San Francisco wird vergoogelt

Das hatten wir schon mal. Als ich 1992 für ein Jahr in San Francisco lebte gab es unzählige von Kneipen, Clubs und schrägen Galerien. Die Mission Gegend war ein Zentrum der Subkultur. South of Market war ein Problemgebiet. Drogensüchtige, Obdachlose, Straßenprostitution und zwischendrin immer mal alte Garagen und Werkstätten, in denen Theatergruppen auftraten oder Kunstgruppen ihre Sicht der Dinge präsentierten.

Das gab es auch noch als ich Mitte 1996 ganz in die Bay Area übersiedelte. Auf kleinen Bühnen in irgendwelchen Spelunken spielte immer irgendein Musiker oder trug ein Feierabendpoet seine teils guten, teils grottenschlechten Gedankenergüsse vor.

Der große Einschnitt kam so 1999, als im Silicon Valley die Welt neu erfunden wurde. Hipster und Napster, Jungprogrammierer und Weitdenker kamen. Mit ihnen das Geld. Viel Geld. San Francisco veränderte sich. Damals sagte mir einer, der ganz nah an der Subkultur der “City By The Bay” war, die Stadt verliere ihre Seele. Vermieter kündigten ihren Mietern, um die gleiche Wohnung für ein mehrfaches an Dollar neu anzubieten. Apartmenthäuser wurden abgerissen, um sündhaft teure Lofts zu bauen. Alles, was nicht niet- und nagelfest war mußte weichen. Bürozentren und akzeptabler Wohnraum für die Cyber-Visionäre mußte her. Interessanterweise zog es viele von hier nach dort. Über die Bay nach Oakland und noch weiter nach Berlin. Dort gab es noch bezahlbare Freiräume und Möglichkeiten für Kulturschaffende.

Mit dem Platzen der High Tech Blase nach ein paar Jahren erlebte die Subkultur in San Francisco einen neuen Frühling. Irgendwie lief es wieder, es war wieder einiges möglich. Doch das ist nun auch wieder vorbei. Exklusive Restaurants, Food Trucks mit Essen aus aller Herren Länder, Tee- und Kaffeeläden mit ihren Soja-Lowfat-gut geschüttelt, dreimal umgerührt und koffeinfreien Heißgetränken…es geht wieder los. Und dann sind da die großen Firmen des Silicon Valleys: Google und Facebook, Apple und Genentech und all die anderen. Sie karren Tag für Tag ihre Arbeiter mit Superluxusbussen und WiFi Zugang von San Francisco zum Arbeitsplatz.

Nun haben Demonstranten einfach die Sache mal in die eigene Hand genommen und kurzerhand genau diese Busse blockiert. An den öffentlichen Haltestellen wohlgemerkt, wo sich die Firmen quasi eingekauft haben und an denen nun ihre Busse zur An- und Abfahrt ansteuern dürfen. Den Protestlern ging es um ein Zeichen, Aufmerksamkeit, was gerade in San Francisco passiert. Die Stadtteile verändern sich wieder, der Mietraum wird teurer, wieder ziehen Leute weg, die es sich nicht mehr leisten können. Und nun wird sogar der öffentliche Raum von den High Tech Giganten für ihre Zwecke genutzt. Genug scheint wohl dann auch mal genug zu sein. Immerhin kann man solche Proteste ja gut über die Social Networks von heute organisieren.

Made In USA ist “in”

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Seit Anfang der 90er Jahre verfolge ich intensiv, was in den USA vor sich geht. Ein Trend wurde dabei immer deutlicher, die amerikanische Konsumgesellschaft hatte das Motto “Geiz ist Geil” verinnerlicht. Mit Preisen, die schon lächerlich waren, mit Aktionen “Buy one, get one free”, oder mit “Buy now, pay later” wurden die Käufer angelockt. Es mußte immer billiger sein, die Gewinne für die Aktionäre dagegen immer höher. Das konnte nur mit einer Verbilligung der Produktion erreicht werden.

