Happy 4th of July

Amerika feiert heute seinen „Independence Day“. Ein großer Tag, überall gibt es BBQ und Feuerwerk, viel Bier fließt und an so einigen Häusern werden die „Stars and Stripes“ gehisst. In den Reden der Politiker wird von der Größe und Einheit Amerikas gesprochen. Donald Trump faselt von „America First“, was eigentlich genau das ist, was dieser Tag nicht ausdrückt.

Das wurde mir gerade wieder bewußt, als ich mit meinem Hund durch die Nachbarschaft spazierte. Ein ruhiger Morgen, so, wie ein Sonntagmorgen in St. Leonhard, wo ich aufwuchs. In meiner Nachbarschaft hier leben Menschen mit Wurzeln aus aller Welt: Norwegen, Serbien, Deutschland, Irland, Italien, China, Indien, Korea, Mexiko. Die Welt trifft sich einer amerikanischen Stadt wie Oakland und macht daraus etwas ganz besonderes. Klar, auch hier gibt es die normalen Probleme. Amerika ist nicht „God’s Country“, nicht auserwählt, hier fließt nirgendwo Milch und Honig, es ist nicht perfekt. Irgendwo im Land trifft man immer auf Vorurteile und Rassismus. Und doch die Vielgesichtigkeit dieser Gesellschaft fällt mir immer wieder auf, gerade dann, wenn ich irgendwo bin, wo ich nur „Weiße“ um mich herum habe.

Amerika ist ein Land von Immigranten, legal und illegal. Von Menschen, die hier ankamen, etwas suchten, es fanden, sich ein neues Zuhause, ein neues Leben aufgebaut haben. Der Großteil von ihnen musste dafür hart arbeiten, die Knochen herhalten, sich nicht unterkriegen lassen. Diese Geschichten habe ich immer und immer wieder von  Einwandern gehört, die von überallher in die USA kamen. Sie erhielten nicht vom Vater 200 Millionen Dollar als Startkapital ausgehändigt. Sie fingen bei Null an, reden daher auch nicht von „America First“, denn sie wissen für was dieses Land wirklich steht, gerade auch an diesem 4. Juli 2017. Die Mehrheit der Amerikaner glaubt an die Vereinigten Staaten von Amerika, daran dass hier Menschen friedlich mit- und nebeneinander leben können. Das drückt dieser „Independence Day“ für mich aus. „Happy 4th of July!“