Der Mann im Mond

„That’s one small step for man, one giant leap for mankind.“ Diese Worte von Neil Armstrong am 20. Juli 1969, als er als erster Mensch den Mond betrat, drücken heute so viel mehr aus. Es zeigt die Größe Amerikas, aber auch die Verbundenheit mit der internationalen Gemeinschaft. Es zeigt aber auch, wie demütig dieser Amerikaner in diesem großen Moment für sein Land und für die ganze Welt war. 50 Jahre ist das nun her. Der Ton hat sich verändert.

Nichts aus der Geschichte gelernt. Foto: Reuters.

Es ist heute schwer vorzustellen, wie in so einem historischen Augenblick Bescheidenheit gezeigt werden kann. Gerade und vor allem auch, weil an der Spitze dieses Landes ein Mann steht, der so etwas nicht kennt. Donald Trump ist ein Großmaul, ein Angeber, ein Lügner, ein Egozentriker, ein Rüpel. Beispiele für jeden dieser Begriffe gibt es genügend, die müssen hier nicht wieder und wieder aufgeführt werden. Es langt eigentlich, wenn man Donald Trump in dieser vergangenen Woche betrachtet, das was er getweetet, das was er gesagt hat. Demut kennt er nicht.

Dieser Satz von Neil Armstrong auf der Mondoberfläche ist einer der ganz großen, historisch bedeutenden Worte in der Menschheitsgeschichte. Und er kam zu einer Zeit, als es eine Aufbruchstimmung gab. Die Mondlandung zeigte, was nicht nur vorstellbar war, sondern auch was realisierbar ist. Solch ein technischer Sprung in einer so kurzen Zeit. Und dazu eine Nation, die das ausführte. Der „American Dream“ wurde hier gelebt. Heute ist das nahezu undenkbar, zumindest mit diesem Präsidenten, der zwar immer wieder betont, er vertrete Amerika, die amerikanischen Werte, „America First“. Doch Trump ist nicht der Präsident aller Amerikaner. Er ist machtbesessen, regiert nur für seine Basis, er liefert seinen Unterstützern genau das, was sie hören wollen. Ohne Rücksicht auf Verluste, auch das hat diese Woche gezeigt. Um zu punkten öffnet er sogar die Giftkammer der Politik und greift Andersdenkende mit primitivsten Äusserungen an. Klasse hat dieser Präsidente nicht. Seine rassistisch gröhlenden Anhänger beschreibt er als „wunderbare Patrioten“. Das ist Amerika 2019. In 50 Jahren hat sich viel verändert. Von der einstigen Demut ist nicht mehr viel übrig geblieben. Auch daran sollte man an diesem Jubiläumstag denken.

40 Jahre Mondlandung

Vor 40 Jahren landete Apollo 11 auf dem Mond und zwei Männer stiegen aus. Neil Armstrong und Buzz Aldrin. Nach ihrem historischen “Moonwalk” und der Rückkehr auf die Erde, wurde die Raumkapsel von der USS Hornet aus dem Pazifik gefischt. Der ausgemusterte Flugzeugträger liegt heute im Hafen von Alameda, gleich gegenüber von San Francisco und ist zu einem schwimmenden Museum umgerüstet. Jedes Jahr zieht es tausende von Menschen an, die durch die engen Gänge der Hornet laufen, sich über die Kämpfe zu Kriegszeiten informieren, sich von Veteranen Geschichten erzählen lassen und eben auch die historischsten Stunden des Seekolosses mitnehmen: Die Bergung der Apollo 11 Raumkapsel.
Gestern wurde der 40. Jahrestag der Mondlandung gefeiert. Buzz Aldrin kam und erzählte von diesen ersten Schritten auf dem Erdtrabanten. Das Flugdeck war restlos mit Menschen gefüllt, die seinen Erzählungen und seinem Ruf nach einer weiteren Weltraummission Amerikas lauschten. Aldrin stellte sein neues Buch “Magnificent Desolation: The Long Journey Home from the Moon” vor.
Darin beschreibt der Astronaut sein Leben. Er litt nach der Rückkehr unter Depression und Alkoholismus, konnte sich einfach nicht mehr einordnen. Er fand für sich keinen Platz, denn alle wollten vor allem mit Armstrong sprechen, der für die Menschheit der Mann auf dem Mond war. Aldrin? Kenne ich nicht! Aldrin schlug sogar einmal einen Mann nieder, als der anzweifelte, dass Aldrin überhaupt auf dem Mond gewesen war.
Buzz Aldrin hat nun seinen Platz gefunden und stellte am Samstag auch kurz sein Rap-Video vor, das er mit Will Ferrell und Snoop Dogg eingespielt hat.