Let’s go Fiji

Ich glaube, es war 2007, als ich mit einem Freund nachts durch Bern fuhr. Er hatte wie immer Radio SRF3 an. „Le Loup“ hieß das Lied, das der Moderator anmoderierte. Es sei eine Schweizer Band, aus Bern, wie er sagte. Also hörte ich genauer hin, denn ich bin für meine Sendung immer auf der Suche nach neuer Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Fiji, seltsamer Name für eine Band aus der Schweiz, dachte ich mir noch, doch notierte mir den Namen. Und der Song war „catchy“, ging gleich ins Ohr, gefiel mir gut. Ein paar Tage später suchte ich online nach der Band, fand sie, schrieb sie an und sie schickten mir ihre aktuelle CD zu. Seitdem bin ich „hooked on Fiji“, begeistert von ihrem Electroclash und Synthpop Sound, der mitreissend, voller Beat und durchaus erotisch ist.

Nun melden sich Fiji mit einer neuen Platte zurück. „Bizarre“ heißt sie und ist phänomenal gut. Für mich das bislang beste Album des Duos. Gestern lag die CD im Briefkasten, ich musste nach Berkeley fahren, schob „Bizarre“ im Auto in den CD-Player und drehte auf. Und wirklich, es ist so eine perfekte Autofahrt CD, die einem Rausch gleich kommt. Laut aufdrehen und den Trip genießen. Die Bilder fliegen vorbei, der Rhythmus der Straße wird von der Musik vorgegeben. Ich freue mich schon auf eine nächtliche Tour.

Fiji haben mit „Bizarre“ ein brillantes Album vorgelegt. Es vereinigt die verschiedensten Einflüsse aus 80er New Wave, Roxy Musics Dream Sound und den harten Beats einer technosierten Musiklandschaft. Es sind scheinbare Widersprüche, die Simone De Lorenzi und Simon Schüttel hier genial zu Liedern zusammenfügen. Da wird man getrieben, um dann wieder im Moment zu verweilen. Der Sound ist fordernd, um dann auf einmal wieder wie ein leises Flehen zu wirken. Und über allem diese laszive Stimme von De Lorenzi, die auf Englisch, Französisch und Italienisch singt. Ein perfektes Album, das gehört werden sollte, das gehört werden muss….und nicht nur in der Schweiz.

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Musik für den Herbst

Hier in Oakland ist heute Herbstwetter. Gestern war es noch sonnig und warm, heute hängen dicke Nebelschwaden zwischen den Wipfeln der Eukalyptus und Redwoods. Leicht wiegen sich die Kronen im Wind, die Luft ist feucht. Am Morgen ist noch alles ruhig, die Nebeldecke schluckt den Lärm des Alltags. Beim Morgenkaffee höre ich die neueste Platte der in Freiburg lebenden Patty Moon. Das ist nicht ihr richtiger Name, aber das spielt hier keine Rolle. weiter lesen

Sound of Africa

Einkaufen in Ruanda ist so eine Sache. Man schaut sich um und hofft, irgendwas typisch ruandisches zu finden. Aber viel mehr als geflochtene Körbe iss nich… Und das verwundert, denn die Geschichte der Menschen in Ruanda geht weit zurück. Aber irgendwie ist vieles auf dem Weg in die Gegenwart verloren gegangen. Was man hier kaufen kann, kommt zumeist aus dem Kongo, aus Uganda oder Tansania. Ruanda, so scheint es, hat nur wenig zu bieten. In einigen Läden stößt man auf mehr, auf Bilder aus Kuhdung, auf Holzarbeiten, auf Tragetaschen. Produziert wurden die von Frauenkooperativen, die sogar schon in die USA exportieren. Ein neues Modell der Entwicklungshilfe.

Sound AfricaUm so mehr habe ich mich gefreut, den einzigen CD Laden in Kigali zu finden. „Sound Africa“ heißt er und ist in der Nähe der Busstation im Herzen der Stadt. Ein kleiner Laden, doch hier findet man afrikanische Musik aus allen Ländern. Und eben auch aus Ruanda. Von hier leider nur die neueren Sachen, also aktuelles Pop und Hip Hop Gedudel in der Landessprache Kinywarwanda, was alles ein bißchen an ruandische Modern Talking erinnert.

Die  traditionelle Musik ist leider verloren gegangen, oder zumindest im heutigen Ruanda nicht mehr auf CD erhältlich. Wer diese alte ruandische Musik sucht, wer zurück zu den klanglichen „Roots“ Afrikas will, der sollte sich mal das Label SWP Records ansehen. Dort gibt es u.a. ein Album mit „Field Recordings“ von Hugh Tracey „At the Court of the Mwami“.

