Keine Knastbrüder im Raumschiff Apple

Das Model der neuen Apple Zentrale in Cupertino.

Das Model der neuen Apple Zentrale in Cupertino.

Der Tech-Gigant Apple baut derzeit in Cupertino einen neuen Firmensitz. Ein gewaltiger Campus, der an ein Raumschiff erinnert. Die Baumaßnahmen laufen auf Hochtouren, doch der Apfelkonzern hat nun durchblicken lassen, dass er keine in der Vergangenheit verurteilten Straftäter auf seiner Bausstelle haben möchte. Wer einmal mit dem Gericht in Kontakt kam oder derzeit kommt, darf nicht länger am Apple UFO mitschrauben, mithämmern, mitsägen, mitzementieren. Eine klare und deutliche Antwort.

Man kann es als paranoid bezeichnen, denn das Unternehmen hüllt sich gerne in Schweigen. Keine Informationen aus der Zentrale sollen nach draußen dringen. Anscheinend wohl auch nicht, wo welche Verstrebung und Verkabelung angebracht wird. Lokale Gewerkschaftsvertreter haben sich bereits über die Maßnahmen beschwert, da zahlreichen Bauarbeitern und Handwerkern gekündigt wurde, einzig aus dem Grund, weil sie vorbestraft sind. Für welche Tat und wie lange diese zurück liegt, ist dabei nebensächlich. Apple will über diese Entscheidung nicht diskutieren. “Kein Kommentar” heißt es nur. Den Baufirmen wurde lediglich die Entscheidung mitgeteilt, dass Hintergrundchecks bei allen Arbeitern durchgeführt wurden und werden. Wer dabei als “Ex-Convict” erkannt wird, erhält seine Papiere.

Derzeit überlegen Betroffene und Gewerkschaften, wie sie dagegen vorgehen können. Überlegt wird, ob man vor einem kalifornischen Gericht gegen Apple klagen kann.

Brumm, Brumm mit Apple

Viele warten auf die Apple Uhr, die anscheinend die Zeitenrechnung neu erfinden wird. Ich werde sie mir dennoch nicht besorgen, auch wenn ich damit immer auf dem neuesten Stand sein sollte und könnte. Ich mag Apple Produkte, seitdem ich in den USA lebe arbeite ich damit. Praktisch, einfach, passend. So würde ich das ganze für mich umschreiben. Einfach ist da für mich wohl die Hauptsache. Ich brauche weder die neueste Software oder den schnellsten Rechner, die letzte App fürs iPhone oder sonstigen Schnick-Schnack. Es muss eben laufen, und das tut es. Noch immer schneide ich meine Sendungen und Beiträge auf einem veralteten G4 Computer, der manchmal rattert, doch durchhält. Geht alles.

Apple will den Automarkt aufrollen.

Apple will den Automarkt aufrollen.

Die Apple Jünger könnte ich mit meinen Produkten nicht beeindrucken. Auch nicht mit meinen eher lausigen Fähigkeiten mit Computer, Laptop oder iPhone umzugehen. Gespannt bin ich aber auf das nun angekündigte Apple Auto, das 2020 auf den Markt kommen soll. Kaufen werde ich es nicht, aber es könnte dennoch Maßstäbe setzen. Offiziell ist das Top-Secret Projekt nicht, “Kein Kommentar” heißt es nur aus Cupertino, doch alles sieht danach aus, dass Apple in diese neue Betriebssparte vorpreschen wird.

Genug Geld hat das Cupertino Unternehmen angesammelt, um neue Wege zu gehen. 178 Milliarden Dollar liegen auf der hohen Kante. 18 Milliarden kamen im letzten Quartal dazu. Apple ist das profitabelste Unternehmen überhaupt. Und es wäre nicht überraschend, wenn Macintosh nun erneut einen Seitenweg beschreitet. Mit dem iPod hat man es vor gemacht, mit dem iPhone dann nachgezogen. Nun kommt die iWatch und bald eben das iCar. Im Auto könnten sich dann die Tech Freaks des Silicon Valley austoben. Derzeit kauft Apple von überall Spezialisten ein, um 2020 das eigene Elektroauto zu präsentieren. Es geht dabei vor allem um effiziente Batterien, die im Betrieb möglichst lange, sprich meilenweit halten.