Also setzte man auf das “Outsourcing”, sprich man verlagerte die Produktionsstätten von Ohio bis Alabama, von Pennsylvania bis Texas kurzerhand über die Grenze nach Mexiko. Denn dort ließ es sich deutlich billiger produzieren. Als die fünf Dollar Tageslohn für eine Arbeiterin und einen Arbeiter für die US Firmen zu viel wurden, zog man weiter. Guatemala, Ägyypten, China, Vietnam…

Was vor ein paar Jahren noch undenkbar war, trifft nun jedoch ein. Dank aufgeschlossener Käufer, die wieder auf Qualität, auf gerechte Bezahlung, auf Umweltverträglichkeit setzen. Immer mehr Firmen spüren den Druck und die Nachfrage nach Produkten “Made in USA”. Apple, Google und andere wollen wieder mehr in den Produktionsstandort USA investieren. Doch was viel interessanter ist, im Laufe der letzten zwei Jahre haben sich unzählige kleine Unternehmen gebildet, die den neuen Trend der Zeit erkannt haben. Sie produzieren vor Ort und bieten ihre Produkte direkt und ohne Umwege über Groß- und Einzelhandel den Käufern an. Das Online Shopping ist nicht nur für den Marktriesen amazon interessant. Zwar kosten die lokal und regional produzierten Artikel mehr, doch es gibt in den USA wieder eine Alternative für Konsumenten, die lange Zeit nicht mehr existierte.

Eine dieser “Start-up” Firmen habe ich diese Woche im Mission Distrikt von San Francisco besucht. American Giant ist eine junge Bekleidungsfirma, gerade mal ein Jahr alt. Doch schon jetzt wird das Kleinunternehmen in höchsten Tönen gepriesen. American Giant produziere das “beste Sweat Shirt aller Zeiten”, hört man immer wieder. Und verkauft wird nur über die eigene Webseite.

Ich sprach mit American Giant Gründer Bayard Winthrop über seine Firma und den neuen Trend “Made In USA”. Dazu der aktuelle Audiobeitrag.

Jobs und die Jobs

Romney oder Gingrich, Paul oder Santorum. Der amerikanische Wahlkampf zeigt nicht nur den Richtungsstreit in der republikanischen Partei auf. Nein, auch der große Unterschied zwischen dem demokratischen und dem republikanischen Politikverständnis wird immer deutlicher. Erst vor ein paar Tagen sprach Präsident Barack Obama in seiner “State of the Union” Rede davon, jene Unternehmen steuerrechtlich zu bevorzugen, die in den USA produzieren lassen. “Jetzt ist es so, dass Firmen begünstigt werden, die Arbeitsplätze und Gewinne ins Ausland verlagern. Während Unternehmen, die in Amerika bleiben einen der höchsten Steuersätze in der Welt haben. Das macht keinen Sinn, jeder weiß das. Also, lassen sie es uns ändern”.

Klare Worte, die doch eigentlich auf eine breite und überparteiliche Resonanz stoßen sollten, gerade weil es um die Schaffung amerikanischer Arbeitsplätze geht. Doch die republikanische Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Der Gouverneur von Indiana, Mitch Daniels, hielt die traditionelle Gegenrede nach der “State of the Union” des Präsidenten. Darin warf Daniels dem Präsidenten vor, dieser verunglimpfe immer wieder Unternehmer und Unternehmen und schaffe das falsche Klima für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik. Anstelle der hitzigen Kommentare solle Obama lieber die Arbeitgeber machen lassen, das sei amerikanisch und im Sinne der Amerikaner. Und dann meinte der Republikaner: “Nehmen wir Steve Jobs, was für ein passender Name, er schuf mehr Arbeitsplätze als all die Förderdollars, die sich der Präsident geliehen und dann verprasst hat”.

