„The truth is out there“

Etwas über zwei Stunden fährt man von Las Vegas nach Rachel, Nevada, der nähesten Ansiedlung an die Area 51. Jenes geheimnisumwobene Areal, riesiges Militärsperrgebiet, Test Gelände für die US Air Force und, wie viele glauben, Versteck für außerirdische Technologie.

Allein die Landschaft in diesem Teil von Nevada ist einzigartig schön. Karg, aber eine unendliche Weite, die einen fesselt. Der Highway ist einfach geradeaus Richtung Norden gebaut, ein Endlosband. Es erinnerte mich an Somalia. Und hier traf ich Joerg Arnu, einen Deutschen, der seit einigen Jahren in dieser Gegend lebt. Er unterhält auch eine Webseite, die sich mit dem beschäftigt, was seit über 60 Jahren in der Area 51 vor sich geht. Wirklich vor sich geht.

Das Gelände ist ein streng geheimes Testgelände. Jahrzehntelang erklärte die US Regierung, Area 51 gebe es nicht. Erst die Klage von Arbeitern, die Aufgrund ihrer Tätigkeit dort erkrankten, führte zu einem zumindest Eingeständnis der Existenz dieser Militärbasis. Was dort passiert fällt dennoch auch weiterhin unter den Begriff „National Security“. Joerg Arnu hat es jedoch geschafft, über die verschiedensten Wege und Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen all die Informationen zu sammeln, die es über die Area 51 legal zu bekommen gibt. Von Satellitenfotos bis hin zum Abhören des Flugverkehrs. Er kann einem alles erklären, das was man sehen kann und auch teilweise das, was der Besucher nicht zu sehen bekommt. Als wir auf der Staubstraße Richtung Basis fahren, piept es auf einmal im Funk Radio von Joerg. Das seien Bewegungsmelder, die im Sand vergraben sind, meint er. Somit sei bereits ein Alarm ausgelöst, man wisse nun, dass da ein Auto auf der verlassenen Straße Richtung Area 51 fährt. Immer wieder piept es im Radio.

Kein Schritt weiter! Der Haupteingang der Area 51.

Am „Back Gate“ und am „Front Gate“ beschreibt Joerg, was es zu sehen gibt. Eigentlich nicht viel, doch dann zeigt er auf die versteckten Kameras im Wüstensand, auf den weissen Jeep auf einem Hügel, auf die fest installierten Kameras, die uns auf Schritt und Tritt verfolgen, auf die russischen (!) Radaranlagen, die vom Eingang aus zu sehen sind. Genau, die US Air Force arbeitet mit russischen Anlagen, um die eigenen Neuentwicklungen zu testen. Joerg erzählt ausführlich, was hier alles entwickelt wurde, was man manchmal in der Nacht sehen kann, was auf dem riesigen Gelände passiert. Fast 40 Prozent von Nevada, das ist ungefähr die eineinhalbfache Landfläche von Bayern ist Militärsperrgebiet. Mittendrin die „Groom Lake Base“, auf der etwa 1500 Menschen arbeiten. Auch diese Zahl hat Joerg Arnu herausgefunden, in dem er über Satellitenfotos den Parkplatz am speziellen „Janet“ Terminal am Flughafen von Las Vegas analysierte. Denn von dort werden die Mitarbeiter täglich in unmarkierten Boeings 737 in die Area 51 geflogen. Vom Hausmeister bis zum sprichwörtlichen „Rocket Scientist“.

Die Area 51 ist ein Mythos, voller Geschichten, die faszinierend, spannend und auch unterhaltsam sind. Jeder kann dabei glauben, was er will. Auf dem Extraterrestrial Highway ist die Hölle los. Im „Little A’Le’Inn“ in Rachel, Nevada, kann man alles über das „große“ Geheimnis der Area 51 erfahren. Von den UFOs bis zu den Außerirdischen, die dort untergebracht sind. Und wem all das Alien Gequatsche und die Flugtechnologie nicht zusagt, der sollte dennoch diesen abgeschiedenen Bereich von Nevada besuchen. Allein der Nachthimmel ist spektakulär, keine Leuchtreklamen und Lichter stören den Blick und über dem riesigen Areal herrscht ein Flugverbot. Es sei denn neue Flugkörper werden getestet, Spionage Satelliten fliegen vorbei oder eben ein UFO macht seine Runde.

 

„The Truth Is Out There“

Ein UFO in Sicht.

