Die Christliche Rechte steht zu Trump

Im Wahlkampf 2008 reiste ich in den „Bible Belt“, um dort christlich-konservative Radiosender zu besuchen. Ich wollte wissen, wie sie sich damals im Wahlkampf positionierten. Nach acht Jahren George W. Bush war der Kandidat Mitt Romney auf der republikanischen Seite nicht unumstritten und relativ spät setzte sich Barack Obama gegen Hillary Clinton durch. Und Clinton war das rote Tuch für die Christliche Rechte im Land. Seitdem verfolge ich, was Organisationen, wie „American Family Radio“ und die dazugehörige Association verbreiten. 2016 im Wahlkampf griff ich das Thema erneut auf, denn was mich verwunderte, war, dass die Christliche Rechte sich für Donald Trump einsetzte. Jenen Kandidaten, der mehrfach geschieden war, der eigentlich so gar nicht in das Bild eines „christlichen“ Kandidaten passte:

Fundamentalismus in den USA     

Donald Trump wurde Präsident auch und vor allem durch die Unterstützung der Fundamentalisten in den USA. Und die stehen nach wie vor zu ihm, verteidigen jeden seiner Schritte und auch jeden seiner Fehltritte. Wie auch heute wieder. Täglich wird mir der Rundbrief vom „OneNewsNow News Desk“ der „American Family Association“ zugeschickt. Und in aktuellen Ausgabe geht der Autor Michael Brown auf Trumps Tweets ein, dass doch die vier Abgeordneten der Demokraten, Ayanna Pressley (Mass.), Rashida Tlaib (Mich.), Alexandria Ocasio-Cortez (N.Y.) und Ilhan Omar (Minn.), in die Länder zurückgehen sollten, aus denen sie gekommen sind. Die vier Frauen sind alle „women of color“, drei von ihnen wurden in den USA geboren, eine, Ilhan Omar, kam als Kind mit ihrer Familie aus dem Bürgerkriegsgebiet in Somalia und wurde als Teenager eingebürgert.

Die Tweets und die Kommentare dazu von Donald Trump sind durchaus rassistisch einzustufen. Die Mehrheit der Kommentatoren sieht das so, die Demokraten sehen das so. Bei den Republikanern sieht das schon anders aus. Senator Lindsay Graham sagte zwar auf „Fox and Friends“, der Morgensendung auf FoxNews, dass Trump sowas nicht sagen sollte, aber die Angesprochenen seien ja eh „Kommunisten“ und hassten Israel und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Auch die Christliche Rechte verteidigt den Präsidenten. Zwar seien die Tweets „inkorrekt“ gewesen, so Michael Brown im „OneNewsNow“ Rundbrief, da ja drei der Abgeordneten von Geburt an Amerikanerinnen seien. Auch seien sie „unangebracht“, da ja Trump der Präsident aller Amerikaner sei. Doch, so Brown, habe Trump ja nicht einfach gesagt, die vier sollten sich vom Acker machen und dort bleiben „wo sie herkamen“. Nein, Brown betont, der Präsident habe ja geschrieben, wenn sie diese Länder auf Vordermann gebracht haben, könnten sie ja wieder zurück kommen und zeigen, wie sie das gemacht haben. Und so etwas würde kein Rassist sagen, so der Kolumnist Michael Brown. („…a racist would not say, „Then come back here once you help fix these other countries.“) Wenn man das nun weiterspinnt, dann vertritt Brown hier tatsächlich die These, dass Donald Trump nur vorgeschlagen habe, dass die vier Abgeordneten der Demokraten quasi eine Lehrzeit in Somalia, Palästina, Puerto Rico, USA – die Herkunftsländer ihrer Familien (!) – absolvieren und mit ihren Erfahrungen dann die US Regierung beraten sollten.

Das nenne ich dann schon eine leichte Verdrehung der eigentlichen Aussage von Präsident Donald Trump. Aber, die Christliche Rechte muss ja den man weiterhin unterstützen, den sie in Amt und Würden gehoben hat, den sie als Retter von „God’s Country“ ansieht. Ich bin nun mal so richtig gespannt auf weitere Verzwirbelungsargumente im kommenden Wahlkampf, denn egal was Trump auch sagt, wen er auch beleidigt, was er auch verdreht, die fundamentalistischen Christen in den USA finden eine Erklärung.