Apple ist das erfolgreichste amerikanische Unternehmen, das stimmt. Allerdings kann man die Firma nicht gerade als Jobmaschine beschreiben, auch wenn ihr ehemaliger CEO Steve Jobs hieß. Nur 43.000 Arbeitsplätze hat Apple in den USA. Das ist nur ein Zehntel von dem, was General Motors hatte, als der Autobauer noch die Führungsposition als erfolgreichste US Firma inne hatte. Apple jedoch hat indirekt und weltweit eine Arbeitnehmerschaft von 700.000 Mitarbeitern. Die Firma aus Cupertino läßt vor allem in China produzieren. Der Grund ist klar, dort gibt es ganze Produktionsansiedlungen, sogenannte “Industrial Clusters”. “Man braucht eintausend Gummidichtungen, eine Million Schrauben? Kein Problem, die Fabrik ist gleich um die Ecke”, so beschrieb es ein früherer Apple Führungsmann. Und Jennifer Rigoni, frühere Apple Managerin und zuständig für die weltweite Produktionsabläufe, beschrieb den Standort China so: “Welche US Fabrik kann über Nacht 3000 Leute finden und sie davon überzeugen in Schlafsälen zu nächtigen?” Von einer Verantwortung des US Unternehmens für seine amerikanische Belegschaft kann also nicht gesprochen werden.

Die Rettung der amerikanischen Automobilindustrie durch die Obama Adminstration war nicht nur die Unterstützung der großen Automarken. Es war auch eine Förderung dieser “Industrial Clusters” im amerikanischen Heartland, denn viele kleine und mittelständische Betriebe haben sich um die Produktionsstätten der Autobauer angesiedelt. Die Zahlen sprechen für sich. Seit Beginn der Ausschüttung der Fördermittel für die Automobilindustrie ist in Michigan, der Hauptstandort der US Automobilindustrie, die Arbeitslosenquote um fast fünf Prozent gefallen. Die “Car Companies” produzieren wieder und ordern auch bei ihren Zulieferern im direkten Umfeld.

Der Wirtschaftsexperte Paul Krugman verweist bei dieser Diskussion immer wieder auf Deutschland. “Deutschland ist nach wie vor ein erfolgreicher Exporteur und das sogar mit hohen Arbeitnehmerkosten, die im Durchschnitt mit 44 Dollar pro Stunde viel höher liegen als die amerikanischer Arbeiter. Dieser Erfolg hat aber vor allem damit etwas zu tun, dass kleine und mittelständische Betriebe unterstützt werden – der berühmte Mittelstand.”

Die Republikaner wollen, dass sich der Staat aus allem raushält. Sie setzen auf die Ideen der Unternehmer und Visionäre: Laßt sie mal machen, die können das schon und der Markt reguliert sich am Ende selbst. Obama sieht das anders. Er ist ja auch “Sozialist”, wie es immer wieder aus dem GOP Lager heißt. Das ist lachhaft, doch Arbeitsmarktpolitik ist mehr als nur sagen zu können, die führenden und weltweit bekanntesten Unternehmen seien amerikanisch. Auf dem Papier wohlgemerkt, denn produziert wird woanders.

 

Steve Jobs Memorial

Am Sonntagabend veröffentlichte Apple Inc. auf seiner Webseite ein Video von der Trauerveranstaltung für Steve Jobs. Die Feier fand am Mittwoch im kalifornischen Cupertino statt. Weltweit wurden die Apple Stores geschlossen, damit die Mitarbeiter per Videozuschaltung dabei sein konnten. Unter den Rednern war auch der ehemalige Vize-Präsident und jetztiges Apple Inc. Board Mitglied Al Gore, musikalische Gäste Coldplay und Norah Jones.

Zu der Trauerveranstaltung waren weder Journalisten noch die Öffentlichkeit zugelassen. Mehr als eine Million Menschen haben sich unterdessen in das virtuelle Kondolenz-Album für Steve Jobs eingetragen.

Die offizielle Apple Inc. Trauerfeier für Steve Jobs kann man hier verfolgen.

Achtung, Zusatz von Apple: “Streaming video requires Safari 4 or 5 on Mac OS X Snow Leopard or Lion, Safari on iOS 3 or later, or QuickTime 7 on Windows”.

Protest am Grab

Über ihr iPhone (!) twitterte Margie Phelps, dass Steve Jobs nun in der Hölle sei, da wo er hingehöre. Jobs hätte nur sich selbst gedient und nicht Gott und dabei auch noch andere zur Sünde verführt. Aus diesem Grund werde sie und ihre Westboro Baptist Church an der Beerdigung des Apple Gründers lautstark protestieren. Margie Phelps ist die Tochter des selbsternannten Pastors Fred Phelps, der vor allem dafür bekannt wurde, an den Begräbnissen für gefallene GIs zu protestieren und die Toten als Gottes Rache für Homosexualität und Lotterleben zu beschimpfen.