Seit 2015 wurden an der amerikanischen Ostküste mehr als ein Dutzend Flugbewegungen von unbekannten Flugobjekten dokumentiert. Zum Teil veröffentlichte Videos von amerikanischen Kampfpiloten, die nach einem Radaralarm aufstiegen, zeigen Flugkörper, die denen der amerikanischen Luftwaffe „deutlich überlegen“ sind, heißt es. Sie sind anders geformt, schneller, undefinierbar.

Die große Frage ist nun, ob eine andere irdische Nation technologisch den Amerikanern davongezogen ist oder ob es sich um außerirdische Aktivitäten handelt? Klar ist derzeit gar nichts außer, dass die Sichtungen der UFOs zunehmen. Die Berichte dazu kommen eben nicht nur von „Spinnern“, „UFO-Freaks“ und selbsternannten Experten. Selbst das Pentagon gab kürzlich sogar zu, dass es ein offizielles Programm im Verteidigungsministerium gab, um Daten über solche unbekannten Flugkörper zu sammeln und zu analysieren. Doch das wurde 2012 eingestampft. Warum, das ist nicht klar, darum schweigt man sich aus. Verwunderlich, denn die Berichte über unbekannte Flugobjekte kommen aus allen Richtungen, eben auch von Kampfpiloten, Offizieren der Navy, anderen Militärangehörigen. So liegen dem Pentagon Interviews vor, in denen Matrosen der USS Nimitz vor San Diego erklärten, sie hätten Flugkörper gesehen, die aus einer Höhe von 20.000 Metern mit Überschallgeschwindigkeit nach unten sausten, um dann in 15 Metern über der Ozeanoberfläche zu schweben. Kein US Fluggerät ist dazu fähig.

Doch niemand im Pentagon spricht von Außerirdischen, niemand will der „Alien Guy“ sein. Stattdessen werden solche Sichtungen, Fotos und Videos unter „unidentified flying object“ gesammelt und archiviert. Damit muss man nichts erklären, mehr erfahren, hinterfragen. Offiziell ist das „UFO-Programm“ eingestampft worden, ob und wie weiter geforscht wird, ist nicht bekannt. Das Pentagon hüllt sich gerne in Schweigen. Kein Wunder, denn jahrzehntelang wurde die Existenz des Geheimareals „Area 51“ in der Wüste von Nevade, nordöstlich von Las Vegas gelegen, schlichtweg geleugnet. Und das, obwohl es unzählige von Berichten, Filme und Informationen über Testflüge neuer Flugkörper über dem weiten, abgeschirmten und streng geheimen Areal gab. Was nun dran ist an den „UFOs“ über den USA wird man wohl so schnell nicht erfahren, aber“the truth is out there“.

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Im Gleichschritt zur Staatsbürgerschaft

Präsident Obama wollte die Gesundheitsreform. Das war eine seiner wichtigsten politischen Ziele. Doch mit der Umsetzung des landläufig als „Obamacare“ verschrienen Gesetzes, wurde alles andere in Washington ausgebremst. Die Republikaner hassen Obama und hassen noch mehr „Obamacare“. Die Gesundheitsreform sei unamerikanisch, sozialistisch, ein Jobkiller. Alles wird versucht, um irgendwie auch noch jetzt und heute die neue Regelung auszuhebeln. Klar ist, mit einem republikanischen Präsidenten im Weißen Haus, wird „Obamacare“ ausgehöhlt oder ganz abgeschafft werden.

Egal, dass nun auch Menschen mit chronischen Krankheiten versichert sein können oder bislang Unversicherte einen Versicherungsschutz bekommen. „Obamacare“ hat alles andere ausgebremst. Nichts geht mehr in Washington. Der totale Stillstand hat eingesetzt. Seit Jahren wird versucht in den USA eine Reform des Einwanderungsgesetzes durchzusetzen. Ich selbst habe die Idiotie dieses legalen Prozesses mitmachen müssen und habe mich bei jedem Schritt gefragt, wie das jemand aus Mexiko überhaupt hinbekommen kann. Ich war dankbar Deutscher zu sein, um Amerikaner zu werden.

In dieser Legislaturperiode und in der verbleibenden Amtszeit von Präsident Obama wird es keine grundlegende Überarbeitung des Immigrationsgesetzes mehr geben. Das steht fest. Nun haben ein paar Republikaner eine neue Initiative ins Gespräch gebracht, um Willigen den amerikanischen Pass schmackhaft zu machen. Potenzielle Einwanderer sollen sich „freiwillig“ zum Dienst an der Waffe verpflichten, dem neuen Vaterland dienen, bereit sein für Amerika zu sterben. 43 republikanische Abgeordnete haben diese Initiative unterschrieben, die sie passend „ENLIST Act“ nennen, also man unterschreibt bei der Navy, der Army, der Air Force, den Marines und wird dann bevorzugt auf dem Weg zum Staatsbürger behandelt.

