Romney soll kandidieren

Nein, nicht Mitt, sondern seine Frau Ann ist die Wunschkandidatin der Republikaner in Massachusetts. Der frühere und bekannte GOP Senator Scott Brown erklärte, er werde nicht für die Vorwahlen am 30. April und somit auch nicht für die Sonderwahl am 25. Juni zur Verfügung stehen, um den Sitz von nun Außenminister John Kerry zu füllen. Brown erklärte in einer Stellungnahme, er sei müde von all den parteipolitischen Kämpfen und werde nicht kandidieren. Erst 2010 war er in einer Sonderwahl nach dem Tod von Ted Kennedy in den US Senat gewählt worden, verlor allerdings bei regulären Wahl im November gegen die Demokratin Elizabeth Warren.

Die GOP Führung in Massachusetts mußte nun auch eingestehen, dass man über diese Entscheidung mehr als überrascht sei und nun schnellstmöglich einen geeigneten Kandidaten suche. „Unsere Reihen sind nicht so gefüllt“, meinte ein Offizieller und erklärte, er habe schon mehrere Anrufe erhalten, in denen er aufgefordert wurde Ann Romney für eine Kandidatur zu gewinnen.

Ann Romney, die Frau des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, hatte viele in der Partei durch ihre angenehme Art, ihren persönlichen Kampf gegen Multiple Sklerosis und ihren Einsatz für ihre Familie überzeugt. Nur wenige Monate nach der verlorenen Präsidentschaftswahl könnte die GOP damit mit einem frischen und allseits bekannten Gesicht in die wichtige Senatswahl gehen. Offen ist noch, wie sich Ann Romney zu diesem Vorschlag verhalten wird.

Love Parade in Florida

Man, man, man….das ist schon ein Lovefest in Tampa, Florida. Alle lieben Mitt, der Retter der Nation. Nur komisch, anscheinend kann sich niemand mehr an den Vorwahlkampf der Republikaner erinnern? Da war Mitt Romney ein Paria. Der Superreiche, der keinen Bezug zum amerikanischen Mittelstand, keine Ahnung von den Alltagsproblemen des Normalsterblichen US Bürgers hat. Er fühle sich verbunden zu den Autobauern in Detroit, so Romney bei einem Besuch bei General Motors, denn seine „Frau fahre auch zwei Cadillac“. Solche Sprüche zeigten nur zu deutlich, in welcher Welt Mitt Romney lebt.

Alles vorbei, alles vergessen. Selbst die christlich-fundamentalistische Basis beißt sich auf die Lippen. Ein „Sekten“ Mormone im Weißen Haus ist noch immer besser als der Sozialist Obama. So ungefähr läßt sich deren Einknicken in Sachen Romney erklären, denn im gesamten Vorwahlkampf setzten sie auf die falschen Kandidaten. Und dann war Schluß mit Wählen, Mitt durch und sie standen da, rieben sich die Augen und wunderten sich, wie es nun dazu kommen konnte.

Nun also beginnt die Liebeskampagne mit der Partei, die nicht so richtig will. Ehefrau Ann Romney erzählt auf dem Parteitag aus dem Familienleben. Die Romneys hätten ja auch harte Zeiten durchgemacht, von daher….Klar, ein Romney wie du und ich. Und dann Chris Christie, Gouverneur von New Jersey. Er gibt den Einheizer „stand up with me“, aber auch er vermeidet die direkten Angriffe auf Präsident Obama. Vielmehr wirbt er um die Unterstützung der Basis für den Kandidaten Mitt Romney. Man wird das Gefühl nicht los, dass in der GOP nur die wenigsten so richtig zufrieden mit ihrem Mann im Rennen ums Weiße Haus sind. Halten wir es daher mit dem Motto der Love Parade „Friede, Freude, Eierkuchen“….sorry, Pancakes!

Michelle gegen Ann

Ein aktueller Audiobericht zum Thema:

Michelle Obama vs. Ann Romney     

Barack Obama und Mitt Romney bekappeln sich tagein tagaus, das geht auch noch ein paar Monate so weiter. Und wenn die in Florida wieder Mist machen mit Wahlzetteln und Auszählungen – was man durchaus von Florida erwarten kann – dann zieht sich die Wahl noch länger hin.