Nun also ist es Steve Jobs. Die Nation, die gesamte Welt trauert über den Verlust des Computervisionärs und diese Splittergruppe von Hohlköpfen im Mantel der Religion läßt mal wieder von sich hören. Interessant ist dabei, dass Phelps selbst iPhone User ist und so quasi den angeblichen Höllenritt von Jobs mit unterstützt hat. Das schlimme bei allem ist, dass diese Gruppe von Extremisten vom höchsten Gericht der USA geschützt wird. Die hasserfüllten Aussagen, die Präsenz an Beerdigungen, das bewußte Herumtrampeln auf den Gefühlen anderer ist laut Verfassungsgericht als “Free Speech” geschützt.

Wenn überhaupt einer bei Luzifer vorbeischaut, dann ist es wohl Phelps und seine Sprösslinge, die verblendet von einem Rachegott sprechen, als ob wir hier noch in der griechischen Mythologie lebten

 

 

Zwei Eilmeldungen

Am Spätnachmittag kommen zwei Eilmeldungen über das iPhone App rein, die eigentlich genau das ausdrücken was im amerikanischen Medienspektakel schief läuft. Als erstes kommt die Nachricht, dass Sarah Palin die Hose voll hat. Nach langer Überlegung sei sie zu dem Entschluß gekommen, nicht ins Rennen um die republikanische Kandidatur einzugreifen. Kein Wort davon, dass sie eh keine Chance gehabt hätte, das Ruder rumzureißen, aber das ist typisch Palin. Die Zweijahresgouverneurin von Alaska redet viel, aber überzeugen kann sie nicht. Allein diese Meldung ihrer Nicht-Kandidatur ist so eine unnütze Verschwendung des Begriffs “Breaking News”. Damit wertet man eine Sarah Palin nur auf, die politisch bislang nichts erreicht hat.

Und dann kam die traurige Eilmeldung vom Tod des Apple Gründers Steve Jobs, jenem Mann, der mit seinen Ideen und seinen Visionen das Computerzeitalter maßgeblich beeinflußt hat. Ein Pionier in vielerlei Hinsicht, der Standards setzen konnte, der Veränderungen voran trieb, der Grenzen versetzte. Man denke dabei nur an den Erfolg des iPods und wie wir heute Musik hören. Apple war unter Jobs nicht nur Computerfirma, sondern entwickelte sich eben auch zum größten Musikladen der Welt. Mit 56 Jahren verlor Jobs am Mittwoch seinen langen Kampf gegen den Krebs.

Und das ist eine Nachricht, die wirklich “Breaking News” ist und nicht so ein Larifari Blödsinn über Sarah Palin.

Erdbeben auf breiter Flur

Gestern Nacht und heute Morgen bebte die Erde in der San Francisco Bay Area. Zwei kräftige Schüttler, etwas über 3 auf der Richterskala. Nach Colorado und Washington DC war man nun auch wieder in Kalifornien vorgewarnt, dass “The Big One” bevorsteht. Wann und wo genau weiß keiner, aber dass es kommt ist klar.

Und dann am Mittag gab es ein anderes Beben, das weitreichende Folgen haben könnte. Steve Jobs, der Kopf hinter dem Erfolg des Apple Konzerns, nahm seinen Hut als CEO der Firma. Fortan wird er “nur” noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats auftreten. Sein Nachfolger im Chefsessel wird Tim Cook, der seit 13 Jahren bei Apple ist und bislang für den weltweiten Verkauf und den täglichen reibungslosen Ablauf des Unternehmens verantwortlich war. Jobs selbst hat in seinem Rücktrittsschreiben seinen Nachfolger vorgeschlagen. Die Aktie von Apple stürzte erst leicht ab, erholte sich dann aber kurz vor Börsenschluß. Unklar ist noch, wie sich diese Veränderung in der Führungsriege des Unternehmens langfristig auf die Produkte und den Aktienwert von Apple auswirken wird. Steve Jobs ist sowohl der Retter der Firma, die ihn Mitte der 90er Jahre zurück holte, wie auch der kreative Kopf hinter den Produkten wie iPhone, iPod und iPad.