Von Cupertino aus verfolgt man genau, was auf der anderen Seite der San Francisco Bay, in Fremont, geschraubt wird. Der Erfolg von Tesla zeigt, dass es in den USA einen riesigen Markt für hochwertige Elektroautos gibt und auch, dass man durchaus noch heute eine neue Marke etablieren kann. Da will sich Apple mit seinen kreativen Ideen nicht zurück halten. Doch einfach so eine Partnerschaft abschließen ist nicht die Apple Strategie. Vielmehr geht man eben eigene Wege. Auch ein anderes Silicon Valley Unternehmen investiert schon seit längerem in den umweltbewussteren Individualverkehr: Google. 2020 werden also einige interessante Autos präsentiert werden… wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn, wie schon einst die “deutschen Beach Boys” gesungen haben.

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Der Wind hat mir ein Lied erzählt

Google goes g’scheit windig….oder so. Der IT Riese hat sich nun mit 50 Prozent an einem gewaltigen neuen Windpark östlich von San Francisco eingekauft. 48 riesige Windräder sollen die seit den 80er Jahren in Betrieb stehenden 770 Turbinen ersetzen. Ein Projekt, mit dem Google vor allem die eigene Energieversorgung für den Campus im 50 Meilen entfernten Mountain View decken will. Am heutigen Mittwoch will das Unternehmen die Pläne veröffentlichen.

Der Altamont Pass ist überzogen mit veralteten Windrädern.

Der Altamont Pass ist überzogen mit veralteten Windrädern.

Das ganze ist eine Partnerschaft mit NextEra Energy, die ihren Sitz in Florida haben. Das Windkraftunternehmen betreibt den riesigen Windpark am Altamont Pass, der die Bay Area vom Central Valley trennt. Es ist nicht das erste mal, dass Google auf alternative Energiequellen setzt. Insgesamt hat die IT Firma in den letzten zehn Jahren rund 1,5 Milliarden Dollar für Wind- und Solarprojekte, darunter auch Kooperationen mit NextEra in Oklahoma, North Dakota und Iowa finanziert. Im vergangenen Jahr kaufte google für 3,2 Milliarden Dollar “Nest Labs”, eine Firma, die ein intelligentes Thermostat entwickelt hatte. Google setzt also verstärkt auf den Energiesektor und hofft, mit dem jüngsten Deal am Altamont Pass die Kosten für die eigenen hohen Energiekosten zu beschränken.

Google ist nicht der einzige IT Riese im Silicon Valley, der auf den Energiemarkt schielt. Auch Yahoo!, facebook und Microsoft suchen nach Lösungen für ihren Energiedurst. Am Dienstag verkündete Apple, dass es sich mit 850 Millionen Dollar an einem 280 Megawatt Solarkraftwerk in Monterey County beteiligen wird.

San Francisco wird vergoogelt

Das hatten wir schon mal. Als ich 1992 für ein Jahr in San Francisco lebte gab es unzählige von Kneipen, Clubs und schrägen Galerien. Die Mission Gegend war ein Zentrum der Subkultur. South of Market war ein Problemgebiet. Drogensüchtige, Obdachlose, Straßenprostitution und zwischendrin immer mal alte Garagen und Werkstätten, in denen Theatergruppen auftraten oder Kunstgruppen ihre Sicht der Dinge präsentierten.

Das gab es auch noch als ich Mitte 1996 ganz in die Bay Area übersiedelte. Auf kleinen Bühnen in irgendwelchen Spelunken spielte immer irgendein Musiker oder trug ein Feierabendpoet seine teils guten, teils grottenschlechten Gedankenergüsse vor.

