Keine Sargnägel unter 21

Aloha sagt man auf Hawaii. Die Luft ist rein auf der Inselgruppe im Pazifik. Nun soll sie noch klarer werden, denn das Abgeordnetenhaus in Honolulu hat beschlossen, dass niemand unter 21 Jahren Zigaretten kaufen oder besitzen darf. Mit großer Mehrheit wurde dieses Gesetz verabschiedet und an den Gouverneur zur Unterschrift weiter gereicht.

Die Rauchwolken sollen im Paradies weniger werden.

Die Rauchwolken sollen im Paradies weniger werden.

Mit diesem Schritt will man gegen den Tabakkonsum bei Jugendlichen vorgehen. Nach offiziellen Angaben rauchen jedes Jahr 5600 Kinder auf Hawaii ihre erste Zigarette. 90 Prozent der Raucher im 50. Bundesstaat beginnen mit dem Qualmen bevor sie 19 Jahre alt sind. Und jedes Jahr, so die Statistiken, sterben auf Hawaii 1400 Menschen an Folgeschäden durch den Tabakkonsum.

„Es ist auf alle Fälle ein wegweisendes Gesetz“, meint Jessica Yamauchi von der Organisation für ein Tabak freies Hawaii, die sich für die Neufassung eingesetzt hat. „Es ist wunderbar, der erste Staat in dieser Richtung zu sein. Das ist ein Erfolg für uns“.

Das neue Gesetz würde Tabakprodukte jeglicher Art einbeziehen, auch die immer beliebter werdenden E-Zigaretten. Kritiker führen an, dass das Gesetz ein Blödsinn sei. Mit 18 Jahren sei man vor dem Gesetz ein Erwachsener und solle deshalb auch die Entscheidung treffen dürfen zu rauchen, wenn man das wolle. Auch die demokratische Senatorin Gil Riviere hat sich gegen das Gesetz ausgesprochen. Wenn der Staat das Rauchen bekämpfen wolle, dann solle er es ganz verbieten. „Man kann Verträge unterschreiben, heiraten, in den Krieg ziehen und dort schwer verwundet werden…dann kommt man als 20jähriger zurück und darf keine Zigarette rauchen“, meint Riviere kopfschüttelnd.

Die Richtlinien sind von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. In den USA gibt es nur beim Alkohol eine einheitliche Altersgrenze, die bei 21 Jahren liegt. Das ist Bundesgesetz und muß von den einzelnen Staaten umgesetzt werden. Bei Waffen variieren die Altersgrenzen stark, da lassen sich die Staaten auch nichts aus Washington vorschreiben. Zum Teil dürfen 16jährige schon Gewehre kaufen, Handfeuerwaffen erst ab 21.

 

 

Noch nicht alt genug zum Rauchen

Healdsburg ist eine schöne Kleinstadt, rund 80 Autominuten nördlich von San Francisco. Im Zentrum ein kleiner Park mit Bänken, einem Brunnen, einem Pavillon. Gewaltige Redwoods recken sich neben Palmen dem Himmel entgegen. Hier in Healdsburg scheint das Leben langsamer zu laufen, Passanten sitzen herum, genießen einen Kaffee, plauschen ein bisschen, bevor sie in einer der kleinen Boutiquen oder in eines der zahlreichen Restaurants verschwinden. Healdsburg legt viel Wert auf seinen Ruf, eine gesunde Stadt zu sein.

Healdsburg Plaza ist schon lange rauchfrei.

Healdsburg Plaza ist schon lange rauchfrei.

Daher verwundert es nicht, dass das Rauchen in der Kleinstadt erschwert wird. Schon jetzt darf man in öffentlichen Parks, wie dem Plaza im Zentrum, nicht mehr rauchen. Vor Geschäftseingängen nur noch im Abstand von etwa acht Metern, heißt, um sicher zu gehen, müßte man sich mitten auf die Straße stellen, was auch nicht ganz ungefährlich ist. Da könnte ein Raucher dann durch „Second Hand Smoke“ unter die Räder kommen. Zigarrenclubs und Hookah Bars sind total verpönt. Nun geht der Stadtrat der 12000 Seelengemeinde noch einen Schritt weiter. Das Alter für Tabakkäufer jeglicher Art wird nach oben gesetzt. Man muß nun in Healdsburg 21 sein, um sich die Fluppe leisten und anstecken zu können. Damit ist Healdsburg die erste Stadt in Kalifornien und erst die zweite Stadt nach New York in den USA, die radikal gegen junge Raucher vorgeht. Im Stadtrat von Healdsburg wurde der Antrag mit 4:1 angenommen, angeführt wurde, dass 9 von 10 Rauchern bereits in jungen Jahren mit dem Paffen anfangen. Und Tabakverkäufer müssen jedes Jahr eine neue Lizenz für 450 Dollar beantragen. Healdsburg will also gesunde rauch(freie) Zeichen setzen.

Alles gut und schön, wäre da nicht die Tatsache, dass Healdsburg im Zentrum des Sonoma Wine Countries liegt. Dutzende von Weingütern haben um den zentralen Platz ihre „Tasting Rooms“, in denen man den durchaus leckeren, aber hochprozentigen kalifornischen Wein kosten kann. Oftmals gibt es dann auch noch gute Angebote, die Kiste zum halben Preis. Natürlich darf man hier auch erst ab 21 probieren und so ein Glas Wein soll ja gesundheitsförderlich sein, zumindest wird das immer wieder behauptet. Doch viele der Sonoma Besucher belassen es nicht beim einen „gesunden“ Gläschen. Aber was soll’s, davon lebt die Region.

Seltsam bei solchen Gesetzen, und seien sie nur auf der lokalen Ebene, ist für mich immer die Tatsache, dass man in den USA als 13 oder 14jähriger vor Gericht als Erwachsener behandelt werden kann. Dass man als 17jähriger, mit Einwillung der Eltern, für sein Land in den Krieg ziehen, für sein Land „fallen“ darf. In all diesen Fällen ist man als Jugendlicher, als junger Mann, als junge Frau alt genug, um Entscheidungen zu treffen, seien sie auch noch so ungesund, unsozial, fatal. Doch beim Rauchen und beim BushCoorsMiller Wasserbiergenuß hat der Spaß ein Ende. Dann, ja dann, ist ein junger Mensch nicht alt genug, um eine kluge, durchdachte und bewußte Entscheidung zu treffen. Amerika ist seltsam.

Sauf dich kostenlos ins Grab

Ein Beerdigungsinstitut in Rome, im US-Bundesstaat Georgia, hat derzeit ein interessantes Angebot für Autofahrer. Wer bis Donnerstagmittag zu ihnen kommt und erklärt, er plane an Silvester zu trinken und danach noch Auto zu fahren, bekommt im Falle eines tödlichen Unfalls ein kostenloses Begräbnis zugesprochen. Und das mit allem Pipapo, also Sarg, Grabstätte, Leichenwaschung und Limousinenüberführung. Kein schlechter Deal, oder? Einziges Problem, man hat nicht viel davon, denn man ist ja dann tot.Todesanzeige

Das Bestattungsunternehmen erklärte, mit dieser Aktion wolle man die Leute zum Nachdenken bringen. Auch nicht schlechter als die Todesanzeigen entlang deutscher Autobahnen.