baby Momente vor der Geburt aus dem Mutterleib zu reissen. Es sind lebende, fühlende, wunderschöne Babies, die nie die Chance haben werden, ihre Liebe und ihre Träume mit der Welt zu teilen“, so Trump. Um dann weiter zu erklären: „Lasst uns gemeinsam eine Kultur schaffen, in dem unschuldiges Leben geschätzt wird. Und lasst uns die fundamentale Wahrheit nochmals beteuern: alle Kinder – geboren und ungeboren – wurden als heiliges Abbild Gottes erschaffen“. Trump läutet damit mit einer Frontalattacke den Kulturkrieg ums Weiße Haus ein.

Der amerikanische Präsident umschreibt damit „Late abortion“ als eine Abtreibung in letzter Minute vor der Geburt. Was er damit erreichen will ist klar. Trump braucht die geeinte Christliche Rechte im Land, um seine Wiederwahl möglich zu machen. Die Pfarrer sollen von den Kanzeln predigen und ihre Schäfchen zur Wahlurne treiben. Die christlichen Radiosender sollen ihre gläubigen Hörerinnen und Hörer mit der „guten“ Botschaft Trumps beschallen. Er, der auserkoren wurde, um „God’s Country“ zu retten.

Doch da ist nur ein Fehler. „Late abortion“ bedeutet in New York und so auch in Virginia, dass eine Abtreibung nur noch nach der 21. bzw. der 24. Schwangerschaftswoche erlaubt ist, wenn das „Leben und die Gesundheit“ der Mutter in Gefahr ist. Ärzte wehren sich deshalb auch gegen die Bezeichnung der „späten Abtreibung“. Was Trump auch nicht erwähnt ist, dass nur 1,3 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche nach der 21. Woche durchgeführt werden, so die Daten des „Centers for Disease Control and Prevention“ aus dem Jahr 2015. 91 Prozent der „abortions“ wurden in der 13. Woche oder noch früher getätigt. Der Präsident hält sich also erneut nicht an die Fakten und lässt ein Problem entstehen, dass es so gar nicht gibt. Typisch Trump, es ist Wahlkampf.

Amerikas geheimer Kampf gegen Abtreibungen in Afrika

Die USA ziehen sich aus Afrika zurück. Das zeigt die Ankündigung von Donald Trump, alle Entwicklungshilfegelder fortan auf den Prüfstand zu stellen. Wer kein Freund der USA ist, dem werden die Gelder gestrichen, das erklärte der amerikanische Präsident kürzlich vor den Vereinten Nationen. Und nicht nur das, die internationale Gemeinschaft, allen voran Hilfsorganisationen, blicken besorgt auf die unter Donald Trump wiedereingeführte sogenannte “Mexico City Policy” auch “Global Gag Rule” genannt.

Bergen Cooper, Director of Policy Research der Organisation CHANGE.

Diese 1984 unter Ronald Reagan eingeführte Regel besagt, dass keine amerikanischen Entwicklungshilfegelder für die Beratung, die Vermittlung oder für Abtreibungen selbst hergenommen werden dürfen. Bergen Cooper von der Organisation “Center for Health and Gender Equity”, kurz CHANGE, mit Sitz in Washington, erklärt, dass Trump diese “Policy” noch ausgeweitet hat: “Was Trump nun gemacht hat ist, diese Richtlinie auf die gesamte US Entwicklungshilfe auszuweiten, nicht nur die Familienplanung. Bisher waren so 500 Millionen Dollar an Geldern betroffen, nun sind es ungefähr 8-9 Milliarden Dollar.”

Das heißt, eine Hilfsorganisation, die beispielsweise in Kenia arbeitet und Projektfinanzierungen aus den USA erhält, darf weder diese Gelder noch Finanzmittel aus anderen Ländern, wie Schweden, den Niederlanden oder aus Deutschland für die Vermittlung, Aufklärung oder Durchführung von Abtreibungen nutzen. Damit greift die Trump Administration massiv in die Budgets von Organisationen und den Entwicklungshilfezielen anderer Nationen ein.