Der große Einschnitt kam so 1999, als im Silicon Valley die Welt neu erfunden wurde. Hipster und Napster, Jungprogrammierer und Weitdenker kamen. Mit ihnen das Geld. Viel Geld. San Francisco veränderte sich. Damals sagte mir einer, der ganz nah an der Subkultur der “City By The Bay” war, die Stadt verliere ihre Seele. Vermieter kündigten ihren Mietern, um die gleiche Wohnung für ein mehrfaches an Dollar neu anzubieten. Apartmenthäuser wurden abgerissen, um sündhaft teure Lofts zu bauen. Alles, was nicht niet- und nagelfest war mußte weichen. Bürozentren und akzeptabler Wohnraum für die Cyber-Visionäre mußte her. Interessanterweise zog es viele von hier nach dort. Über die Bay nach Oakland und noch weiter nach Berlin. Dort gab es noch bezahlbare Freiräume und Möglichkeiten für Kulturschaffende.

Mit dem Platzen der High Tech Blase nach ein paar Jahren erlebte die Subkultur in San Francisco einen neuen Frühling. Irgendwie lief es wieder, es war wieder einiges möglich. Doch das ist nun auch wieder vorbei. Exklusive Restaurants, Food Trucks mit Essen aus aller Herren Länder, Tee- und Kaffeeläden mit ihren Soja-Lowfat-gut geschüttelt, dreimal umgerührt und koffeinfreien Heißgetränken…es geht wieder los. Und dann sind da die großen Firmen des Silicon Valleys: Google und Facebook, Apple und Genentech und all die anderen. Sie karren Tag für Tag ihre Arbeiter mit Superluxusbussen und WiFi Zugang von San Francisco zum Arbeitsplatz.

Nun haben Demonstranten einfach die Sache mal in die eigene Hand genommen und kurzerhand genau diese Busse blockiert. An den öffentlichen Haltestellen wohlgemerkt, wo sich die Firmen quasi eingekauft haben und an denen nun ihre Busse zur An- und Abfahrt ansteuern dürfen. Den Protestlern ging es um ein Zeichen, Aufmerksamkeit, was gerade in San Francisco passiert. Die Stadtteile verändern sich wieder, der Mietraum wird teurer, wieder ziehen Leute weg, die es sich nicht mehr leisten können. Und nun wird sogar der öffentliche Raum von den High Tech Giganten für ihre Zwecke genutzt. Genug scheint wohl dann auch mal genug zu sein. Immerhin kann man solche Proteste ja gut über die Social Networks von heute organisieren.

Made In USA ist “in”

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Seit Anfang der 90er Jahre verfolge ich intensiv, was in den USA vor sich geht. Ein Trend wurde dabei immer deutlicher, die amerikanische Konsumgesellschaft hatte das Motto “Geiz ist Geil” verinnerlicht. Mit Preisen, die schon lächerlich waren, mit Aktionen “Buy one, get one free”, oder mit “Buy now, pay later” wurden die Käufer angelockt. Es mußte immer billiger sein, die Gewinne für die Aktionäre dagegen immer höher. Das konnte nur mit einer Verbilligung der Produktion erreicht werden.

Also setzte man auf das “Outsourcing”, sprich man verlagerte die Produktionsstätten von Ohio bis Alabama, von Pennsylvania bis Texas kurzerhand über die Grenze nach Mexiko. Denn dort ließ es sich deutlich billiger produzieren. Als die fünf Dollar Tageslohn für eine Arbeiterin und einen Arbeiter für die US Firmen zu viel wurden, zog man weiter. Guatemala, Ägyypten, China, Vietnam…

Was vor ein paar Jahren noch undenkbar war, trifft nun jedoch ein. Dank aufgeschlossener Käufer, die wieder auf Qualität, auf gerechte Bezahlung, auf Umweltverträglichkeit setzen. Immer mehr Firmen spüren den Druck und die Nachfrage nach Produkten “Made in USA”. Apple, Google und andere wollen wieder mehr in den Produktionsstandort USA investieren. Doch was viel interessanter ist, im Laufe der letzten zwei Jahre haben sich unzählige kleine Unternehmen gebildet, die den neuen Trend der Zeit erkannt haben. Sie produzieren vor Ort und bieten ihre Produkte direkt und ohne Umwege über Groß- und Einzelhandel den Käufern an. Das Online Shopping ist nicht nur für den Marktriesen amazon interessant. Zwar kosten die lokal und regional produzierten Artikel mehr, doch es gibt in den USA wieder eine Alternative für Konsumenten, die lange Zeit nicht mehr existierte.

