Reden wir mal übers Wetter

Um 17:30 Uhr ist es noch angenehm warm. Auch die Aussichten fürs Wochenende sind in Oakland gut.

Um 17:30 Uhr ist es noch angenehm warm. Auch die Aussichten fürs Wochenende sind in Oakland gut.

Also, ich kann mich nicht beklagen. Die Sonne scheint, der kalifornische Himmel ist blau. Sowohl in Nord- wie auch in Südkalifornien gibt es Wärmerekorde. Es macht richtig Laune, im T-Shirt und in kurzen Hosen spazieren zu gehen, die Blüten an den Bäumen verbreiten einen tollen Frühlingsduft….war da nicht was mit Winter? Und auch, wenn das Wetter nur so einlädt, um draußen zu sein, hier hofft man weiter auf Niederschlag, denn eigentlich müßte es zu dieser Jahreszeit regnen. Aber irgendwie öffnet Petrus über uns nicht seine Schleusen.

Es hat im Dezember heftiger und etwas im Februar geregnet, aber das war es. Die Reservoirs, Seen und Flüsse sind noch immer nicht auf Normalstand. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass die Situation in Kalifornien nur noch schlimmer wird. Trockenperioden werden länger und intensiver sein. Das was seit ein paar Jahren hier an der amerikanischen Westküste passiert ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommen wird.

Aber ok, ich beklage mich erst einmal nicht, ich genieße in diesen Tagen die Sonne. Gerade auch dann, wenn ich mir die Schneechaosbilder von der Ostküste ansehe, mit Freunden und Familie in Deutschland telefoniere oder die Wettervorhersage in der Nürnberger Zeitung durchlese. Es muß ja auch mal was gutes haben, im fernen Kalifornien zu leben. Aber so übers Wetter reden, erinnert mich an das Lied meines Feundes Atze Bauer…. ein zeitloser Klassiker.

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Von Höchstadt nach San Francisco – „I love se Cable Car“

Der Höchstädter Atze Bauer auf Cable Car Tour durch San Francisco.

Der Höchstädter Atze Bauer auf Cable Car Tour durch San Francisco.

Was lange währt oder so. Vor 15 Jahren hatte ich Besuch aus Franken. Atze Bauer kam vorbei und war schlichtweg angetan von der Cable Car in San Francisco. Nach einer SF Stadttour fragte er mich, ob er sich mal mein Aufnahmegerät ausleihen dürfe, er wolle ein paar Töne auf einer Cable Car Fahrt aufzeichnen.

Ein halbes Jahr später schickte mir Atze eine CD, darauf das Lied „I love se Cable Car“. Ein Ohrwurm schlechthin. Und das sage nicht nur ich, das befanden auch die Hörer meiner Sendung in und außerhalb von San Francisco. In den letzten 15 Jahren war „I love se Cable Car“ das am meisten gewünschte Lied, und dass, obwohl es nur auf der ersten Radio Goethe Compilation erschienen ist. Ja, Atze stiftete den Song auch noch für einen guten Zweck, damals fiel der Transmitter von KUSF in San Francisco aus und einige deutsche Bands halfen mit einer Benefiz-CD. Neben Atze Bauer waren aus dem Nürnberger Großraum noch Fiddler’s Green, Fade und die Shiny Gnomes vertreten. Dazu noch In Extremo, Megaherz, Faust, Hiss und viele andere. Den Cable Car Song hatte ich damals auch ans Cable Car Museum geschickt, die ganz begeistert von diesem etwas anderen und ungewöhnlichen Liebeslied waren.

Aber es geht ja hier um „I love se Cable Car“ und den aktuellen Bezug zu diesem besonderen „Evergreen“. Vor ein paar Wochen war Atze erneut zu Besuch. Diesmal hatte er eine feine, kleine Videokamera dabei, mit der er einfach alles filmte, was ihm vor die Linse kam. Er machte Aufnahmen von seinen ersten (und wahrscheinlich letzten) Surfversuchen, vom „Bush-Man“ in Fisherman’s Wharf, vom Essen und Trinken und natürlich von einer Cable Car Fahrt. Und das Ergebnis dieser letzten Kalifornienreise ist nun nach 15 Jahren das passende Video zur Radio Goethe Hitsingle „I love se Cable Car“. Idee, Kameraführung, Schnitt, Technik, Mix usw. alles Atze Bauer. Ein Selfie-Video, wie es wohl besser nicht sein könnte. Und warum hat das 15 Jahre gedauert? Die knappe Antwort des selbsternannten Höchstädter Liederchaoten, er habe erst seit kurzer Zeit ein Videoschneideprogramm mit dem er einigermaßen umgehen könne. Und, „für einen Cable Car Clip wurde es ja mal Zeit.“ Stimmt Atze, deshalb nun hier und heute die Weltpremiere des Videos zu „I love se Cable Car“. Klicken, klicken, klicken, der Song verdient den Erfolg.

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Kraftwerk in Oakland

„Where did you get that Radio Goethe jacket?“, fragte mich einer im Fox Theater in Oakland. „I am Radio Goethe“, meinte ich darauf. Klar, an so einem Abend muß ich doch meine von Atze Bauer bedruckte Radio Goethe Jacke tragen. Kraftwerk spielten zum ersten mal in meiner Wahlheimat Oakland. Erst wurde ein Konzert angekündigt, nun sind sie an drei Abenden in der Stadt. Ausverkauft.

