Operativer Vorgang „Sumpf“

Heute kamen hier in Oakland per Post die Kopien meiner angesammelten Unterlagen an, die in den Stasi Archiven in Berlin und im früheren Bezirk Karl-Marx-Stadt gefunden wurden. Vor rund zwei Jahren hatte ich nach langem hin und her dann doch mal einen Antrag ausgefüllt, kurz danach erhielt ich einen Brief, in dem stand, dass der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes etwas unter meinem Namen gefunden habe. Nun also liegen diese Informationen hier vor mir, schon seltsam, was da gesammelt, welche Informationen angehäuft wurden, wer da etwas über andere erzählte. weiter lesen

Plattensammlerkönig

Wow…einfach nur wow!!! Ich habe eine ganz gute Plattensammlung über die Jahre zusammen getragen. Meine Sendungen „Radio Goethe“ und die „Country/Folk“ Show für die Lufthansa haben da zusätzlich noch einiges gebracht. Vor Jahren hatte ich mal ein Feature über den Soundsammler Gordon Skene produziert, der ein riesiges Archiv mit „Oral History“ Aufnahmen hatte. Eine phänomenale Sammlung an geschichtlichen Tönen, Reden, Ereignissen.

Und nun bin ich auf die Geschichte von Paul Mawhinney gestoßen, der die größte Plattensammlung der Welt besitzt. Rund eine Million Schallplatten und eineinhalb Millionen Singles. Ein Wahnsinn! Mawhinney ist heute 70, leidet an Diabetes und ist blind. Er würde gerne die Sammlung verkaufen, doch findet keinen Käufer, und das, obwohl rund 85 Prozent der Musik in seinem Archiv heute nicht mehr kommerziell erhältlich ist. In seiner Sammlung ist alles zu finden, von der ersten Schallplatte überhaupt zu raren und zum Teil nie veröffentlichten Sonderpressungen. Wie gerne würde ich mal in diesem Archiv stöbern…

Hier ein Filmchen über diesen Ausnahmesammler, dem Vinyl König aus Pittsburgh:

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„Shortcut to Europe“

Das war wieder der Titel der diesjährigen „Tag der offenen Tür“-Veranstaltung in Washington DC. Alle Botschaften der EU Länder waren dabei, präsentierten sich…wie? Das kann ich nicht genau sagen, denn ich war ja nur auf dem Gelände der deutschen Botschaft und habe dort fast sieben Stunden aufgelegt. Eine bunte Mischung „Music made in Germany“. Und das reichte von Hans Albers bis Rammstein…und ja, das waren Wünsche. Aber auch Bushido, Peter Fox und etliche Independent Bands wie Luxuslärm oder Kira waren angesagt. Zeitweise wurde es etwas windig, doch das Wetter hielt und tausende von Menschen strömten auf das Botschaftsgelände. Eine gelungene Veranstaltung, die Deutschland sicherlich gut darstellte.

Deutsche Platte bei FolkwaysAm Tag zuvor war ich noch auf der Suche nach deutschen Spuren im riesigen Musik- und Tonarchiv des gemeinnützigen Plattenlabels „Smithsonian Folkways“. Ein wahrer Schatz von Aufnahmen steht da dem Hörer und Interessierten zur Verfügung, und alles ist nach wie vor erhältlich. Folkways ist bekannt für seine Roots-Musik Veröffentlichungen. Woody Guthrie, Pete Seeger, aber auch Protest- undKampfsongs aus Angola, Irland, Südafrika. Und man findet zum Teil sehr skurile Alben mit deutschen Hintergrund. So z.B. die Befragung von Bertold Brecht vor dem US Kongress in der McCarthy Ära, als Kommunisten im Land und vor allem in Hollywood gejagt wurden. Eine faszinierende ethnomusikalische Platte aus dem ethnologischen Museum in Berlin. Biermann Aufnahmen sind dort genauso zu finden wie Bierhallenlieder und Märsche. Im Archiv von Folkways ist die Zeit stehen geblieben, ein wahrer Schatz für Hörer.

Washington DC ist eine beeindruckende Stadt, die ich an den Abenden noch zu Fuss erkundet habe. Vorbei am Verfassungsgericht, zum Kongress, das Vietnam Memorial, die Mall, das Lincoln Memorial, das Weisse Haus, Dupont Circle nach Georgetown und vorbei an den Dutzenden von Botschaften aus aller Welt. Man läuft sich hier die Füsse platt, aber das auf eine sehr interessante Art. DC ist auf alle Fälle eine Reise wert.

Heute schon für LoC getwittert?

Twitter ging am 21. März 2006 online und seitdem wird getwittert, was das Zeug hält. 105,8 Millionen Nutzer sind registriert, die pro Tag rund 55 Millionen Tweets rausballern. Nun wird das alles, was man so in 140 Zeichen schreiben kann, archiviert. Und nicht irgendwo. Die Library of Congress in Washington DC will alle Twitter Nachrichten für die Zukunft bewahren. TwitterAlso jeder Tweet geht nun ins Archiv. Sei er noch so wichtig oder so bescheuert, wie die Meldung, dass der Kaffee am Morgen schon wieder kalt sei, oder man nun auf der Stirn einen Pickel entdeckt habe.

Die Library of Congress will alles und Twitter freut sich wie Bolle. Biz Stone, Mitbegründer des Unternehmens, erklärte auf der Webseite: „Es ist sehr aufregend, dass Tweets Teil der Geschichte werden“. Wie das ganze in Zukunft genutzt werden soll ist noch fraglich, denn die Library of Congress ist zwar das grösste Archiv der Welt, gilt bei vielen aber auch als Schwarzes Loch. Was dort versinkt, taucht nie wieder auf. In den Weiten der Lagerhallen finden sich 142 Millionen geschichtliche Dokumente. 32 Millionen Bücher, 62 Millionen Manuskripte und die grösste Sammlung an Film- und Tonaufnahmen auf der Welt.

Nun also auch Tweets, ist doch schön, dass man seinen Namen, oder seine User ID, nun auch in der Library of Congress finden kann. Dazu passt doch gut der Song von Madsen „Du schreibst Geschichte“….jeder von uns Tweeties.

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