Als Amerika noch eine „Draft“, eine allgemeine Wehrpflicht, hatte, wurden auch hier lebende Deutsche zum Militärdienst eingezogen. Ich kenne einige Deutsche, die in den 50er Jahren in die USA auswanderten und dann erstmal ihren Armeedienst ableisten mußten. Pikanterweise wurden sie oftmals in Deutschland oder Österreich stationiert, als Mitglied der US Army.

Neue Zeiten brechen an

Vor fünf Monaten hat die US Administration die umstrittene Regelung „Don’t ask, don’t tell“ aufgehoben, die Schwulen und Lesben in den amerikanischen Streitkräften verbot, offen zu Ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Also nichts sagen und eben auch nicht von Offiziellen gefragt werden. Nach dem Motto: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“.

Doch Präsident Obama ist 2008 angetreten, um diese überflüssige Regelung aufzuheben. Was soll das auch, kann ein homosexueller Mann, kann eine homosexuelle Frau nicht genauso gut seinem und ihrem Land dienen? Schießt ein Gewehr anders? Marschiert man anders? Unter großem Protest aus dem republikanisch-konservativen Lager wurde die Regelung nach intensiven Beratungen und Untersuchungen und mit Zustimmung der Militärführung aufgehoben. Auch wenn der Untergang des Abendlandes und die Verweichlichung der Streitkräfte prophezeit wurde, die US Army, die Air Force, die Navy, die Marines, die vielen Spezialeinheiten des amerikanischen Militärs, sie alle in Uniform leisten noch immer ihren Dienst so ab, wie zu Zeiten von „Don’t ask, don’t tell“.

Als Sergeant Brandon Morgan nun von seinem Einsatz in Afghanistan zurückkam, wurde er in der Kaserne der Marines in Kaneohe Bay auf Hawaii von seinem Lebenspartner Dalan Wells freudig begrüßt. Freude, Erleichterung, Nähe.. Die beiden umarmten und küssten sich ganz offen, etwas, was noch vor wenigen Monaten undenkbar gewesen wäre. Der Moment wurde von einem Fotografen der Associated Press festgehalten und wird wohl als ein bedeutendes Foto in die Geschichte der amerikanischen Streitkräfte und der amerikanischen Gesellschaft eingehen. Neue Zeiten sind angebrochen.

Das Ende einer Ära

Seit 1909 wurden Hunderttausende von Soldaten im Walter Reed Army Medical Center versorgt. Zuletzt rund 18.000 Verletzte aus den Irak und Afghanistan Feldzügen. Ihre erste Station zur Stabilisierung war meist in Deutschland die Air Force Base in Ramstein, bevor es weiter ging nach Washington DC. Präsident Dwight Eisenhower starb im Walter Reed Hospital genauso wie die Generäle J. Pershing und Douglas MacArthur. Walter Reed ist zweifellos eines der bekanntesten Krankenhäuser der Welt.

Doch nun ist Schluß. Nachdem 2007 ein Skandal die amerikanische Öffentlichkeit schockierte, werden nun endgültig die Tore des Hospitals geschlossen. Nach zahlreichen Beschwerden fand eine eingesetzte Kommission heraus, dass die Bedingungen für die verwundeten GIs im Walter Reed Medical Center nicht mehr zeitgemäß und alles andere als heilsam waren. Die Versorgung war schlecht, das Alter der Gebäude zeigte sich und bauliche Maßnahmen konnten nicht mehr den Verfall aufhalten.

Das Hauptgebäude wird allerdings nicht abgerissen, es steht unter Denkmalschutz. Die neuen Mieter stehen auch schon fest, das State Department und der District of Columbia werden die Räumlichkeiten nutzen. Das eigentliche Krankenhaus zieht um vor die Tore der Hauptstadt, nach Bethesda, Maryland und wird fortan „Walter Reed National Military Medical Center“ heißen.

Marschieren unterm Regenbogen

San Diego ist die zweitgrößte kalifornische Stadt. Strand, Badewetter, Surfer und der größte Militärstützpunkt der US Marines westlich des Mississippi. Das Militär prägt das Bild der Stadt und der Region. Kriegsschiffe liegen im Hafen. Helikopter und Militärflugzeuge heben ab und landen. Am Flughafen ist es ganz normal auf Soldaten in Kampfanzügen und in Ausgehuniform zu treffen.

