Die Area 51 wird gestürmt

Alle kann man nicht stoppen. Das zumindest ist die Hoffnung der Facebookgruppe „Storm Area 51“. Rund eine halbe Million Menschen interessiert sich genau dafür, am 20 September dieses Jahres gemeinsan auf das hochgeheime Militärareal zu rennen. Das Ziel ist, endlich Klarheit darüber zu bekommen, ob auf der Air Force Basis tatsächlich Außerirdische festgehalten werden.

Der Eingang zur Area 51. Einfach weiterlaufen ist nicht zu empfehlen.

Eigentlich ist es als Spass gedacht. Denn keiner wird wohl wirklich ernsthaft glauben, die „Nellis Air Force Base“ überrennen zu können. Doch diese Facebookseite hat nun auch viele Alien-Fans und Alien-Gläubige angezogen, die diesen Plan in die Tat umsetzen wollen. Denn, wer am Eingang der „Area 51“ steht, könnte meinen, es ist ein leichtes Unterfangen einfach loszurennen. Denn ein Tor gibt es nicht, auch keinen Schlagbaum, kein Panzer steht da, keine bewaffneten Soldaten patroullieren. Lediglich Warnschilder weisen darauf hin, dass man nicht weitergehen darf. Allerdings ist das Gelände weitläufig gesichert. Bewegungsmelder sind im Sand entlang der Staubstrasse vergraben und kündigen jeden Besucher schon Meilen vor dem eigentlichen Tor an. Dazu kommen Kameras, die jeden Schritt und Tritt genauestens verfolgen.

Auch hat die Air Force bereits erklärt, „Nellis Air Force Base“ sei eine militärische Einrichtung, die gesichert sei. Und eine Sprecherin der amerikanischen Luftwaffe machte unmissverständlich klar: „The U.S. Air Force always stands ready to protect America and its assets.“ Heisst, wer die Warntafeln missachtet, wer wirklich das Projekt „Storm Area 51“ umsetzen will, der kann sich auf was gefasst machen. Wie das nun aussehen würde, falls da wirklich Hunderttausende von Menschen auf einmal loslaufen, das lässt sich wohl nur erahnen. Von daher werde ich mal am 20. September mit Jörg sprechen, der in Rachel, Nevada, direkt am Extraterrestrial Highway lebt. Denn eine halbe Million Menschen wird man nicht einfach übersehen können….und schon gar nicht stoppen können.

„The truth is out there“

Etwas über zwei Stunden fährt man von Las Vegas nach Rachel, Nevada, der nähesten Ansiedlung an die Area 51. Jenes geheimnisumwobene Areal, riesiges Militärsperrgebiet, Test Gelände für die US Air Force und, wie viele glauben, Versteck für außerirdische Technologie.

Allein die Landschaft in diesem Teil von Nevada ist einzigartig schön. Karg, aber eine unendliche Weite, die einen fesselt. Der Highway ist einfach geradeaus Richtung Norden gebaut, ein Endlosband. Es erinnerte mich an Somalia. Und hier traf ich Joerg Arnu, einen Deutschen, der seit einigen Jahren in dieser Gegend lebt. Er unterhält auch eine Webseite, die sich mit dem beschäftigt, was seit über 60 Jahren in der Area 51 vor sich geht. Wirklich vor sich geht.

Das Gelände ist ein streng geheimes Testgelände. Jahrzehntelang erklärte die US Regierung, Area 51 gebe es nicht. Erst die Klage von Arbeitern, die Aufgrund ihrer Tätigkeit dort erkrankten, führte zu einem zumindest Eingeständnis der Existenz dieser Militärbasis. Was dort passiert fällt dennoch auch weiterhin unter den Begriff „National Security“. Joerg Arnu hat es jedoch geschafft, über die verschiedensten Wege und Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen all die Informationen zu sammeln, die es über die Area 51 legal zu bekommen gibt. Von Satellitenfotos bis hin zum Abhören des Flugverkehrs. Er kann einem alles erklären, das was man sehen kann und auch teilweise das, was der Besucher nicht zu sehen bekommt. Als wir auf der Staubstraße Richtung Basis fahren, piept es auf einmal im Funk Radio von Joerg. Das seien Bewegungsmelder, die im Sand vergraben sind, meint er. Somit sei bereits ein Alarm ausgelöst, man wisse nun, dass da ein Auto auf der verlassenen Straße Richtung Area 51 fährt. Immer wieder piept es im Radio.

Kein Schritt weiter! Der Haupteingang der Area 51.

