Occupy Oakland ein Alptraum

Eigentlich ist Oakland eine schöne Stadt. Direkt an der San Francisco Bay gelegen mit Blick aufs Golden Gate, nette und historische Stadtteile, viel Grün, multikulturell und vielseitig. Doch Oakland ist seit Jahren in den Schlagzeilen. Die hohe Mordrate, Armut und soziale Probleme sind nicht gerade eine gute Werbung für die Stadt.

Und nun eben auch noch Occupy Oakland. Was in New York an der Wall Street begann, breitete sich schnell übers ganze Land aus. Öffentliche Parks wurden besetzt, Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit lautstark  geäussert „wir sind die 99 Prozent“. Doch irgendwas lief schief. Eine weltweit beachtete Protestaktion mit der erfolgreichen Blockade des Hafens von Oakland stieg anscheinend einigen Protestlern zu Kopf. Denn danach gab es nur noch Chaos. Demonstrationen und Hausbesetzungen wurden aufgelöst, immer wieder kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Am Samstag dann der vorläufige Höhepunkt. Rund 1000 Demonstranten marschierten durch die Innenstadt, zuerst friedlich. Dann kam es zu Konfrontationen, als eine Gruppe von Protestierenden ein seit Jahren leerstehendes Gebäude besetzen wollte. Es sollte das „Headquarter“ der Occupy Bewegung werden. Bürgermeisterin Jean Quan hatte schon vorher deutlich gemacht, dass kein Grundstück und kein Gebäude besetzt werden darf.

„All hell broke loose“.
Die Polizei schritt ein, drängte die Demonstranten zurück und Stunden der Gewalt begannen. Einige der „Occupados“ drangen sogar ins Rathaus ein, schmissen eine Vitrine mit einer historischen Nachbildung der „City Hall“ um, rissen die kalifornische und die amerikanische Fahne von der Wand, um sie anschließend auf den Stufen des Rathauses anzuzünden. Die Einsatzkräfte in der Stadt mußten sogar noch Unterstützung von 14 weiteren Polizeieinheiten aus umliegenden Gemeinden anfordern. Auf die fast bankrotte Stadt rollt damit erneut eine riesige Rechnung zu.

Am Ende standen 400 Verhaftungen, verletzte Polizisten und Demonstranten, ein noch nicht abzusehender materieller Schaden, ganz zu schweigen von einem demolierten Ruf für „meine“ Stadt. Interessant auch, dass es übers Wochenende gleich fünf Morde gab, zahlreiche Einbrüche und Diebstähle. Die Polizei jedoch mußte sich auf den Einsatz gegen Occupy Oakland konzentrieren und vertröstete viele Anrufer nach Straftaten auf den Montag. „That’s also the American Way“.