Meine erste Schallplatte

Vor ein paar Jahren packte ich meinen Container mit den letzten Habseligkeiten und Besitztümer, die ich noch in Nürnberg gelagert hatte. Darunter auch etliche Boxen mit Schallplatten, die ich jahrelang vermisst hatte. Die stehen nun wieder hier im Regal, darunter teils obskure Sachen, wo ich mich beim Anblick frage, wie ich nur dazu gekommen bin. Meine erste Vinyl Single war der Eurovisions Hit von Dschinghis Khan „Dschinghis Khan“, gekauft hatte ich die damals in Dortmund-Mengede. Meine erste Langspielplatte war „The best of Abba“, erworben in der Plattenabteilung von Hertie. Mein Bruder meinte damals zu mir, „das wirst Du später bereuen“. Na ja, lange Zeit stand sie dann da ungehört rum, vor allem in der Zeit, als ich mehr auf Rockmusik zwischen AC/DC, Kiss, Saxon und Uriah Heep stand. Aber mittlerweile finde ich Abba gar nicht mal so schlecht.

Doch damit fing vor fast 35 Jahren alles an. Im Laufe der Zeit hat sich hier einiges angesammelt.  Noch immer kaufe ich Vinyl, noch obskurere Aufnahmen als damals. Hauptsächlich uralte deutsche Aufnahmen, die man hier gelegentlich in Plattenläden (!) findet, oder aber historische „Recordings“, alte Reden, Theateraufführungen, geschichtliche Ereignisse. Also, meine Schallplattensammlung wächst noch.

Warum ich das schreibe? Morgen ist „Record Store Day“. Viele Bands, die Vinyl lieben, veröffentlichen an diesem Tag spezielle 45er oder 33er. In den Plattenläden treten Musiker auf, man zelebriert die Schallplatte. Sammler tauschen sich aus, berichten von ihren besonderen Juwelen in den Regalfächern. Vor allem liebt man den Klang der Vinylplatte, der anders, der viel besser ist, als jede mp3 File.

Wenn ich über Schallplatten rede, dann erinnere ich mich an damals (ich bin ja so alt!). Wie ich in Nürnberg zwischen Radio Adler, WOM, Music Shop, Goofy, Francoise, Phonac, Karstadt rumgelaufen bin, um die eine oder andere Platte etwas billiger zu finden. Man kaufte eine LP nicht wie heute einen Download. Man zelebrierte das, man sparte auf den Kauf, schaute sich das Plattencover genauestens an, las die Songtexte durch, hörte sich das Album von vorne bis hinten an und tauschte sich dann mit anderen darüber aus. Plattensammeln gehörte für mich zu meiner Jugend, wie das Handballspielen.

Und nun wird eben genau das Jahr für Jahr beim „Record Store Day“ gefeiert. Schon alleine der Geruch in einem „Used Record Store“…. Ein schönes Ereignis, ich hoffe, am Samstag sind auch in Nürnberg und woanders die Plattenläden gut besucht, denn Vinyl ist einzigartig.

Grammy Blödelei

Gerade habe ich die Liste der Grammy Nominierungen für die 52. Preisverleihung durchgeschaut. Boah, wer nominiert hier eigentlich wen? Ich dachte immer, es geht bei dieser Auszeichung um aussergewöhnliche Leistungen in der Recording Industrie. Aber diese Liste…so was geht ja gar nicht. Klar, kann man sich über Geschmack streiten und den Mund fusselig reden, aber dass da immer die gleichen Verdächtigen auftauchen, die entweder wirklich keinerlei Innovation zeigen oder schon seit Jahren jenseits von Gut und Böse rumwandeln, das ist der Hammer. Green Day sind genauso dabei wie dieser nervige Dave Matthews und natürlich Bonos U2. Der hat sowieso das Abo bei solchen Bauchpinselveranstaltungen gebucht.

Und wenn ich Britney Spears schon wieder nominiert sehe, oder Bob Dylan in der Kategorie „Best Rock Solo Vocal Performance“, also, da hört der Spass ja wohl auf. Dylan ist ohne Zweifel eine Legende, ein brillanter Songschreiber, aber singen kann der nicht, konnte er noch nie und das wurde über die Jahre nur noch schlimmer mit der unverständlichen Näselei. Und was sollen die ganzen alten Recken im Hard Rock und Metal Bereich? Schauen sich die Juroren nur Bands aus ihrer Altersgruppe an oder wie kommen AC/DC und Judas Priest auf die Liste. Irre!

Also von Innovation, von Massstäbe setzen, von neuen Ideen und Wegen keine Spur. Sicherlich werden die Nominierungen immer auf Unverständnis und ohne Zweifel auch auf die verschiedenen Geschmäcker stossen. Aber den mittlerweile riesigen Independent Markt so aussen vor zu lassen, nicht zu beachten, dass ein gutes Album heute eben nicht mehr über die Major Labels herauskommen muss (und auch wird), das ist schon bedrückend. Kein Wunder, dass die herkömmliche Musikindustrie im Eimer ist. Denn wer so sehr auf Show und Schulterklopfen steht, der braucht sich nicht wundern, wenn keiner mehr den Mist kauft, der ihm da vorgesetzt wird.

Ich kann hier nur auf Collegesender wie KUSF verweisen, die ein alternatives Musikprogramm zum Kommerzgedudel bieten. Oder man schaut sich auf myspace um oder bei solchen Mailordern wie CDBaby. Die gute Musik ist nicht verloren gegangen, nur die Wege zwischen Musikern und Hörern haben sich verändert.

AC/DC noch immer T.N.T.

AC_DC.jpgAC/DC, die Rockgötter von Down Under haben am Dienstagabend ihre Welttournee in Wilkes Barre, Pennsylvania, eröffnet. Hammerhart wie eh und je rocken sie durch die Lande.

Hier ein Audio-Bericht:

AC/DC