Mit 14 lebenslänglich hinter Gittern

19 und 73. Zwei Zahlen, die erneut das brutale und unmenschliche Justizsystem in den USA anprangern. In 19 Bundesstaaten darf ein Richter 14jährige und jüngere Straftäter zu lebenslänglicher Haft ohne Aussicht auf Begnadigung verurteilen. 73 Straftäter sitzen derzeit in amerikanischen Gefängnissen, die zur Tatzeit 14 oder jünger waren. Ja, sie alle wurden wegen Mordes verurteilt. Doch die Frage ist, ist ein Kind schon soweit entwickelt, dass es die Folgen einer solchen Tat absehen kann? Darf man Kinder vor dem Gesetz so behandeln wie Erwachsene?

Ab dem kommenden Dienstag wird sich das amerikanische Verfassungsgericht mit dieser Frage beschäftigen. Es geht konkret um zwei Fälle, die jedoch für alle inhaftierten Minderjährigen Auswirkungen haben könnten. Kuntrell Jackson sitzt seit 1999 ein, er wurde für den Raubmord an einem Videoladenmitarbeiter mit der Höchststrafe belegt. Jackson behauptete, er hätte nur vor dem Laden Schmiere gestanden. Die Staatsanwaltschaft bezweifelte das und meinte, der Junge sei in der Videothek gewesen. Der Richter folgte dieser Argumentation. 2003 geriet der damals 14jährige Evan Miller und ein 16jähriger Freund in einem Trailerpark in Alabama mit einem betrunkenen Nachbarn in Streit. Sie erschlugen den Mann mit einem Baseballschläger und zündeten dessen Wohnwagen an. Sowohl Jackson wie auch Miller kamen aus gewalttätigen Familien.

Anwälte der Bürgerrechtsinitiative „Equal Rights Initiative“ haben sich dieser beiden Fälle angenommen. Sie meinen, die Bestrafung lebenslänglich ohne Aussicht auf Begnadigung sei eine „grausame und überzogene Bestrafung“. Man dürfe Kinder nicht wie Erwachsene vor dem Recht behandeln. Die Gruppe hat für die Anhörungen vor den höchsten Richtern im Land eine Unmenge an wissenschaftlichen Experten und Gutachtern geladen, die belegen sollen, dass Kinder und Jugendliche in dem Alter noch nicht ausgereift sind, um ihre Taten voll und ganz zu begreifen. Die Bundesstaaten wehren sich jedoch dagegen. Anwälte von Arkansas argumentieren, dass diese Verurteilungen Bundesstaatsangelegenheit sei und unter den Schutz des 10. Artikels der amerikanischen Verfassung falle. Es sei also jedem Bundesstaat überlassen, welche Strafen ausgesprochen werden. Unterstützung findet diese Haltung bei Opfergruppen, die bei Mord auch für Kinder und Jugendliche die Höchststrafe fordern…..man kann also derzeit nur froh sein, dass das Bundesverfassungsgericht in den USA die Todesstrafe für minderjährige Straftäter verboten hat und hoffen, dass auch hier Einsicht und Weitsicht auf der Richterbank herrschen werden.

Das tut schon weh!

Ein 23jähriger sitzt nun im Gefängnis von Little Rock und wird wohl dort zum Gespött seiner Mithäftlinge werden. Was war geschehen?
Der Mann ging zu einem Privathaus und bedrohte dort mit einer Pistole bewaffnet den Hausinhaber und forderte die Herausgabe von Geld. Doch irgedwas lief schief und der Räuber nahm Reißaus. Dabei fiel ihm seine Brieftasche aus der Jacke.
Als die Polizei kam, um den Sachverhalt aufzunehmen, klingelte das Telefon. Dran war der Räuber, der von seinem Opfer die Rückgabe der Brieftasche verlangte und als Treffpunkt eine nahegelegene Tankstelle angab. Dort wartete dann schon die Polizei auf den völlig verdutzten 23jährigen. Noch Fragen???