Ein Lied gegen Hitler

Als in Deutschland das Horst-Wessel-Lied gesungen wurde, erlebten die USA eine Hochzeit der Folk- und Protestsongs. Die 20er und 30er Jahre waren in den Vereinigten Staaten ein tumulthafte Zeit. Massenarbeitslosigkeit, Migration, Armut und Elend führten auch zu einer Musikergeneration, die zum Sprachrohr der Benachteiligten wurde. Die 30er und 40er Jahre brachten eine engagierte und kritische, eine anti-faschistische und auch patriotische Gruppe an Musikern hervor. Woody Guthrie, Pete Seeger, Joe Hill, Lead Belly und viele andere sangen Songs, in denen sie sich mit den Themen der Zeit auseinandersetzten.

Auf “That’s why we’re marching”, veröffentlicht auf Smithsonian Folkways, werden Lieder präsentiert, die einen Eindruck der amerikanischen Folkmusik-Bewegung während des Zweiten Weltkriegs geben. Titel wie “Move into Germany”, “When the Yanks go marching in”, “Mr. Hitler”, “The Fuhrer” oder auch “Round and round Hitler’s grave” zeigen, was neben den klassichen Themen der US-Troubadours zum Thema wurde. Die Musiker sangen gegen den Krieg, gegen den Faschismus, gegen die Gewaltherrschaft der Nazis, und alles mit einem patriotischen Unterton.

In der Krise rückte die amerikanische Nation zusammen. Kritik an der Lage daheim bedeutete damals (noch) nicht, dass man gegen den Einsatz für Frieden, Freiheit und Demokratie in Übersee war. Der Spanische Bürgerkrieg ein paar Jahre zuvor hatte schon früh die amerikanische Linke organisiert, und damit auch viele Folk-Musiker beeinflusst. Der Kampf gegen den Faschismus wurde ein zentrales Thema für Guthrie, Seeger und die vielen anderen. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor richteten die Musiker erneut ihren Blick auf Europa. Hitler und seine Schergen wurden in den Liedern lächerlich gemacht, der Nazi-Diktatur frühzeitig ein Ende gesetzt.

Smithsonian Folkways greift mit diesem Album tief in den Archivschatz, der da in den klimatisierten Räumen in Washington DC schlummert. “That’s why we’re marching” belegt, welche Kraft Musik haben kann, welche Bedeutung sie hat und vor allem, wie zeitlos sie ist. Eine beeindruckende Song-Sammlung, die von einem umfangreichen Booklet begleitet wird.

Obama ist (nicht) Hitler

Obama ist doch nicht Hitler, zu diesem geistreichen Schluß kam der texanische Kongressabgeordnete Randy Weber. Weber hatte folgende Nachricht getwittert: „Sogar Adolf Hitler dachte, es wäre wichtiger nach Paris zu kommen als Obama. (Für all die falschen Gründe). Obama konnte es nicht für die richtigen Gründe tun“.

Der Twitter Kommentar des Abgeordneten Randy Weber.

Der Twitter Kommentar des Abgeordneten Randy Weber.

Der „Shitstorm“, der auf Obama und seine Administration niederprasselte, nachdem keiner der obersten amerikanischen Politiker beim Gedenkmarsch in Paris anwesend war, war unüberhörbar. Obwohl sich der Präsident am Montag entschuldigte, der Schaden war erheblich. Nicht nur auf der internationalen Bühne, auch im eigenen Land wurde Obama angegriffen. Natürlich machte FOXNews Stimmung gegen den Präsidenten, doch auch auf CNN, PBS, CBS, ABC und NBC fragten sich viele, was denn das gewesen sein sollte. Der republikanische Senator, Ted Cruz, Anwärter auf das Präsidentenamt, warf Obama vor, seine Prioritäten falsch zu setzen. Er kümmere sich mehr um „Global Warming“, als um das Erscheinungsbild der USA auf der internationalen Bühne.