Der Effekt war umgehend zu spüren. Schon kurz nach der Amtsübernahme durch Donald Trump schlossen Gesundheitszentren in mehreren afrikanischen Ländern, was dramatische Folgen hatte. Nicht nur im Bereich der Familienplanung, sondern auch bei HIV-Beratungen von Frauen und Mädchen. In Mozambique fand CHANGE eine lokale NGO, die die Richtlinien der „Mexico City Policy“ nicht unterschreiben wollte, somit 60 Prozent ihrer Fördergelder verlor. Aufgrund von Kürzungen fielen die HIV Beratungen in drei Monaten von 6800 auf nur noch 833, berichtet Bergen Cooper: Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Policy nicht einfach wie ein Lichtschalter funktioniert. Dass Republikaner sie anschalten, Demokraten sie ausschalten. Wenn eine Organisation ihre Finanzierung verliert, dauert es Jahre, bis sie das weggesteckt hat. Ich habe mit einer Organisation gesprochen, die ihre Mittel aus den USA unter George W. Bush verloren hatte und es bis zum Ende der Obama Administration dauerte, bis sie organisatorisch wieder in der Lage war, sich um neue US Gelder zu bewerben. Als sie soweit waren, wurde die “Global Gag Rule” wieder eingeführt.”

Beirne Roose-Snyder, Director of Public Policy von der Organisation CHANGE.

Beirne Roose-Snyder arbeitet ebenfalls für CHANGE. Sie weiß, dass hinter der Wiedereinführung der harmlos klingenden “Mexico City Policy” nicht Donald Trump sondern Vize-Präsident Mike Pence steckt. Er ist ein “born again Christian”, der sich mit der Christlichen Rechte in den USA verbunden fühlt. Seit Trumps Amtsantritt wurden viele offen Stellen im Außenministerium und in der Entwicklungshilfebehörde USAID mit christlichen Fundamentalisten besetzt, die nun offen ihre “Pro-Life” und “Anti-Gay” – gegen Abtreibung und gegen Homosexuelle – Ziele verfolgen und öffentliche Gelder dementsprechend einsetzen. Für Beirne Roose-Snyder ist das eine zynische Politik: Für konservative Mitglieder im Kongress ist das eine einfache Sache zu unterstützen. Sie müssen sich nicht mit den Frauen und Mädchen beschäftigen, die deshalb sterben. Sie erfahren nichts von den Frauen und Mädchen, die ihren Zugang zu Gesundheitszentren verlieren. Die Menschen, die davon betroffen sind, sind keine amerikanischen Wähler. Es ist also leicht für Politiker in den USA dies als politischen Sieg zu feiern und die Konsequenzen zu ignorieren.”

Das Ziel von Pence und der Christlichen Rechte mit der Wiedereinführung der “Mexico City Policy” ist die Reduzierung der Abtreibungszahlen. Doch genau dem widerspricht die Expertin von CHANGE: Die Ausweitung der “Global Gag Rule” wurde nicht aufgrund von Belegen durchgeführt. Die Daten aus der Vergangenheit und in der ursprünglichen Version zeigen vielmehr, dass sie zu mehr Abtreibungen, verringertem Zugang zur Familienplanung, zu Klinikschließungen und zu Unterbrechungen bei der HIV Prävention geführt hat.”

Die neue amerikanische Außenpolitik unter Donald Trump hat zum einen zu einer Aushöhlung des Außenministeriums und der diplomatischen Ziele der USA geführt. Zum anderen hat Trump mit Mike Pence einen fundamentalistischen Kulturkrieger an seiner Seite, den er einfach machen lässt, damit dieser seine Wählerbasis bei der christlichen Rechte halten kann. Für den Politikwissenschaftler James Davis von der Universität in St. Gallen steckt dahinter das Desinteresse Trumps an afrikanischen Ländern, und das mit folgenreichen Konsequenzen: “Der derzeitige Präsident sieht die Welt durch die Augen eines Durchschnittsamerikaners, der es überhaupt nicht versteht, warum wir uns um Afrika kümmern müssen.”