Eine dieser “Start-up” Firmen habe ich diese Woche im Mission Distrikt von San Francisco besucht. American Giant ist eine junge Bekleidungsfirma, gerade mal ein Jahr alt. Doch schon jetzt wird das Kleinunternehmen in höchsten Tönen gepriesen. American Giant produziere das “beste Sweat Shirt aller Zeiten”, hört man immer wieder. Und verkauft wird nur über die eigene Webseite.

Ich sprach mit American Giant Gründer Bayard Winthrop über seine Firma und den neuen Trend “Made In USA”. Dazu der aktuelle Audiobeitrag.

Jobs und die Jobs

Romney oder Gingrich, Paul oder Santorum. Der amerikanische Wahlkampf zeigt nicht nur den Richtungsstreit in der republikanischen Partei auf. Nein, auch der große Unterschied zwischen dem demokratischen und dem republikanischen Politikverständnis wird immer deutlicher. Erst vor ein paar Tagen sprach Präsident Barack Obama in seiner “State of the Union” Rede davon, jene Unternehmen steuerrechtlich zu bevorzugen, die in den USA produzieren lassen. “Jetzt ist es so, dass Firmen begünstigt werden, die Arbeitsplätze und Gewinne ins Ausland verlagern. Während Unternehmen, die in Amerika bleiben einen der höchsten Steuersätze in der Welt haben. Das macht keinen Sinn, jeder weiß das. Also, lassen sie es uns ändern”.

Klare Worte, die doch eigentlich auf eine breite und überparteiliche Resonanz stoßen sollten, gerade weil es um die Schaffung amerikanischer Arbeitsplätze geht. Doch die republikanische Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Der Gouverneur von Indiana, Mitch Daniels, hielt die traditionelle Gegenrede nach der “State of the Union” des Präsidenten. Darin warf Daniels dem Präsidenten vor, dieser verunglimpfe immer wieder Unternehmer und Unternehmen und schaffe das falsche Klima für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik. Anstelle der hitzigen Kommentare solle Obama lieber die Arbeitgeber machen lassen, das sei amerikanisch und im Sinne der Amerikaner. Und dann meinte der Republikaner: “Nehmen wir Steve Jobs, was für ein passender Name, er schuf mehr Arbeitsplätze als all die Förderdollars, die sich der Präsident geliehen und dann verprasst hat”.

Apple ist das erfolgreichste amerikanische Unternehmen, das stimmt. Allerdings kann man die Firma nicht gerade als Jobmaschine beschreiben, auch wenn ihr ehemaliger CEO Steve Jobs hieß. Nur 43.000 Arbeitsplätze hat Apple in den USA. Das ist nur ein Zehntel von dem, was General Motors hatte, als der Autobauer noch die Führungsposition als erfolgreichste US Firma inne hatte. Apple jedoch hat indirekt und weltweit eine Arbeitnehmerschaft von 700.000 Mitarbeitern. Die Firma aus Cupertino läßt vor allem in China produzieren. Der Grund ist klar, dort gibt es ganze Produktionsansiedlungen, sogenannte “Industrial Clusters”. “Man braucht eintausend Gummidichtungen, eine Million Schrauben? Kein Problem, die Fabrik ist gleich um die Ecke”, so beschrieb es ein früherer Apple Führungsmann. Und Jennifer Rigoni, frühere Apple Managerin und zuständig für die weltweite Produktionsabläufe, beschrieb den Standort China so: “Welche US Fabrik kann über Nacht 3000 Leute finden und sie davon überzeugen in Schlafsälen zu nächtigen?” Von einer Verantwortung des US Unternehmens für seine amerikanische Belegschaft kann also nicht gesprochen werden.

