Dieses Lachen steckte an!

Als ich vor etlichen Jahren einer guten Freundin von „Car Talk“ erzählte, wußte sie anfangs so gar nichts damit anzufangen. Sie arbeitete bei DeutschlandRadio. „Car Talk“ war eine der am meisten gehörten Programme auf „National Public Radio“, NPR. Und die wöchentliche Sendung ging genau darum, um Autos. Doch es war keine dröge, ölige, oder funzlige Werkstattsendung, nein, „Car Talk“ war eine erfrischende, humorvolle und unglaublich lebendige Show.

Tom und Ray Magliozzi (v.l.n.r.), Moderatoren von "Car Talk".

Tom und Ray Magliozzi (v.l.n.r.), Moderatoren von „Car Talk“.

Die Brüder Ray und Tom Magliozzi aus Boston begannen 1977 auf einer lokalen NPR Station mit ihrer Sendung. Sie nannten sich „Click and Clack, the Tappet Brothers“  und beendeten jede Show mit „Don’t drive like my brother….and don’t drive like my brother“. Zehn Jahre später wurden sie „syndicated“, im NPR Verbund verbreitet. 600 Stationen erreichten die Brüder schließlich mit ihrem Programm. Hörer riefen mit ihren Autoproblemen an, da qualmte es, da quietschte es, da gab es seltsame Geräusche. Oder es ging um Auto relevante Themen. Das reichte von „Was für ein Auto soll ich mir kaufen, wenn ich blond, 1,60 groß und kurzsichtig bin“ bis hin zu „Mein Mann meint, ich solle vor dem Starten dreimal das Gaspedal durchdrücken, stimmt das?“ Ray und Tom gingen keiner Frage aus dem Weg, ganz im Gegenteil, sie bestachen durch ein Fachwissen, kannten jeden Wagen und erklärten einer mehrere Millionen umfassenden Stammhörerschaft komplizierte Motorenabläufe und mechanische Zusammenabhänge. Und die NPR Gemeinde liebte die beiden Brüder, gerade weil sie anders waren, weil sie lockerer rüberkamen, weil sie lauthals auch über sich selbst lachen konnten. Als Hörer wurde man schlichtweg mitgerissen.

2012 beendeten sie ihre Live-Anruf Show, doch NPR wiederholte einfach alte Sendungen, die Show blieb populär. Nun ist Tom Magliozzi im Alter von 77 Jahren an „Komplikationen der Alzheimer Erkrankung“ gestorben, wie es heißt. Damit verliert die amerikanische Radiolandschaft einen der lockersten Moderatoren, einen Menschen mit Sinn für Humor.

Meine Freundin vom DeutschlandRadio hörte sich damals die Sendung ganz an. Sie verstand anfangs nicht viel vom Bostoner Dialekt, aber sie mehr und mehr angetan von der ganz anderen öffentlich-rechtlichen Radiostimme. Doch sie meinte, das würde nie in Deutschland funktionieren….eigentlich schade, denn das Lachen von Tom Magliozzi war einfach nur ansteckend.

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Blick auf Ronald Reagan

Ron Reagan hat ein Buch über seinen Vater geschrieben. „My father at 100“, veröffentlicht bei Viking Publishers. Darin schreibt der Sohn, dass er glaubt, sein Vater habe schon in seinen Jahren im Weißen Haus mit Alzheimer zu kämpfen gehabt. Doch damals habe niemand die Zeichen erkannt. Erst 1994, also vier Jahre nach dem Ausscheiden Reagans, wurde die Diagnose gestellt.

Ronald Reagan, 1985Ron Reagan erinnert sich, dass sein Vater bereits 1984 Erinnerungslücken hatte, die man auch schon in den TV Debatten gegen seinen Herausforderer Walter Mondale deutlich erkennen konnte. 1986, so Reagan Junior, habe sein Vater beim Überfliegen von Canyons nördlich von Los Angeles, deren Namen nicht mehr gewußt, obwohl er sie in- und auswendig kannte. Ron Reagan ist sich sicher, dass sein Vater bereits zu diesem Zeitpunkt etwas geahnt habe. Wenn er damals schon die Diagnose gehabt hätte, wäre er sicherlich zurück getreten.

Allerdings, so Reagan weiter in seinem Buch, dürfe diese Erkenntnis keinen Schatten auf die Präsidentschaft seines Vaters werfen. Vielmehr müsse man erkennen, dass Präsidenten keine Übermenschen sind, „wir votieren für Menschen mit all ihren Schwächen, psychologisch und physiologisch“.