Kein Wort mehr aus den republikanischen Reihen von den „Freedom Fries“ und dem „Freedom Toast“. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der Weigerung Frankreichs an der Seite der USA in den Krieg gegen den Irak zu ziehen, setzten die Republikaner im Kongress durch, dass Frankreich bestraft werden sollte. Und das geschah in der Kantine des hohen Hauses. Die Pommes (French Fries) wurden in „Freedom Fries“ und der „French Toast“ in „Freedom Toast“ umgenannt. So macht man Politik.

Randy Webers Kommentar zur Abwesenheit Obamas in Paris war die krasseste Aussage dieser Tage, doch nicht die erste dieser Art des Texaners. Während der „State of the Union“ Rede vor einem Jahr twitterte Weber ebenfalls. Damals bezeichnete er den Präsidenten als „Kommandant-In-Chef“… the Socialistic dictator“. Irgendwie können sich einige Republikaner nicht entscheiden, ob Barack Obama nun ein Nazi oder ein sozialistischer Dikator ist. Ist ja alles irgendwie gleich, oder?

„Mein Kampf“ kommt unter den Hammer

25.000 Dollar soll „Mein Kampf“ einbringen. Am heutigen Donnerstag wird in Los Angeles eine signierte Ausgabe von Hitlers Leitlinienbuch versteigert. Die Weihnachtswidmung vom Führer war für den SS Offizier Josef Bauer gedacht, einer von Hitlers Kampfkameraden beim Münchner Putsch 1923. Der Anfangspreis liegt bei 20.000 Dollar, aber man hofft noch 5000 Dollar mehr zu bekommen.

Versteigert wird das Nazi-Schriftstück vom Auktionshaus Nate D. Sanders. Er selbst ist Jude, hat aber keine Probleme mit dieser Versteigerung. Er sieht das Buch einfach als Sammlerstück, als ein Stück Geschichte.

Wenn man als interessierter Leser und Sammler aber keine 25.000 für dieses schlechte geschriebene Buch ausgeben will, kein Problem. In den USA kann man „Mein Kampf“ in der Originalausgabe problemlos in Antiquariaten finden. Doch auch das weltgrößte Online Kaufhaus amazon.com bietet Hitlers Machwerk in verschiedensten Versionen an.

Der Führer und King Kong

      Adolf Hitler und Hollywood

Adolf Hitler schaute gerne Spielfilme. Und nicht nur das, er kommentierte auch gerne das, was er da auf der großen Leinwand sah. Ben Urwand ist ein junger Historiker, der an der Harvard Universität lehrt. Bei einer Recherche im Bundesarchiv in Berlin stieß er auf Briefe zwischen den Hollywood Studios und Hitlers Adjutanten. Unterschrieben mit Heil Hitler. Urwand wollte eigentlich über Hitlers Begeisterung an amerikanischen Spielfilmen schreiben, doch änderte dann den Kurs. Hier eröffnete sich ein Geschichtskapitel, das bislang unbeachtet blieb – die enge Zusammenarbeit zwischen den Hollywood Studios und Nazi-Deutschland. Ben Urwand ist der Autor von „The Collaboration – Hollywood’s Pact with Hitler„. Dazu der obige Audiobeitrag:

Erinnerung an das Unvorstellbare

      Radio Goethe Magazine - Kristallnacht

Heute bekam ich eine Mail von „Public Radio Exchange“ (PRX), dass eine Radiostation in Iowa eine ältere „Radio Goethe Magazine“ lizensiert hat. Es war die Sendung, die ich vor ein paar Jahren zum 70. Jahrestag der Kristallnacht produziert hatte. Ein klangreicher Versuch, Stimmen von damals hörbar zu machen. Die der Täter und die der Opfer.

In der sogenannten Kristallnacht sollte wohl endgültig jedem Deutschen klar geworden sein, dass das Nazi-Regime auf Hass, Mord, Verunglimpfung und Verfolgung aufbaute. Nichts blieb nach dieser Nacht wie es war. Die brennenden Synagogen, die zerschmetterten Ladenfronten jüdischer Händler, die Ausmerzung alles Jüdischen deutete am 9. November 1938 auf die „Endlösung“ hin.

Hier diese Sendung mit Originaltönen von damals.