Am „Back Gate“ und am „Front Gate“ beschreibt Joerg, was es zu sehen gibt. Eigentlich nicht viel, doch dann zeigt er auf die versteckten Kameras im Wüstensand, auf den weissen Jeep auf einem Hügel, auf die fest installierten Kameras, die uns auf Schritt und Tritt verfolgen, auf die russischen (!) Radaranlagen, die vom Eingang aus zu sehen sind. Genau, die US Air Force arbeitet mit russischen Anlagen, um die eigenen Neuentwicklungen zu testen. Joerg erzählt ausführlich, was hier alles entwickelt wurde, was man manchmal in der Nacht sehen kann, was auf dem riesigen Gelände passiert. Fast 40 Prozent von Nevada, das ist ungefähr die eineinhalbfache Landfläche von Bayern ist Militärsperrgebiet. Mittendrin die „Groom Lake Base“, auf der etwa 1500 Menschen arbeiten. Auch diese Zahl hat Joerg Arnu herausgefunden, in dem er über Satellitenfotos den Parkplatz am speziellen „Janet“ Terminal am Flughafen von Las Vegas analysierte. Denn von dort werden die Mitarbeiter täglich in unmarkierten Boeings 737 in die Area 51 geflogen. Vom Hausmeister bis zum sprichwörtlichen „Rocket Scientist“.

Die Area 51 ist ein Mythos, voller Geschichten, die faszinierend, spannend und auch unterhaltsam sind. Jeder kann dabei glauben, was er will. Auf dem Extraterrestrial Highway ist die Hölle los. Im „Little A’Le’Inn“ in Rachel, Nevada, kann man alles über das „große“ Geheimnis der Area 51 erfahren. Von den UFOs bis zu den Außerirdischen, die dort untergebracht sind. Und wem all das Alien Gequatsche und die Flugtechnologie nicht zusagt, der sollte dennoch diesen abgeschiedenen Bereich von Nevada besuchen. Allein der Nachthimmel ist spektakulär, keine Leuchtreklamen und Lichter stören den Blick und über dem riesigen Areal herrscht ein Flugverbot. Es sei denn neue Flugkörper werden getestet, Spionage Satelliten fliegen vorbei oder eben ein UFO macht seine Runde.

 

Fake News Nation

Donald Trumps Lieblingsbeschäftigung scheinen Schimpftiraden auf die Medien und ihre Vertreter zu sein. „Unehrlich“, „Lügner“, „Fake News“, das sind noch die harmlosesten Worte, die er findet. Seine Anhänger und Hofberichterstatter jubeln begeistert. Was für Trump „Fake News“ sind, das bestimmt er selbst. Kritische Berichte, Nachfragen von Journalisten, umfangreiche Recherchen im Umfeld von King Donald werden als „Lügen“ und „Falschnachrichten“ abgetan. Die Medien, so Trump, seien die Gegner des amerikanischen Volkes. Damit unterminiert er wohl ganz bewußt die amerikanische Demokratie.

Trump selbst ist der König der „Fake News“, wie ich in einem älteren Blogbeitrag schon dargelegt habe. Er nimmt es nie so genau mit der Wahrheit, verdreht Zahlen und Tatsachen, baute seinen Wahlkampf auf Angst auf und so regiert er auch im Weißen Haus. Und doch, Trump ist nicht der Begründer der „Fake News“, auch wenn er es wahrscheinlich gerne wäre, „the greatest Fake News“ Verbreiter.

Hier wurden schon viele Verschwörungstheorien geboren – die geheime Militärbasis Area 51 in Nevada. Foto: Reuters.

Amerika ist vielmehr eine Nation, die auf Falschmeldungen und fragwürdigen Nachrichten aufgebaut ist. Big Foot, Aliens, UFOs, Geisterjäger, dieses Land ist voller Falschmeldungen. Eine der erfolgreichsten und seit 1984 ausgestrahlten allabendlichen Radiosendungen in den USA ist „Coast to Coast AM“, eine Spätnachttalksendung, in der es nur über diese Art der Nachrichten und Ereignisse geht. Verschwörungstheorien und UFO-Sichtungen werden genauso ausführlichst diskutiert, wie die jüngsten Meldungen von der anderen Seite des Jordan. Pro Woche erreicht „Coast to Coast AM“ auf über 600 Stationen fast drei Millionen Hörer.

Ich selbst war vor ein paar Jahren auf einem UFO Kongress. Dort führte ich Interviews mit UFO-Wissenschaftlern, -Historikern, -Experten und selbsternannten investigativen Reportern. Eine Frau beschrieb mir mit ernster Stimme, wie sie schon viermal von Außerirdischen nachts abgeholt worden war, um sich auf dem Mars Untersuchungen unterziehen zu lassen. Sie war allerdings rechtzeitig zum Aufstehen wieder in ihrem Bett. Für das gleiche Feature reiste ich auch nach Rachel, Nevada, der Ansiedlung, die am nähesten zur Area 51 liegt. Auch dort traf ich Menschen (oder Außerirdische), die mir die harten Fakten erzählten und jeglichen Zweifel an dem, was sie gesehen, gehört und erlebt haben als „Fake News“ abtaten.

