Made in America

Präsident Donald Trump ruft die „Made in America“ Woche aus. Ausgerechnet jener Mann, der viel Geld mit der Auslagerung der Produktion für seine Produkte gemacht hat. Auch seine Tochter Ivanka Trump hat sich eine goldene Nase mit ihrer Modereihe verdient, denn Ivanka lässt in Indonesien, Vietnam, China und Mexiko nähen. Die Trumps zahlen gerne Hungerlöhne in Südostasien und Mittelamerika für ihre überteuren Klamotten, Hauptsache „Trump“ steht drauf.

Anders macht es da das kleine, aber feine Modelabel „American Giant„. T-Shirts, Shorts und Sweat-Shirts, die in den USA von Anfang bis zum Ende hergestellt werden. „High Quality“ und das zu einem fairen Preis. Ja, man zahlt mehr dafür, aber der gesamte Produktionsprozess findet in den USA, im eigenen Land, statt.Faire Löhne, weniger Belastung für die Umwelt, sichere Arbeitsplätze.

Trump redet und erklärt, die Rahmenbedinungen seien in den USA nicht gegeben, deshalb müsse er jetzt alles ändern, dann könnten er  und seine Tochter auch „Made in USA“ anbieten. Darüber kann man bei „American Giant“ nur lachen. Die Headquarters sind in San Francisco, südlich der Market Street zu finden. Von Anfang an galt, produziert wird hier. Genäht wird an verschiedenen Orten in den USA. Eine Nähhalle von „American Giant“ konnte ich südlich von San Francsico selbst besuchen. Über meinen Besuch bei der kleinen Firma produzierte ich bereits vor einigen Jahren einen Radiobeitrag, den man hier hören kann, von Trump war damals noch nicht die Rede. „American Giant“ ist (noch) nicht die große Marke, aber die Produkte sind mehr als konkurrenzfähig, qualitativ hochwertig und eben quasi vor der eigenen Haustür gefertigt. „Think globally, buy locally“, ein Grundatz, von dem Donald Trump noch weit, weit entfernt ist.

 

Made In USA ist „in“

Made in USA     

Seit Anfang der 90er Jahre verfolge ich intensiv, was in den USA vor sich geht. Ein Trend wurde dabei immer deutlicher, die amerikanische Konsumgesellschaft hatte das Motto „Geiz ist Geil“ verinnerlicht. Mit Preisen, die schon lächerlich waren, mit Aktionen „Buy one, get one free“, oder mit „Buy now, pay later“ wurden die Käufer angelockt. Es mußte immer billiger sein, die Gewinne für die Aktionäre dagegen immer höher. Das konnte nur mit einer Verbilligung der Produktion erreicht werden.

Also setzte man auf das „Outsourcing“, sprich man verlagerte die Produktionsstätten von Ohio bis Alabama, von Pennsylvania bis Texas kurzerhand über die Grenze nach Mexiko. Denn dort ließ es sich deutlich billiger produzieren. Als die fünf Dollar Tageslohn für eine Arbeiterin und einen Arbeiter für die US Firmen zu viel wurden, zog man weiter. Guatemala, Ägyypten, China, Vietnam…

Was vor ein paar Jahren noch undenkbar war, trifft nun jedoch ein. Dank aufgeschlossener Käufer, die wieder auf Qualität, auf gerechte Bezahlung, auf Umweltverträglichkeit setzen. Immer mehr Firmen spüren den Druck und die Nachfrage nach Produkten „Made in USA“. Apple, Google und andere wollen wieder mehr in den Produktionsstandort USA investieren. Doch was viel interessanter ist, im Laufe der letzten zwei Jahre haben sich unzählige kleine Unternehmen gebildet, die den neuen Trend der Zeit erkannt haben. Sie produzieren vor Ort und bieten ihre Produkte direkt und ohne Umwege über Groß- und Einzelhandel den Käufern an. Das Online Shopping ist nicht nur für den Marktriesen amazon interessant. Zwar kosten die lokal und regional produzierten Artikel mehr, doch es gibt in den USA wieder eine Alternative für Konsumenten, die lange Zeit nicht mehr existierte.

Eine dieser „Start-up“ Firmen habe ich diese Woche im Mission Distrikt von San Francisco besucht. American Giant ist eine junge Bekleidungsfirma, gerade mal ein Jahr alt. Doch schon jetzt wird das Kleinunternehmen in höchsten Tönen gepriesen. American Giant produziere das „beste Sweat Shirt aller Zeiten“, hört man immer wieder. Und verkauft wird nur über die eigene Webseite.

Ich sprach mit American Giant Gründer Bayard Winthrop über seine Firma und den neuen Trend „Made In USA“. Dazu der aktuelle Audiobeitrag.