Führer Obama baut am Vierten Reich

Der Ton verschärft sich in den USA. Präsident Barack Obama bezeichnete am Dienstag sichtlich genervt in einer Pressekonferenz Teile der republikanischen Partei als „Extremisten“, wirft ihnen „Geiselnahme“ und „Erpressung“ vor. Die Republikaner sind bei diesem verbalen Schlagabtausch nicht besser, ganz im Gegenteil, sie setzen sogar noch einen, zwei, drei drauf. Eine Abgeordnete aus Arizona bezeichnete Obama nun als “Führer”. Nazi-Deutschland habe auch „mit einer nationalen Krankenversicherung und einem Waffenverbot“ in den Gemeinden begonnen. So habe auch Hitler seine Macht im Dritten Reich festigen und ausbauen können, erklärte die Republikanerin Brenda Barton.

Und damit nicht genug, Barton beschwerte sich, dass die Nationalparks geschlossen seien. Während die „Gangster des Nationalen Park Services Überstunden bezahlt bekommen, um die Befehle des Führers auszuführen“, sprich die Parks geschlossen halten, wären „sein Golfplatz und Camp David“ offen. Und sicherlich haben er und seine Frau auch noch all ihre Bediensteten im Weißen Haus. „Ich wette, auch seine drei Vorkoster sind noch im Dienst“, weiß Brenda Barton.

Es wird verbal geschossen, weite Teile der staatlichen Behörden bleiben geschlossen in Amerika. Nichts sieht nach einem Kompromiss aus, die Seiten sind verhärtet. Und bis zum 17. Oktober muß auch noch die Schuldengrenze angehoben werden, sonst droht das große Chaos. Nicht nur für die USA, sondern für die Weltwirtschaft. Alles läuft, wie im besten Western, auf ein Duell um „High Noon“ hinaus.

Donald Duck der Altnazi

Immer mal wieder stößt man bei youtube auf tolle Sachen und merkt, da ist doch mehr geboten als kleine Katzen- und Hundefilmchen, der jüngste Kindergeburtstag von Nachbars Sprössling oder die letzte Karaokeveranstaltung des Kegelclubs aus Wanne-Eickel. Propagandakunst finde ich faszinierend. Gerade was in den 20er und 30er Jahren an Plakaten und politischen Postern entstanden ist, was in den 40er und 50er Jahren filmisch und im Hörfunk umgesetzt wurde ist tief beeindruckend.

Und sogar an die Kleinen wurde damals gedacht, wie dieser Donald Duck Cartoon aus dem Jahre 1943 zeigt. Walt Disney ließ sich hochpolitisch von der Kriegspropaganda einspannen. Ich wette, Hitler, Goebbels und Konsorten wären wutschnaubend an die Decken gegangen, wenn sie dieses kleine Kunstwerk gesehen hätte. Eine Ente als Nazi, das darf doch nicht sein….aber alles kommt ja zu einem guten Ende.

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„Hitler Youth“ in Norwegen

Wenn Glenn Beck wenigstens einen Kasten Beck’s geleert hätte, dann könnte man sagen, er quatscht nur Mist, der alte Suffkopp. Doch Beck trinkt keinen Alkohol, dafür belallt er seine Hörer in seiner „syndicated“ Radioshow mit allerlei Blödsinn, Verschwörungstheorien und Weltuntergangsszenarien. Der frühere FOXNews Moderator ist beliebt, weil er es schafft, die Welt in schwarz und weiß, in gut und böse zu trennen und das seinen Hörern – und lange Zeit auch seinen Zuschauern – in wirren Gedankensprüngen zu erklären. Die sind dankbar über den Analytiker Beck, der im Weißen Haus von Barack Obama eine Terroristenzelle von Al Quaida vermutet.

Wenn man Glenn Beck eine zeitlang zuhört, also regelmäßig sich auf diese Art des intellektuellen Masochismus einlässt, dann wird einem ganz schwummerig. Das tut manchmal richtig weh, ich bin mir sicher, wenn ich für Nasenbluten anfällig wäre, dann könnte ich mir das mit Beck nicht antun. Dass Beck in seiner Sicht der Dinge nicht auch noch Elfen, Trolle und fiese Unterweltsmonster zur Erklärung der Lage der Nation heranzieht, ist überraschend. Denn eigentlich ist Obama ja ein kommunistischer Kinderfresser, Hillary Clinton eine faschistische Gestapotante und Joe Biden sowieso schon lange auf Drogen.