Mein erstes 3D Konzert und es war der Wahnsinn. Am Eingang erhielt jeder Besucher eine 3D Brille ausgehändigt. Auch wenn mit Ralf Hütter nur noch ein Gründungsmitglied mit dabei ist, das macht rein gar nichts aus, denn die Kraftwerker bewegen sich eh nicht viel auf der Bühne. Vier Pulte, dahinter stehen sie in seltsam gestreiften Anzügen und dahinter eine riesige Leinwand, auf der Symbole herumfliegen und Filmchen gezeigt werden. Dreidimensional wohlgemerkt, der eine oder andere im Publikum, etwas berauscht vom nordkalifornischen Gras und den elektronischen Klangteppichen der Düsseldorfer, duckte sich immer mal wieder vorsichtshalber weg. Yeah!

Rund 140 Minuten lange beschallten Kraftwerk ihr begeistertes Publikum, der Altersdurchschnitt lag bei etwa 50. Ich war also weitaus nicht der Älteste, eher so im unteren Durchschnitt. Alle Platten der Elektro-Pioniere wurden abgearbeitet. Es klang frisch und doch, hier wurde das Fundament der modernen Musikwelt präsentiert. Kraftwerk leben von ihrem Namen, von ihrer Grundlagenarbeit in den 70er Jahren. Und doch ist das anders, als wenn hier Uriah Heep auf der Bühne stehen würde. Es ist nicht einfach ein Abspielen alter Songs, quasi „Easy Livin'“. Kraftwerk arbeiten vielmehr mit den technischen Möglichkeiten von heute, um ihren „alten“ Sound ganz neu zu präsentieren. Es ist ein Wohlfühl-Klangbad, in dem man sich akustisch und visuell aalt. Ein Hörgenuss für alte Fans und junge Neugierige, die von diesen „Germans“ schon viel gehört, aber sie noch nie so nah erlebt haben.

Wetter? War da was?

Der Osten und der Mittlere Westen der USA versinken im eiskalten Schneechaos, In Kalifornien ist es so trocken wie noch nie zuvor. Aber war da was? Eine Umfrage von Gallup zeigte nun, dass der Klimawandel und Umweltprobleme den Amerikanern sprichwörtlich am Allerwertesten vorbei gehen. Auf einer Liste von 15 Politikfeldern liegt die Umwelt gerade mal auf Rang 13, „Global Warming“ gleich dahinter auf Rang 14. Auf den letzten Platz kamen die „Race Relations“, die ethnischen Beziehungen in Amerika. Der „Melting Pot“ USA scheint problemlos zu funktionieren.

Klare Aussage, klare Ansage. Ganz vorne liegt die Wirtschaft, gefolgt von den Ausgaben der Regierung. Auf Platz drei überraschenderweise Krankenversicherung. Platz vier Arbeitslosigkeit, dahinter der ausufernde Beamtenapparat der Regierung, das Wohlfahrtssystem, Hunger und Obdachlosigkeit, Kriminalität und Gewalt, Terrorgefahr, Energienutzung, Drogenmißbrauch und dann auf Rang 12 die illegale Einwanderung.

31 Prozent der Amerikaner, so wenige wie noch nie, sorgen sich um die Umwelt. Nur 26 Prozent glauben an die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Den Amerikanern fehlt schlichtweg ein Vielparteiensystem wie in Deutschland. Eine breite und einflussreiche grüne Bewegung wird es nicht geben, denn die hat politisch keine Chance. Die „Green Party“ in den USA gilt als ein Haufen Spinner und Querdenker, die unpatriotisch und anti-amerikanisch sind, denn der „American Way Of Life“ ist nur auf dem Dollarnotenpapier grün.

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Schweizer Turntablist in SF

Strotter Inst.Nur selten bekomme ich Donnerstagabends Live-Gäste ins KUSF Studio. Und wenn es mal klappt, dann ist das immer etwas besonderes. In der Vergangenheit kamen Schauspieler wie Moritz Bleibtreu und Franka Potente oder Musiker wie Atze Bauer und Hans-Joachim Irmler vorbei. Am letzten Donnerstag dann etwas ganz aussergewöhnliches. Strotter Inst. aus Bern, dahinter steckt Christoph Hess, ein exerimentierfreudiger Eidgenosse, der mit Plattenspielern Musik macht. Und das ganze ohne Vinyl. Strotter Inst. ist kein DJ, er ist vielmehr Soundtüftler. Er spannt Gummibänder, lässt den Tonarm über Hindernisse laufen, verändert den Klang der Nadel und heraus kommt eine Soundlandschaft, die schwer zu beschreiben ist, die man hören muß.

Hier ist der Mitschnitt des Live „Konzertes“ in der Sendung Radio Goethe auf KUSF.

Strotter Inst. auf KUSF     

Und hier noch die Webseite von Strotter Inst.

Nürnberg rockt

Youtube ist einfach ein wunderbarer Zeitvertreib, auch aus Nürnberger/fränkischer Sicht…wie hier mit Fiddler’s Green, ohne Zweifel eine der wohl besten Live-Bands Deutschlands…

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….kennt noch jemand Blue Manner Haze, die nur genial waren und eine Hammer Platte vorgelegt haben…

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…oder hier die Shiny Gnomes. Ihr Meisterwerk und eine meiner Top Ten Platten aller Zeiten ist mccreatrix…

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…und man muss ihn einfach lieben – Atze Bauer – schöne Grüsse nach Höchstadt…

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