Donald Trump hat seit Amtsantritt afrikanischen Ländern keinen hohen Stellenwert eingeräumt. Das sich das in naher Zukunft ändern wird, ist unwahrscheinlich. Vielmehr hat er anderen in seiner Administration das weite Feld Afrika überlassen und das mit langfristigen Folgen. Afrika bräuchte im Angesicht all der Probleme eine Führungsnation wie die USA an seiner Seite, doch unter Donald Trump ist der Kontinent zum Nebenschauplatz der amerikanischen Aussenpolitik verkommen.

Center For Health And Gender Equity – CHANGE

Die Recherchen wurden durch ein Reisestipendium der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) unterstützt.

Die Christliche Rechte übernimmt

Donald Trump macht den Schulterschluss. Im Wahlkampf biederte sich der unkonventionelle Kandidat den christlichen Fundamentalisten an. Er versprach nach seinem Wahlsieg auf sie zu hören, ihre Werte und Moralvorstellungen zu verteidigen. Und die Mega Churches, Fernsehprediger und christlichen Rechtsaußen bedankten sich bei Trump, in dem sie ihn schon frühzeitig im Wahlkampf unterstützten, ihn als den Heilsbringer für ein „geschundenes Land“, die USA, priesen.

Die Abtreibungsdebatte in den USA wird neu geführt. Foto: Reuters.

Und Trump liefert nun. Bei der Eröffnung der amerikanischen Botschaft in Jerusalem traten gleich zwei umstrittene Prediger auf, um für den Präsidenten, seine Entscheidung und die Botschaft zu beten. Die amerikanische Außenpolitik und Entwicklungshilfepolitik wird immer mehr von den Grundsätzen der Christlichen Rechte in den USA bestimmt. Ganz gezielt werden die Uhren zurück gedreht, amerikanische Steuergelder gibt es nur noch für eine Unterschrift, die bestätigt, eine Hilfsorganisation wird weder Abtreibungen durchführen, darüber beraten oder jemanden in eine entsprechende Einrichtung vermitteln. Das geht so weit, dass einer NGO, die in Somalia arbeitet und in Uganda eine lokale Organisation mit dem Bau einer Gesundheitsklinik fördert, in der Frauen sich zum Thema Abtreibungen beraten lassen können, das gesamte Fördergeld für alle Projekte auch in anderen Ländern entzogen wird. Noch ist unklar, welche Auswirkungen die sogenannte „Mexico City Policy“ oder „Global Gag Rule“ haben wird, doch schon jetzt deutet sich an, dass viele Gesundheitskliniken und -zentren in afrikanischen Ländern aus Mangel an amerikanischen Geldern dicht machen müssen. Das alles auf Druck der Fundamentalisten in den USA.

Nun der neue Schlag. Die Trump-Administration hat angekündigt öffentliche Gelder für Kliniken in den USA zu streichen, die Abtreibungen durchführen. Insgesamt geht es um 260 Millionen Dollar. Das war eines der Versprechen aus dem Wahlkampf und Trump hält Wort. Eine kleine, aber einflussreiche Gruppe von christlichen Fundamentalisten hat das Ohr des Präsidenten und scheint eine Wunschliste abzuarbeiten. Abtreibung, eigentlich erlaubt in den Vereinigten Staaten, wird so durch die Hintertür verboten. Wo keine entsprechende Klinik und kein Arzt mehr sind, da gibt es auch keine Schwangerschaftsabbrüche mehr, so die Erzkonservativen.