Interessanterweise stehen hinter den beiden Kandidaten zwei charismatische Frauen wie ein Fels in der Brandung. Die eine gräbt mit Kindern den Garten des Weißen Hauses um und pflanzt Broccoli und Paprikaschoten und macht auch noch so einige Fernsehmoderatoren im Liegestützen nass. Die andere hat fünf Söhne groß gezogen und schaltet trotz Erkrankung an Mulitpler Sklerose und Krebs keinen Gang zurück. Beide stehen zu ihren Männern und unterstützen sie wo immer es nur geht.

Michelle Obama und Ann Romney stehen im Rampenlicht und gehen beide auf ihre Art gekonnt und zum Teil sehr persönlich damit um.

„Mommy War“

„Mommy War“. Nein, das ist nicht der neueste Horrorstreifen, in dem sich ägyptische Mumien bekriegen und auch nicht ein Film über wild umeinander prügelnde Hausfrauen auf dem Spielplatz ihrer Kleinen. „Mommy War“ ist amerikanische Politik, das Herzstück des Wahlkampfs. Es geht um die Mütter, um die Frauen, darum, ob der smarte Amtsinhaber mit seinen erneuten Versprechungen mehr auf seine Seite bringen kann, oder ob es der gegelte Herausforderer und frühere Gouverneur schafft, eine sicher geglaubte Wählerbasis der Demokraten anzuzapfen.

Barack Obama organisiert eine Frauenkonferenz und macht den anwesenden Damen dort klar, dass nur er Gleichberechtigung am Arbeitsplatz und in der Bezahlung schaffen kann. Wenn denn der Teufel von der anderen Partei gewählt werden würden, dann, ja dann würden die Frauen wieder zurück an Heim und Herd geschickt werden. KKK, Kirche – Küche – Kinder…. Das ist jetzt übertrieben, aber wenn man den Demokraten so zuhört, dann meint man wirklich, es gehe in diesem Wahlkampf um Fortschritt oder Reaktion. Hier die selbstbewußte und lachende Frau, die gekonnt Karriere und Familie jonglieren kann. Dort das traurige Trutchen mit Kittel und Kopftuch, das artig den Haushalt führt und abends mit den Pantoffeln auf ihren Brotverdiener wartet; „Wie war Dein Tag, Schatz?“.

Aber die Demokraten sind auch bekloppt. Die demokratische Beraterin Hilary Rosen hat sich in einem CNN Interview weit aus dem Fenster gelehnt und auf Angriff geschaltet. Dabei hat sie nicht richtig nachgedacht und mit ihrem Statement eine politische Lawine losgetreten. Eigentlich hat sie ja recht, wenn sie sagt, Ann Romney, die Frau des GOP-Kandidaten, sei sicherlich kein Musterbeispiel für eine Frau, die jeden Tag kämpfen muß. Ann Romney habe nie gearbeitet und konnte problemlos als Mutter daheim bleiben. Ihr Mann ist Supermillionär und mal ganz ehrlich, Ann Romney wird nicht fünf Jungs alleine groß gezogen und den Haushalt im Villenviertel geschmissen haben. Was Rosen sagen wollte, Ann Romney ist privilegiert und sie muß sich neben der Aufgabe als Mutter sicherlich nicht um Rechnungen sorgen machen, darum, dass die Kinder satt werden, zur Schule gehen, eine Zukunft haben, wie es heute viele alleinerziehende amerikanische Mütter tun müssen.

Rosens Kommentar klang allerdings so, und wurde auch so vom politischen Gegner ausgelegt, als ob sie die Aufgabe einer Mutter als banal abtut. Und der Sturm folgte umgehend. Hillary Rosen spreche für die Demokraten, meinten die Republikaner. Hier eine Frauenkonferenz, dort die Rolle der Mutter zu belächeln. Ein Unding sei das, typisch scheinheilige Demokraten. Schnell waren Obamas Leute auf Schadensbegrenzung aus und distanzierten sich von Rosen, die spreche nicht für Barack Obamas Partei. Sogar Michelle Obama twitterte durch die Gegend. Der „Mommy War“ war geboren, der Kampf um die wählende „Soccer Mum“. Die Frauen entscheiden, welcher Mann als nächstes im Weißen Haus sitzen wird.

Politik in Amerika ist schon seltsam. Doch dieser aufgekochte Konflikt zeigt nur, dass die kommenden Monate heftig werden. Der Wahlkampf wird dreckig und brutal, fies und unter der Gürtellinie geführt.