Die Rettung der amerikanischen Automobilindustrie durch die Obama Adminstration war nicht nur die Unterstützung der großen Automarken. Es war auch eine Förderung dieser “Industrial Clusters” im amerikanischen Heartland, denn viele kleine und mittelständische Betriebe haben sich um die Produktionsstätten der Autobauer angesiedelt. Die Zahlen sprechen für sich. Seit Beginn der Ausschüttung der Fördermittel für die Automobilindustrie ist in Michigan, der Hauptstandort der US Automobilindustrie, die Arbeitslosenquote um fast fünf Prozent gefallen. Die “Car Companies” produzieren wieder und ordern auch bei ihren Zulieferern im direkten Umfeld.

Der Wirtschaftsexperte Paul Krugman verweist bei dieser Diskussion immer wieder auf Deutschland. “Deutschland ist nach wie vor ein erfolgreicher Exporteur und das sogar mit hohen Arbeitnehmerkosten, die im Durchschnitt mit 44 Dollar pro Stunde viel höher liegen als die amerikanischer Arbeiter. Dieser Erfolg hat aber vor allem damit etwas zu tun, dass kleine und mittelständische Betriebe unterstützt werden – der berühmte Mittelstand.”

Die Republikaner wollen, dass sich der Staat aus allem raushält. Sie setzen auf die Ideen der Unternehmer und Visionäre: Laßt sie mal machen, die können das schon und der Markt reguliert sich am Ende selbst. Obama sieht das anders. Er ist ja auch “Sozialist”, wie es immer wieder aus dem GOP Lager heißt. Das ist lachhaft, doch Arbeitsmarktpolitik ist mehr als nur sagen zu können, die führenden und weltweit bekanntesten Unternehmen seien amerikanisch. Auf dem Papier wohlgemerkt, denn produziert wird woanders.

 

Steve Jobs Memorial

Am Sonntagabend veröffentlichte Apple Inc. auf seiner Webseite ein Video von der Trauerveranstaltung für Steve Jobs. Die Feier fand am Mittwoch im kalifornischen Cupertino statt. Weltweit wurden die Apple Stores geschlossen, damit die Mitarbeiter per Videozuschaltung dabei sein konnten. Unter den Rednern war auch der ehemalige Vize-Präsident und jetztiges Apple Inc. Board Mitglied Al Gore, musikalische Gäste Coldplay und Norah Jones.

Zu der Trauerveranstaltung waren weder Journalisten noch die Öffentlichkeit zugelassen. Mehr als eine Million Menschen haben sich unterdessen in das virtuelle Kondolenz-Album für Steve Jobs eingetragen.

Die offizielle Apple Inc. Trauerfeier für Steve Jobs kann man hier verfolgen.

Achtung, Zusatz von Apple: “Streaming video requires Safari 4 or 5 on Mac OS X Snow Leopard or Lion, Safari on iOS 3 or later, or QuickTime 7 on Windows”.

Protest am Grab

Über ihr iPhone (!) twitterte Margie Phelps, dass Steve Jobs nun in der Hölle sei, da wo er hingehöre. Jobs hätte nur sich selbst gedient und nicht Gott und dabei auch noch andere zur Sünde verführt. Aus diesem Grund werde sie und ihre Westboro Baptist Church an der Beerdigung des Apple Gründers lautstark protestieren. Margie Phelps ist die Tochter des selbsternannten Pastors Fred Phelps, der vor allem dafür bekannt wurde, an den Begräbnissen für gefallene GIs zu protestieren und die Toten als Gottes Rache für Homosexualität und Lotterleben zu beschimpfen.