Donald Trump will mit der Christlichen Rechte an seiner Seite in die kommenden Wahlkämpfe ziehen, das macht er mit dieser Entscheidung erneut deutlich. Doch auch die Gegenseite mobilisiert und versucht das Thema Abtreibung in den Wahlkampf einzubringen. Vor allem Frauen werden die Wahlen 2018 und 2020 entscheiden. Von ihnen hängt die zukünftige Richtung der USA ab.

Es geht erneut um die Abtreibung

Abtreibungsgegner in den USA sehen ihre Zeit gekommen. Foto: Reuters.

Mit Donald Trump im Weißen Haus erlebt die christliche Rechte in den USA einen neuen Aufwind. Und ein Ziel ist klar, die verhasste Abtreibungspolitik soll geändert werden. Auf der nationalen Ebene sah man bislang keine Erfolge, in Washington geht nichts voran. Deshalb konzentriert man sich nun auf die einzelnen Bundessstaaten.

In Iowa wurde nun die „Herzschlag“ Regel im republikanisch dominierten Abgeordnetenhaus verabschiedet. Diese besagt, dass eine Abtreibung nicht mehr rechtens ist, wenn der Herzschlag eines Fötus nachweisbar ist. Und das kann bereits mit sechs Wochen passieren, oftmals bevor die Frau überhaupt merkt, dass sie schwanger ist.

Iowa ist nicht der einzige Bundesstaat, der kürzlich schärfere Abtreibungsgesetze verabschiedet hat. Auch in Mississippi und Kentucky konnten sich die Hardliner durchsetzen. Dort darf ab 15 bzw. 11 Wochen keine Abtreibung mehr durchgeführt werden. Demokraten in allen drei Parlamenten kündigten bereits Klagen gegen die neuen Gesetze an und das mit dem Wohlwollen der republikanischen Mehrheit, denn die hofft, dass ihre Gesetze am Ende vor dem höchsten Verfassungsgericht der USA landen und dort abgenickt werden Damit würde eine Lawine im ganzen Land losgetreten, Roe vs. Wade, das seit 1973 bestehende Abtreibungsgesetz außer Kraft gesetzt werden.

Was die Republikaner auch hoffen lässt, ist die Tatsache, dass gleich drei Verfassungsrichter kurz vor dem Ausscheiden sind. Der politisch gemäßigte 81jährige Anthony Kennedy und die beiden als eher liberal geltenden Ruth Bader Ginsburg (85) und Stephen Bayer (79). Falls es dazu kommen sollte, dass Präsident Donald Trump gleich drei Verfassungsrichter im neunköpfigen Gremium neu besetzen kann, würde das einen fatalen Rechtsruck am höchsten Gericht nach sich ziehen. Damit wäre die politische Rechtsauslegung auf Jahrzehnte hinaus vorbestimmt. Ein folgenreiches Erbe der Trump Jahre.

Keine Abtreibung in Mississippi

AKTUALISIERUNG: Ein Bundesrichter in Mississippi hat vorerst das Gesetzt gestoppt und will nach einer Anhörung am 11. Juli darüber entscheiden.

Der republikanische Gouverneur von Mississippi, Phil Bryant, sagt immer wieder, er wolle seinen Bundesstaat „abtreibungsfrei“. Klare Worte eines Politikers, der nun auch Taten folgen läßt. Bryant will die einzige Abtreibungsklinik in Mississippi, die „Jackson Women’s Health Organization“, dichtmachen. Dafür hat er nun mit seiner republikanischen Mehrheit im Abgeordnetenhaus ein Gesetz durchgepaukt, das wohl das Aus für die Frauenklinik bedeutet.