Das Handy wird handlich

Wieviele Apps gibt es eigentlich schon im iPhone Store? Keine Ahnung. Ich habe zwar selber ein iPhone, aber mit den Apps habe ich es nicht so. Von daher laufe ich mal wieder der technischen Entwicklung hinterher und überhöre auch den letzten Schrei was nun “in” ist.

Auch egal, allerdings stieß ich nun auf den Zeitungsbeitrag eines amerikanischen Reisejournalisten, der sich mal mit der etwas andere, sprich praktischen Nutzung von Mobiltelefonen befasste. Unter den Kategorien “Lifestyle”, “Health & Fitness” und “Utilities” im App. Store fand er vibrierende Programme mit den Namen “iBrate”, “iVibrateMe”, “PocketMassage” und “MyVibe”. Klar, offiziell ist alles für die Gesundheit gedacht, zum “Relaxing” verspannter Muskeln auf langen Flügen und nicht enden wollenden Autofahrten. Doch der Journalist wollte es genauer wissen und ging der Frage nach, ob denn mit diesen smarten Anwendungen der Begriff Telefonsex eine ganz neue Bedeutung bekäme. Leider konnte er keine Nutzer des Vibraphones finden, die es “so” verwenden und benutzt haben.

So toll scheinen die Apps jedoch auch nicht zu sein, denn die Beurteilungen im App. Store fallen eher schwächelnd aus. Allerdings sind die Rückmeldungen auf den Artikel überwältigend. Von “das ist krank” bis zum wichtigen Hinweis, dass auch schon iPads eine Vibriermöglichkeit haben ist alles vertreten. Die einzige Frage, die derzeit noch unbeantwortet bleibt ist, ob Alabama in Zukunft auch die Nutzung von iPhones im Bundesstaat verbieten wird, denn nach wie vor ist der Verkauf von Sex-Spielzeug in Alabama gesetzeswidrig.

Geschmackloses Spiel gesperrt

Das Apple iphone ist ein Hit. Und auch der “App Store” ist der absolute Renner, mit derzeit über 25.000 Angeboten. Hier können Apple iphone Kunden sich zusätzliche “Applications”, also Zusatzangebote herunterladen. Teils kostenlos, teils für eine geringe Gebühr. Die Apfelmarke hatte anfangs die Nutzer dazu eingeladen und aufgerufen, eigenständige Anwendungen zu erstellen. Und nun findet man alles im “App Store”, von Spielen bis zum Busfahrplan in Zürich, von einer Taschenlampe bis zur “Wasserwaage” für den Heimwerker. Nichts ist unmöglich bei diesen Anwendungen. Einige sind hervorragend, andere billiger Schrott.

Apple hat jedoch die Hand über alles, was angeboten wird und prüft vorher, ob auch alles in Ordnung ist. Sowohl Inhalt, wie auch technische Umsetzung müssen stimmen. Somit wird garantiert, dass keine fragwürdigen Dinge oder z.B. Viren über das iphone Netz verbreitet werden.

YouTube Preview Image

Doch Apple hat anscheinend im Fall “Baby Shaker” nicht ganz so genau hingesehen. Das “Spiel” geht darum, wie lange man das Gebrüll eines Babies anhören kann, bevor man sagt, “genug ist genug”. Doch der einzige Weg, das Kind zum Schweigen zu bringen ist, wenn man sein iphone kräftig durchschüttelt. Und jeder weiss, was passiert, wenn Babies geschüttelt werden. “Baby Shaker” war ein geschmackloses Spiel, das für 99 Cent zu haben war. Nun hat die Firma aus Cupertino, Kalifornien, das Schüttelspiel gesperrt. Apple kam dabei mit einem blauen Auge davon und steckt nun kommentarlos die schlechten Schlagzeilen weg. Fragt sich nur, ob das Unternehmen die 33 Cent pro Spiel zurückzahlt, die es an der Verbreitung von “Baby Shaker” pro Download verdient hat.