Doch das sind die offensichtlichen „Fake News“, die es in diesem Land zuhauf gibt. Anders ist es da schon, wenn man durch die USA fährt, das Radio anschaltet und Talk Radio hört. Was ist da noch richtig und wahr, was halbwahr und offensichtlich falsch? Kurz hinter Reno kann man meist nur noch Mittelwellensender empfangen. Weiter auf dem Highway ins Heartland ändert sich auch das Programm. UKW ist ein einziges Rauschen, AM Radio ist die einzige Möglichkeit. Drei Stunden „Farm-Talk“ gefolgt von drei Stunden „Gun-Talk“ und dann drei Stunden Rush Limbaugh, der König des Talk-Radios. Er und andere, wie Michael Savage, Sean Hannity, Mark Levin verdrehen da schon mal die Tatsachen, sehen Ereignisse aus ihrer amerikanisch-patriotisch-nationalistischen Sicht der Dinge. Es wird ein Schwarz-Weiß Bild von diesem Land gezeichnet, hier die Guten Amerikaner, dort die sozialistisch-kommunistisch-irregeleiteten Demokraten. So was bringt Hörer, Einschaltquoten, Werbeeinnahmen. „Fake News“ ist daher keine Neuerscheinung in den USA, sie sind heute nur weit verbreiteter und werden von ganz oben, vom „Fake News Commander in Chief“ verbreitet.

Was ist wirklich in der Area 51?

Waffen, Abtreibung, Militär, Außenpolitik, Jobs, Grenzen, Kampf gegen den Terrorismus… all das sind Sachthemen, die bereits im aktuellen US Präsidentschaftswahlkampf durchdebattiert wurden. Ein weiteres Thema taucht jedoch regelmäßig seit Jahrzehnten immer wieder auf. Es wird zwar belächelt und abgetan, dennoch müssen Präsidentschaftskandidaten darauf antworten: Was geschieht hinter den hohen Zäunen der Area 51 in Nevada?

Bewegungsmelder, Mikrofonanlagen und ein eigener Sicherheitsservice bewachen das riesige Gelände der Area 51.

Bewegungsmelder, Mikrofonanlagen und ein eigener Sicherheitsservice bewachen das riesige Gelände der Area 51.

Rund ein Drittel der Amerikaner glaubt, dass die Erde regelmäßig von Außerirdischen besucht wird. Das sind also mehr als 100 Millionen Amerikaner. Unzählige US-Bürger sind darüberhinaus fest davon überzeugt, dass die amerikanische Regierung im schwerbewachten Areal der Area 51 im Wüstensand von Nevada so einiges zu verbergen hat, allen voran Ufos und E.T.s. Vor etlichen Jahren war ich für ein Feature mal draußen in Rachel, Nevada, einer kleinen Ansiedlung in der Nähe des militärischen Sperrgebietes. Dort wohnen gläubige Ufo-Jünger, die behaupten, die Regierung verstecke Aliens in den in die Berge gebauten Gebäuden der „Air Force Base“. Im Interview mit der Betreiberin des „Little A’Le’Inn“ meinte diese plötzlich zu mir: „Du schaust so komisch, vielleicht bist Du sogar ein Alien“. Sowas hört man nicht oft als Journalist.

Hillary Clinton hat nun in einem Interview erklärt, falls sie ins Weiße Haus einziehen wird, werde sie dafür sorgen, dass die Regierung die Informationen preisgibt, die sie über Ufos und Außerirdische gesammelt hat. Natürlich nur, solange die nationale Sicherheit nicht gefährdet sei. Diese Einschränkung allein läßt Verschwörungstheoretiker aufhorchen, die sich sicher sind, dass die USA von einer Weltregierung bestimmt werden und sich in den Tiefen der Korridore dieses geheimen Militärareals wahre extraterrestrische Welten auftun.

Wer mehr über die Area 51 erfahren will, dem rate ich mit viel Zeit die Webseite Dreamlandresort.com zu durchforsten. Betreiber ist der in Las Vegas lebende Deutsche Jörg Arnu, der über viele Jahre eine umfangreiche Datenbank mit allen möglichen Informationen zum militärischen Sperrgebiet unweit der Millionenmetropole zusammen getragen hat. Satellitenbilder neben Berichten, Videos neben Audioaufnahmen. Wer Antworten erwartet, der wird enttäuscht sein, denn am Ende bleiben nur noch mehr offene Fragen.