Die Klagen kommen

Es ist noch keine Woche her, dass der Germanwings Flug 9525 in Südfrankreich abstürzte und schon gibt es in den USA die ersten Debatten über eine Schadensersatzklage. Lufthansa, das Mutterunternehmen von Germanwings, hat zwar angekündigt, dass man unbürokratisch und schnell eine finanzielle Soforthilfe für Hinterbliebene zahlen wird, doch damit ist noch lange nichts vom Tisch.

Noch wird an der Absturzstelle nach Beweisen gesucht.

Noch wird an der Absturzstelle nach Beweisen gesucht.

Es erscheint zu diesem Zeitpunkt als zynisch, wenn man über Geld spricht, doch zahlreiche Anwaltskanzleien in den USA versuchen bereits mit Angehörigen von Opfern, darunter auch drei Amerikaner, eine Klage vorzubereiten. Ein Vertreter der Kanzlei „Kreindler & Kreindler“ in New York hat bereits die Frage aufgeworfen, warum es überhaupt so weit kommen konnte, dass der Co-Pilot alleine im Cockpit gewesen war? Nach amerikanischem Richtlinien wäre dies undenkbar. Auch scheinen die gesundheitlichen Probleme des 28jährigen nicht unbekannt gewesen zu sein, darauf würde man sich ebenfalls konzentrieren müssen.

Rechtsanwälte in den USA wittern bereits einen Jahrhundertprozess gegen die deutsche Airline. Zu diesem Zeitpunkt ist noch alles offen, noch wird an der Absturzstelle ermittelt und nach sterblichen Überresten der Opfer gesucht, das Gesamtbild, wie es eigentlich zum Unglück kommen konnte, wird noch erstellt. Doch schon jetzt sollte man bei der Lufthansa die drohenden Zeichen aus Übersee wahrnehmen, dass eine immense Schadensersatzklage vorbereitet wird. Ein Team an amerikanischen Juristen wittert seine Chance.