6 Tote, 12 Verletzte

Tucson, Arizona ist nicht gerade eine hippe Stadt. Irgendwo da unten gelegen, nicht weit von der mexikanischen Grenze entfernt. Doch nun kennt man die Gemeinde. Der Anschlag auf die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, der sechs Menschenleben kostete und 12 weitere verletzte, schockiert die USA. Doch warum eigentlich? Auch wenn der Amokläufer nicht ganz bei Sinnen war, wie es sich immer mehr herausstellt, so ist die Tat doch auch ein Bildnis dafür, wie gefährlich mittlerweile Politik in den USA geworden ist. Alleine im letzten Jahr haben Abgeordnete dreimal so viele Drohungen erhalten, wie noch im Jahr zuvor.

Man will an dieser Stelle niemandem einen konkreten Vorwurf machen, doch in den letzten Monaten wurde die Stimmung unnötig angeheizt. Die Fronten zwischen den Parteien verhärteten sich, politische Beobachter sprachen von einer Radikalisierung einiger Teile der Opposition. So hatte zum Beispiel Sarah Palin im letzen Jahr auf ihrer Facebookseite eine Liste von Kandidaten, die nicht wiedergewählt werden sollten, mit einem Fadenkreuz markiert. Darunter auch der Name von Gabrielle Giffords.

Niemand unterstellt Palin, dass sie damit das Abschießen der Abgeordneten meinte. Doch Tatsache ist, dass in einem Land mit viel zu vielen Waffen im Umlauf auch genügend selbstherrliche, gemeingefährliche und verblendete Narren solche Worte und Aussagen allzu ernst nehmen. Man kann nur hoffen, dass die Worte des neuen Sprechers des US Kongresses, der Republikaner John Boehner, gehört werden: „Ein Attentat auf einen der dem Land dient, ist ein Attentat auf alle, die dienen“. Der politische Diskurs in den USA muß einen neuen Rahmen erhalten.

Das Trauma Amerikas – ein Audiobericht

Amerika, neun Jahre nach den Terrorangriffen:

Ein Audiobericht     

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