Zum Tod von Ellen Tauscher

Die Demokratin Ellen Tauscher verstarb am Wochenende. Foto: Reuters.

Die frühere Abgeordnete der Demokraten, Ellen Tauscher, ist am vergangenen Wochenende im Alter von 67 Jahren in einem Krankenhaus in Palo Alto gestorben. Unter Barack Obama kam sie als Expertin für Waffenkontrolle ins State Department und arbeitete dort massgeblich am „New Strategic Arms Reduction Treaty“ mit Russland, das 2010 unterzeichnet wurde. Die damalige Außenministerin, Hillary Clinton, sagte über Ellen Tauscher, sie sei „die wichtigste Person in den Verhandlungen um das neue START Abkommen“ gewesen. „Ich glaube, ohne sie wäre es nicht zustande gekommen“, erklärte Hillary Clinton.

Vor 15 Jahren lernte ich Ellen Tauscher kennen. Für den SWR sollte ich über einen längeren Zeitraum den Wahlkampf eines Kandidaten oder einer Kandidatin begleiten. Hier in der San Francisco Bay Area fiel meine Wahl auf Ellen Tauscher, die erneut im 10. Kongressdistrikt von Kalifornien in der East-Bay kandidierte. Es war ein umkämpfter „Swing District“, ganz untypisch für die sehr liberale San Francisco Bay Area. Doch der Bezirk ist nahe genug an Oakland, um regelmäßig Veranstaltungen der Politikerin zu besuchen, Reden zu hören und mehrere Interviews mit ihr zu führen. Ich schrieb damals eine Mail an ihr Büro und wurde überraschenderweise zu einem Vorgespräch eingeladen. Überraschend deshalb, weil amerikanische Politiker in der Regel kein Interesse an internationalen Journalisten haben. Immerhin bringen die keine Stimmen und kein Geld.

Doch die Büroleiterin von Ellen Tauschers Kampange ließ sich überzeugen und stimmte zu. Ellen gab kurz darauf auch grünes Licht. Ich konnte die Demokratin über einen Zeitraum von sechs Monaten mehrmals interviewen, traf sie regelmäßig auf Veranstaltungen, wurde sogar zu exklusiven Fundraising Events in Privathäuser eingeladen. Nach Jahren erzählte mir die Büroleiterin bei einem Mittagessen, dass sie damals an einem Punkt auch einen FBI Background Check von mir machen ließen, denn jemand im Büro fragte, wer ist das überhaupt? Ellen Tauscher war auch als Kongressabgeordnete in die Rüstungskontrolle eingebunden und vertrat einen wichtigen Flügel ihrer Partei im Abgeordnetenhaus, der „New Democrat Coalition“. Und es war die Zeit nach 9/11. Das FBI stufte mich als „sicher“ ein.

Ich lernte Ellen Tauscher als eine freundliche, offene, interessierte, intelligente, redegewandte, humorvolle, aber auch direkte Politikerin kennen. Sie nahm sich immer wieder Zeit für dieses Hörfunk-Portrait, obwohl es in einer anderen Sprache und in einem anderen Land ausgestrahlt wurde. Wir hatten manchmal Meinungsverschiedenheiten, z.B. beim Thema Todesstrafe, aber wenn es um George W. Bush ging, mussten wir während der Interviews auch schon mal heftig lachen. Ellen Tauscher war eine engagierte Politikerin, die sich durchaus auch einmal gegen Nancy Pelosi als Sprecherin des Kongresses wandte. Doch Tauscher konnte Brücken bauen, in ihrer eigenen Partei und auch „across the aisle“. Politikerinnen wie Ellen Tauscher fehlen heute mehr denn je in Washington.

Er schafft sich selbst ab

Wer dachte, Donald Trump wird in Washington aufräumen, der sollte sich langsam warm anziehen. Trump bringt da eine Mannschaft zusammen, bei der man nur noch den Kopf schütteln kann. Wie kann es sein, dass Rick Perry zum Energieminister ernannt werden soll, jenem Ministerium, das er im Wahlkampf 2012 als republikanischer Kandidat noch abschaffen wollte? Peinlich, wie er damals von drei Ministerien sprach, die er als Präsident umgehend streichen würde. Eines davon fiel ihm auf der Bühne nicht ein, es war das Energieministerium, das er nun leiten soll.

Rick Perry hat(te) gute Gründe dafür das Ministerium in Washington aufzulösen, denn der Texaner ist eng mit der Ölindustrie in seinem Bundesstaat verbandelt. Die Ausrichtung des Energieministeriums unter Trump/Perry ist also klar. Zukunftsorientiert, regenerative Energiequellen, Energiesparmaßnahmen, alles fehl am Platz. Donald Trump setzt mit seiner Wahl des Energieministers und auch mit seiner Entscheidung den Chef des ExxonMobil Unternehmens, Rex Tillerson, zum Außenminister zu machen deutliche Zeichen. Öl, Erdgas, Kohle…Willkommen im Trump-Reich.

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