Beck spinnt. Punkt. Um das zu belegen hier mal ein aktuelles Beispiel dieses vielgehörten Radiomoderators, der mehr als zwei Millionen „Fans“ auf seiner facebook Seite hat. Doch bevor jetzt jemand den vielbeliebten Allgemeinrundumschlag macht und erklärt, die Amerikaner spinnen sowieso, will ich mal ganz deutlich sagen, dass Glenn Beck ein Entertainer ist. Zwar ist er überzeugt von dem was er da sagt und er überzeugt auch seine ziemlich vielen Hörer mit seinen Verbalergüssen, doch Beck spricht nicht für die Allgemeinheit der USA. Sogar dem Murdoch Sender FOXNews wurden Becks Wahnvorstellungen etwas zu viel. Man trennte sich vor ein paar Monaten „im Einvernehmen“. Nun laberrhabarbert Beck sich tagtäglich durch seine „syndicated“ Radioshow, schreibt Bücher für eine Millionenleserschaft und hat darüberhinaus auch noch GBTV gegründet, ein Web based Fernsehprogramm.

Doch zurück zum aktuellen Beckschen Durchfall. Die tragischen Anschläge von Norwegen waren auch in den USA ein großes Thema. Natürlich wollte auch Glenn Beck dazu was sagen und verglich gleich mal das Jugendlager mit der Hitler Jugend: „Als die Dinge sich entwickelten und es eine Schießerei in einem politischen Camp gab, was für mich wie Hitler Jugend klingt… Wer macht schon ein Lager für Kinder, in dem es nur um Politik geht? Das ist beunruhigend.“ Beck hasst Linke und vergleicht Präsident Obama auch schon mal mit Adolf Hitler. Irgendwie alles das gleiche, Hitler war ja auch Sozialist. Von daher kommt dieser Vergleich nicht von ungefähr. Sozialdemokraten in Norwegen sind sicherlich im gleichen Fahrwasser wie Hitlers Nationalsozialisten. Hier ein Jugendlager der Regierungspartei, dort ein Lager der Hitler Jugend der Nazi-Partei. So argumentiert Beck, so hat er auch immer schön auf seiner Tafel in der FOXNews Sendung die Dinge erklärt. Ist logisch, nicht wahr! Hier die gestrige Sendung, der Vergleich mit der Hitler Jugend kommt nach 35 Sekunden.

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Nazi-Obama

Nazi-ObamaDie Gesundheitsreform ist derzeit DAS Thema in den USA. Heftigst und bis aufs Blut wird diskutiert. Obama will die Reform (die mehr als notwendig ist), die Konservativen blocken und ziehen mit groben Geschützen ins Feld. Amerika wolle kein sozialistisches System, heisst es da. Amerika brauche keine Todeskomitees, die über Leben und Tod entscheiden, darüber, wer behandelt wird und wer nicht. So abstrus das auch klingen mag, das sind Argumente, die hier vorgebracht werden.

Es wird mit Angst manipuliert. Und nun hat die Diskussion einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Immer wieder werden Präsident Obamas Gesundheitsvorschläge als „Nazi-Politik“ abgetan, er selber mit Adolf Hitler verglichen. In sogenannten „Town Hall Meetings“ im ganzen Land treten aufgebrachte Amerikaner Abgeordneten gegenüber und geben genau diese verblendeten Argumente wider. Konservative Talk Show Moderatoren und Teile der Republikaner heizen die Diskussion an. Sie wissen genau, dass Obama mit dem Scheitern der Gesundheitsreform (und das ist zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich)  eine bittere Niederlage einstecken müsste, von der er sich so schnell nicht erholen wird. Und da darf man durchaus mit Lügen, Falschaussagen und unsäglichen Interpretationen der Gesetzesvorlage arbeiten. „Hey, it’s politics, stupid!“

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