Am Samstag nun fand die jährliche „Gay Pride Parade“ in San Diego statt, die Parade der Homosexuellen, mit der für Gleichberechtigung und Offenheit eingetreten wird. Und dieses mal, zum ersten mal, nahmen auch rund 250 Angehörige der Streitkräfte teil. Mitglieder der Navy, der Marines, der Army, der Air Force, sie alle kamen zusammen, um für die Aufhebung von „Don’t ask, don’t tell“ einzutreten. „Don’t ask, don’t tell“ ist die Leitlinie des Pentagon mit homosexuellen Soldaten umzugehen. Also, man fragt von offizieller Seite nicht, welche sexuelle Orientierung ein Soldat hat, und als Soldat zeigt man nicht, ob man schwul oder lesbisch ist. Homosexualität wird einfach in den militärischen Rängen unter den Teppich gekehrt. Es geht bei diesem Kampf der „Gay-Bewegung“ nicht nur darum, ob ein Schwuler auch öffentlich sagen kann, er liebe einen Mann. Es geht vor allem um gleiche Rechte, so z.B. wenn ein verwundeter Soldat im Krankenhaus liegt und sein vom Militär nicht akzeptierter Partner ihn aufgrund von bestehenden Beschränkungen nicht besuchen darf und kein medizinisches Mitspracherecht hat. Oder wenn ein Soldat im Einsatz stirbt, der Partner jedoch keine finanzielle Abfindung oder Rente erhält.

Die Soldaten am Samstag wollten in die Öffentlichkeit gehen. Uniformen waren ihnen nicht erlaubt, deshalb kamen sie in ziviler Kleidung, doch durch ihre braunen und grauen T-Shirts waren sie gut als Militärangehörige erkennbar. Sie marschierten in einem für sie ungewissen Marsch. Jeder von ihnen hielt eine kleine amerikanische Fahne in der Hand, um zu zeigen, dass sie stolz ihren Dienst ableisteten. Einige von ihnen kamen gerade vom Einsatz in Afghanistan zurück. Im Krieg ist die sexuelle Orientierung egal, doch das ist noch nicht so ganz bis Washington durchgedrungen. Zwar hat Präsident Barack Obama „Don’t ask, don’t tell“ schon im Dezember für nichtig erklärt, doch gab er dem Pentagon einen unbefristeten Zeitraum, diese neue „Policy“ auch umzusetzen. Das Pentagon läßt sich also Zeit. In einer Stellungnahme am Samstag hieß es, die teilnehmenden Zivilpersonen düften durchaus in der Parade mitmarschieren, das sei jedem frei gestellt. Die Passanten zumindest entlang der Paradestrecke bejubelten die mutigen Soldaten, die auch daheim ihren Kampf für gleiche Rechte weiter austragen.

„Afghanistan goes Gaga“

…so lässt sich wohl am besten das Video beschreiben, das eine Gruppe amerikanischer Soldaten in Afghanistan aufgenommen hat. Die Mitglieder der 82nd Airborne Division langweilten sich etwas in ihrem Lager „Forward Operating Base“ in der Farah Provinz. Einer von ihnen kam auf die Idee  ein Video zum Lady Gaga Song „Telephone“ aufzunehmen, um die besorgten Angehörigen daheim etwas aufzumuntern. Und das ist ihnen mehr als gelungen. Herausgekommen ist ein youtube Phänomen, mit derzeit schon Hunderttausenden von Klicks.

In den USA stiess das Video auf geteilte Meinungen. Die einen amüsierten sich köstlich über die Performance, andere hingegen meinten, die Soldaten hätten wohl nicht besseres zu tun, als solchen Blödsinn zu verzapfen. Doch urteilen Sie selbst, wie finden Sie dieses Video der US Boys?

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Ready for War

West PointWest PointDie Kadetten, die am Dienstag in West Point auf die Rede Präsident Obamas warteten, waren in guter Stimmung. Die Zeit, bis der „Commander in Chief“ eintraf, nutzten sie mit interessanter Lektüre. Einer lass „Kill Bin Laden“, ein anderer schmökerte in „On Killing: The Psychological Cost of Learning to Kill in War and Society“. Und nun gehen diese Bilder um die Welt. Macht bestimmt einen guten Eindruck zwischen Afghanistan und Pakistan.