Die christliche Rechte in den USA

Christliche Fundamentalisten im Wahlkampf     

Ihren Wunschkandidaten bekommen sie nie, aber egal wer es auch ist, alles und jeder ist für sie besser als Barack Obama. Die christlichen Fundamentalisten im Land schalten sich regelmäßig in den amerikanischen Wahlkampf ein. Und zwischen den Wahltagen verbreiten sie lautstark ihre Moralvorstellungen. Die Programme des „American Family Radio“ Networks in Tupelo, Mississippi werden auf Hunderten von Stationen in den USA ausgestrahlt. Einen Kandidaten dürfen die christlichen Radiomacher nicht direkt unterstützen, aber sie können ihren Hörern verkünden, für was der oder der Kandidat steht. Der Mormone Mitt Romney ist sicherlich nicht ihr Wunschkandidat, doch in diesem Jahr schluckt man eher die bittere Pille, als vier weitere Obama Jahre. Dazu ein aktueller Audiobeitrag.

Amerika und die christliche Rechte

Vor vier Jahren reiste ich im Wahlkampf nach Tupelo, Mississippi. Dort im tiefsten Süden ist die Zentrale der „American Family Association“. AFA betreibt „American Family Radio“, ein christliches Network, das über rund 200 Stationen, zumeist in den Südstaaten, ausgestrahlt wird. Obwohl dieses christliche Radio als gemeinnützig und damit unpolitisch eingestuft wird, machen die Betreiber Politik. Ganz offen greifen sie jeden an, der homosexuelle Veranstaltungen, Initiativen oder Organisationen unterstützt. Lediglich den Namen des zu wählenden Kandidaten sagt man nicht, also, so die Meinung der Radiomacher, verstoße man auch nicht gegen das Gesetz.

Damals vor vier Jahren wurde mir von AFA und AFR Gründer Donald Wildmon klar gemacht, dass man bei den Demokraten mit Hillary Clinton und Barack Hussein Obama (Hussein wurde und wird immer wieder in seinem Namen betont) als Kandidaten, die Wahl zwischen Pest und Cholera habe. Auch der GOP Kandidat John McCain fiel bei den Fundamentalisten durch. Vor vier Jahren unterstützte Don Wildmon und sein AFR den Prediger und früheren Gouverneur Mike Huckabee.

Vier Jahre später. Barack Obama wird täglich über das Radio Network von AFR angegriffen. Mehr als eine Million Hörer werden Tag für Tag mit den Programmen erreicht. Hinzu kommen Rundbriefe, die zusätzlich noch einmal mehrere Millionen Leser haben. Dann noch Fernsehproduktionen und sogar ein eigenes Filmstudio, das gegründet wurde, um christilche Familien nicht dem „Schund aus Hollywood“ auszusetzen. AFA verfolgt ein Ziel, die Lehren der Bibel sollen die amerikanische Politik bestimmen. Und dafür ist als erster Schritt die Abwahl von Präsident Obama notwendig. Wildmon und seine Mitstreiter wissen, dass die republikanische Partei sie braucht. Von daher war es kein Wunder, als AFR Moderator Bryan Fisher umgehend in seiner Sendung „Focal Point“ gegen den Sicherheitsberater des GOP Kandidaten Mitt Romney wetterte. Der hatte Richard Grenell für seinen Wahlkampf engagiert, doch Grenell ist ein bekennender Homosexueller. Das ging natürlich für Fisher und die anderen AFR Moderatoren nicht. Wenn man täglich gegen den „homosexual lifestyle“ wettert, kann doch nicht einfach ein Berater des GOP Kandidaten offen schwul sein. Das war und ist nicht tragbar und mußte verhindert werden. Romney und seine Partei erkannten das schließlich auch, denn im November muß man sich darauf verlassen können, dass Leute wie Fisher die Hörer zu den Wahlurnen ruft. Richard Grenell nahm nach einer Woche im Amt seinen Hut.

Mitt Romney ist sicherlich nicht der Wunschkandidat der „American Family Association“ und ihres Grüners Don Wildmon. Rick Santorum war der Kandidat der christlichen Fundamentalisten, doch der fiel bei den Wählern durch. Stattdessen also Romney. Ein bitterer Beigeschmack, doch allemal besser, als der „Sozialist“ und Islam geschulte Barack Hussein Obama. Also fordert man die Hörer und Leser und Zuschauer des AFA Imperiums dazu auf, sich quasi eine Wäscheklammer auf die Nase zu klemmen und vor den Namen des Angehörigen einer christlichen Sekte, wie es die Mormonen für weite Teile der christlichen Fundamentalisten in den USA sind, das Wahlkreuz zu machen.

Hauptsache nicht Obama, doch bei Schwulen und Lesben versteht man im AFA Kreis keinen Spaß. Das hat Romney nun auch erkennen müssen. Doch die Geister, die er rief….Mitt Romney wird sich im Falle eines Wahlsieges daran erinnern müssen, wer ihn ins Oval Office gebracht hat.