Nun also ist es Steve Jobs. Die Nation, die gesamte Welt trauert über den Verlust des Computervisionärs und diese Splittergruppe von Hohlköpfen im Mantel der Religion läßt mal wieder von sich hören. Interessant ist dabei, dass Phelps selbst iPhone User ist und so quasi den angeblichen Höllenritt von Jobs mit unterstützt hat. Das schlimme bei allem ist, dass diese Gruppe von Extremisten vom höchsten Gericht der USA geschützt wird. Die hasserfüllten Aussagen, die Präsenz an Beerdigungen, das bewußte Herumtrampeln auf den Gefühlen anderer ist laut Verfassungsgericht als “Free Speech” geschützt.

Wenn überhaupt einer bei Luzifer vorbeischaut, dann ist es wohl Phelps und seine Sprösslinge, die verblendet von einem Rachegott sprechen, als ob wir hier noch in der griechischen Mythologie lebten

 

 

Zwei Eilmeldungen

Am Spätnachmittag kommen zwei Eilmeldungen über das iPhone App rein, die eigentlich genau das ausdrücken was im amerikanischen Medienspektakel schief läuft. Als erstes kommt die Nachricht, dass Sarah Palin die Hose voll hat. Nach langer Überlegung sei sie zu dem Entschluß gekommen, nicht ins Rennen um die republikanische Kandidatur einzugreifen. Kein Wort davon, dass sie eh keine Chance gehabt hätte, das Ruder rumzureißen, aber das ist typisch Palin. Die Zweijahresgouverneurin von Alaska redet viel, aber überzeugen kann sie nicht. Allein diese Meldung ihrer Nicht-Kandidatur ist so eine unnütze Verschwendung des Begriffs “Breaking News”. Damit wertet man eine Sarah Palin nur auf, die politisch bislang nichts erreicht hat.

Und dann kam die traurige Eilmeldung vom Tod des Apple Gründers Steve Jobs, jenem Mann, der mit seinen Ideen und seinen Visionen das Computerzeitalter maßgeblich beeinflußt hat. Ein Pionier in vielerlei Hinsicht, der Standards setzen konnte, der Veränderungen voran trieb, der Grenzen versetzte. Man denke dabei nur an den Erfolg des iPods und wie wir heute Musik hören. Apple war unter Jobs nicht nur Computerfirma, sondern entwickelte sich eben auch zum größten Musikladen der Welt. Mit 56 Jahren verlor Jobs am Mittwoch seinen langen Kampf gegen den Krebs.

Und das ist eine Nachricht, die wirklich “Breaking News” ist und nicht so ein Larifari Blödsinn über Sarah Palin.

Erdbeben auf breiter Flur

Gestern Nacht und heute Morgen bebte die Erde in der San Francisco Bay Area. Zwei kräftige Schüttler, etwas über 3 auf der Richterskala. Nach Colorado und Washington DC war man nun auch wieder in Kalifornien vorgewarnt, dass “The Big One” bevorsteht. Wann und wo genau weiß keiner, aber dass es kommt ist klar.

Und dann am Mittag gab es ein anderes Beben, das weitreichende Folgen haben könnte. Steve Jobs, der Kopf hinter dem Erfolg des Apple Konzerns, nahm seinen Hut als CEO der Firma. Fortan wird er “nur” noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats auftreten. Sein Nachfolger im Chefsessel wird Tim Cook, der seit 13 Jahren bei Apple ist und bislang für den weltweiten Verkauf und den täglichen reibungslosen Ablauf des Unternehmens verantwortlich war. Jobs selbst hat in seinem Rücktrittsschreiben seinen Nachfolger vorgeschlagen. Die Aktie von Apple stürzte erst leicht ab, erholte sich dann aber kurz vor Börsenschluß. Unklar ist noch, wie sich diese Veränderung in der Führungsriege des Unternehmens langfristig auf die Produkte und den Aktienwert von Apple auswirken wird. Steve Jobs ist sowohl der Retter der Firma, die ihn Mitte der 90er Jahre zurück holte, wie auch der kreative Kopf hinter den Produkten wie iPhone, iPod und iPad.