Moses Ng'ang'aDoch zurück zu „Sound Africa“. Was dieser Laden zu bieten hat ist ein umfassender Überblick auf die Musikszene des Kontinents. Von Südafrika über Ost-, Zentral und Westafrika bis hoch in den Norden nach Tunesien und Marokko. Und der Ladenmanager Moses Ng’ang’a hat eine Ahnung von was er spricht und berät gerne. Man sucht, er findet. In dem kleinen Shop steht eine Stereoanlage, die auch zum Probehören genutzt werden kann. Moses kommt eigentlich aus Kenia, wo auch der Sitz von „Sound Africa“ ist. Seine einladende, freundliche und hilfsbereite Art ist wohltuend, im oftmals stoischen Einkaufsalltag Ruandas, in dem man sich als Kunde fast dafür entschuldigen muß etwas kaufen zu wollen.

Rammstein machen ernst

Seit ein paar Wochen wundern sich amerikanische Rammsteinfans; was ist aus dem Forum herzeleid.com geworden. Denn dort findet man nur noch eine alte Version von 1999. Herzeleid.com war die wohl grösste und meist frequentierte Fan betriebene Webseite, die sich vor allem mit Rammstein, aber auch mit anderen deutschen Bands beschäftigte. Dort wurden News und Infos über die Band ausgetauscht, Texte und Inhalte diskutiert, es war ein Treffpunkt der riesigen nordamerikanischen Rammsteingemeinde.

Doch nun ist sie weg. Der Grund liegt bei Rammstein selbst. Ein bislang Unbekannter hatte auf You Tube einen Song des neuen Albums eingestellt „Liebe Ist Für Alle Da“. Rammstein veranlasste die umgehende Löschung des Titels, doch wohl zu spät. Auch tauchten im World Wide Web brandneue Promophotos der Band auf, die noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben waren. Und auf Foren, wie herzeleid.com und auch die grösste europäische Fanseite  wurden Song und Bilder breit diskutiert. Doch, wie mir vom Betreiber versichert wurde, war der Song nie frei zugänglich und zum Download auf dem Forum erhältlich. Vielmehr nutzten „Fans“ das Forum, um sich über das Lied auszutauschen und sich gegenseitig „Liebe ist für alle da“ per Email zuzuschicken. Doch die Plattenfirma Universal und auch das Management verlangten die vorübergehende Schliessung, um dem ganzen Hin und Her ein Ende zu setzen.

Das Management der Band ging wohl auch einen Schritt zu weit und drohte hinter vorgehaltener Hand mit Unterlassungsklagen. rammstein-austria.com nahm umgehend alle Inhalte dazu von den Seiten, herzeleid.com stellte eine alte Version des Forums online. Die Berliner Schockrocker verstehen da keinen Spass, auch wenn die weltweite Rammsteingemeinde sehnsüchtig auf neue Songs, Infos und News wartet, und die Betreiber solcher Foren keinerlei illegale Machenschaften unterstützen und selbst riesige Fans der Band sind.

Im Oktober wollen Rammstein ihre neue Platte veröffentlichen, im August soll die erste Single Auskoppelung die Runde machen.

50 Millionen für MJ-Film

Michael Jackson führt die Album Charts an, Michael Jackson ist wieder der King der Titelblätter, Michael Jackson hier, Michael Jackson dort. Und nun ist auch noch ein Film über das „This is it“ Comeback, oder besser gesagt das „This was it“ Comeback in Planung. In der vergangenen Woche haben die Verantwortlichen von AEG Live, die Jackson wieder zurück ins Rampenlicht ziehen wollten, die Filmaufnahmen der Proben für die Comebacktour etlichen Hollywood Bossen gezeigt. Darunter Universal, Paramount, 20th Century Fox und Warner Bros. Alle schienen begeistert zu sein…

Und nun geht die Zockerei los, derzeit liegt Sony mit einem 50 Millionen Dollar Angebot für die weltweiten Vertriebsrechte vorne. Der Streifen soll Ende des Jahres in die Kinos kommen und ist eine Art Dokumentation der Comebackvorbereitungen, der Proben, des Einsatzes von Michael Jackson.

Auch ein Fernsehspezial über die Musik von Jackson ist in der Mache, das von Kenny Ortega zusammengestellt werden soll, jenem Direktor, der auch für Jacksons „This is it“ Tour die Fäden in der Hand hatte. Auch hier werden die Sender tief in die Taschen greifen müssen. NBC zeigte bereits Interesse und liess sich auch vom Preisschild im Zehnmillionenbereich + X nicht abschrecken.