Das Gesetz verlangt ab dem 1. Juli, dass ein Arzt, der Abtreibungen durchführt, ein sogenannter „OB-GYN“ sein muß, das heißt, er muss neben seiner allgemeinen Lizenz auch noch an einem lokalen Krankenhaus registriert und lizensiert sein. Das ist fast unmöglich. Der Gouverneur und seine Partei begründen die Neuregelung mit dem Schutz der Patientin, die im Falle von Komplikationen beim Eingriff sofort in ein Krankenhaus gebracht werden soll. Bislang hatte die Abtreibungsklinik in Jackson immer einen zweiten Arzt zur Seite, der Frauen sofort in ein Krankenhaus überweisen konnte, falls in seltenen Fällen Schwierigkeiten auftraten. Doch nun verlangt das neue Gesetzt, dass der Arzt, der den Eingriff vornimmt auch an einer Klinik registriert ist, um so die Patientin begleiten zu können. Und das ist das Problem im Bible-Belt Staat Mississippi, denn viele Krankenhausträger sind kirchlich, gegen Abtreibungen und werden sicherlich keinen Abtreibungsarzt mit offenen Armen in ihren Reihen aufnehmen.

Was überraschend ist, der Gouverneur und die Grand Old Party verstecken überhaupt nicht ihr eigentliches Ansinnen, Abtreibungen in Mississippi unmöglich zu machen. So steht auf der Webseite von Phil Bryant, dass das neue Gesetz „nicht nur die Gesundheit von Müttern schützt, sondern auch die einzige Abtreibungsklinik in Mississippi schließen wird“.

Die neue Richtlinie trat am gestrigen 1. Juli in Kraft, heute werden schon Prüfer des Gesundheitsministeriums erwartet, die genau nachsehen, ob das Gesetz auch eingehalten wird. Mit Einspruchsmöglichkeiten bleiben der einzigen Abtreibungsklinik im Bundesstaat noch maximal 30 Tage. 2297 Abtreibungen gab es 2010 in Mississippi.

Nun werden die Gerichte bemüht und das kann dauern. Eine Frau, die nun in Mississippi eine Abtreibung möchte, muß dann bis zu 200 Meilen weit fahren, um nach New Orleans in Louisiana, Mobile in Alabama oder Memphis, Tennessee zu gelangen.

Auch scheint es, dass einige konservative Südstaaten versuchen, auf diesem Weg das verhasste Recht auf Schwangerschaftsabbruch in den USA auszuhöhlen. Denn auch in Kansas und Oklahoma sind ähnliche Bestrebungen im Gange.

 

 

 

 

 

 

Alle Achtung, Mister President!

Barack Obama kam furchtlos in die Höhle des Löwen. Nicht als Löwenbändiger (warum fällt mir hier Dieter Krebs in Sketchup ein?) wie sein Amtsvorgänger. Obama kam als Vermittler, der seinen Mann stand, doch gleichzeitig die Hand ausstreckte. Schon seit Wochen wurde sein Auftritt an der Notre Dame University heftigst diskutiert. Die Universität ist eine katholische Bildungseinrichtung, Barack Obama aber setzt sich für das Recht einer Frau auf Abtreibung ein und ist für den Ausbau der Stammzellenforschung. Und gerade diese Themen stiessen im Vorfeld bei vielen Studenten und Professoren auf Widerstand. Der Präsident wurde für die Abschiedsrede des Jahrgangs 2009 eingeladen. Obwohl der Auftritt umstritten war, Obama zog nicht zurück, sondern stellte sich den Anfeindungen.

Unter dem Applaus von 12.000 Anwesenden rief er dazu auf, die Zahl der Abtreibungen zu verringern. An einem Punkt, so der Präsident, sei man einfach anderer Meinung. Doch anstatt den Dialog zu beenden müsse man gemeinsam an dem gleichen Ziel arbeiten, das da heisst, Abtreibungen zu reduzieren. Barack Obama scheute die Kontroverse nicht, ging vielmehr so wie man es von ihm gewohnt ist, direkt in die Offensive und streckte dabei ohne jegliche Aggressionen die Hand aus….und das zeichnet ihn aus.

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