„We’re doomed!“

Gestern Nachmittag war ich für einen Zahnarzttermin in San Francisco. Gegen 16:45 Uhr machte ich mich auf den Rückweg von der Marina, entlang des Embarcadero in Richtung Bay Bridge. Bis dahin ging es noch. Doch dann kam Harrison Street. Nichts ging mehr, für vier Häuserblocks brauchte ich eine Stunde. Und das bei über 30 Grad Hitze. Ich hoffte nur, dass mein in die Jahre gekommener VW Bus gerade jetzt nicht den Geist aufgeben würde.

Doch als ich da so mit anderen genervten, hupenden und nur an ihren Vorteil denkenden Autofahrern in der Schlange stand, dachte ich mir, „we’re doomed“. Wie soll das noch mal anders werden? Der Verkehr ist ein riesiges Problem, gerade in Ballungsräumen wie der San Francisco Bay Area. Wer hier über eine Brücke muss, quasi durch eines der etlichen Nadelöhrs, der hat tagtäglich ein Problem. Hinzu kommen ungewollte Autobahnparkplätze wie der 80er zwischen Albany und der Bay Bridge, da rollt meist gar nichts. Ganz zu schweigen von den Problemen in der Süd Bay rund um das vielgepriesene Silicon Valley. Allein die Verkehrssituation in der Bay Area ist Grund genug wegzuziehen.

Schöne Ausblicke gibt es an den Brücken in der Bay Area.

Doch hier setzt man nicht auf den verstärkten Ausbau und Umbau des öffentlichen Nahverkehrs, mit dem Ziel einer neuen und auch umweltbewussteren Verkehrspolitik. Nein, hier wird weiterhin der motorisierte Individualverkehr vorangetrieben. Fahrdienste wie „Ueber“ und „Lyft“ entlasten die Situation nicht, sie verschlimmern nur noch die Lage auf den Straßen. Und dann sind in der Bay Area gleich ein gutes Dutzend und mehr Firmen damit zugange, die fahrerlosen Autos auf die Straßen zu kriegen, die schon jetzt total überfüllt sind. Wo soll das noch enden?

Präsident Donald Trump, der einfach alles rückgängig macht, was sein Vorgänger durchgesetzt hat, ließ nun die Meilen Standards für PKW zurückdrehen. Barack Obama wollte die Autoindustrie dazu verpflichten, an Fahrzeugen zu arbeiten, die 50 Meilen pro Gallone schaffen. Donald Trump halbiert das kurz mal. Auch der Hype mit Hybrid- und Elektroautos kann keine Lösung sein. Sie sind zwar sparsamer in ihrem Energieverbrauch, aber sie verstopfen genauso die Straßen und damit den öffentlichen Raum wie Benzinkutschen. Und mal ganz ehrlich, auch die Energie für das Laden eines Elektromotors und die Produkton von aufladbaren Akkus kostet einiges an Energie.

All das ging mir durch den Kopf, als ich da im Stau stand. Ich hatte ja Zeit, eine Stunde lang für vier Blocks, die Einfahrt zur Bay Bridge immer vor Augen. Man kann nun sicherlich sagen, dass Donald Trump kein Visionär in Sachen Umwelt-, Verkehrs- und Energiepolitik ist. Doch ihm allein die Schuld zuzuschieben, wäre falsch. Hier in der sehr liberalen Bay Area gibt es genügend kluge Köpfe, die durchaus Visionen haben. Das zeigen sie immer wieder zu genüge. Doch es sind Visionen, so scheint es mir zumindest, bei denen am Ende viel Geld zu verdienen ist. Fahrdienste, fahrerlose Autos, Elektrofahrzeuge, Verkehrsleitsysteme, smarte Parkuhren, Innenstadt Apps für die Parkplatzsuche. Mir fehlt bei allem der Mut und der politische Willen wirkliche Veränderungen durchzuführen. Denn das zahlt sich wohl nicht in Geld und Macht aus.

Der Müll Nazi

Überall in den USA stehen die Schilder entlang der Landstrassen und Autobahnen: „Adopt a Highway“. Bürger und Gruppen, lokalen Unternehmen und Kirchengemeinden raffen sich dann immer mal wieder zusammen und erklären sich dazu bereit, eine Meile Highway sauber zu halten. Das heisst, sie sammeln den Müll ein, den Autofahrer so aus dem Fenster schmeissen und der sich entlang der Strasse ansammelt.

Nun hat sich in Colorado eine extreme Nazi Organisation für ein Strassenstück angemeldet und das schlägt im ganzen Land hohe Wellen. Die Nazis sagen, sie seien pflichtbewusste Bürger, andere meinen, man dürfte solchen Hasspredigern kein Forum bieten. Und das sei es, wenn an der Strasse nun ein Schild mit dem Namen der Organisation stehen wird. Doch einige meinen süffisant, man solle die Nazis doch den Müll aufsammeln lassen….was passe besser zu ihnen. Die Behörden haben nun zugestimmt, auch auf Anraten von Bürgerrechtsgruppen, die erklärten, die Meinungsfreiheit sei eben auch die Freiheit Andersdenkender.

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Ein Satz mit „X“…

… „das war nix“ dachte sich Arnold Schwarzenegger am Dienstagabend, als die Ergebnisse der Sonderwahl eintrudelten. Spärlich kamen sie, denn die Wahlbeteiligung war alles andere als zufriedenstellend, sie war schlichtweg katastrophal. In einige Wahllokale kam gerade mal ein gutes Dutzend Wähler, um über die Finanzierungskonzepte des Gouvernators abzustimmen. Und dabei hatte der Tag so gut angefangen. Er war extra nach Washington geflogen, um dort neben Präsident Obama in der Sonne zu stehen, als dieser die neuen Richtlinien für den Spritverbrauch bei Kraftfahrzeugen vorstellte, die nach dem Vorbild Kaliforniens festgelegt wurden. Und dann sowas….die ollen Wähler in seinem Sonnenstaat wollten ihm einfach nicht folgen.

Kalifornien ist hoch verschuldet. Die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen und da dachte sich Schwarzenegger, pumpen wir uns einfach noch ein bisschen Geld und lassen mal zukünftige Generationen und Adminstrationen damit umgehen. Irgendwie geht das schon. Doch das war wohl nichts. Die Minderheit in Kalifornien hat entschieden, dass die gewählten Volksvertreter in Sacramento sich was neues ausdenken müssen. Und das tun sie jetzt auch. Jetzt wird drastisch gespart, bei allem….Polizei, Feuerwehr, Gesundsheitsvorsorge, sozialen Einrichtungen und Programmen, Parks und öffentliche Einrichtungen. Der Rotstift tanzt am Tag danach Polka. Schwarzenegger und die Abgeordneten werden sich sagen „wir wollten ja, aber die Wähler nicht“. Von daher können sie das nun ohne schlechtes Gewissen tun. Gebühren werden steigen, die Löcher in den Strassen noch grösser werden und bei Behörden wird man noch seltener eine Auskunft bekommen. Das ist schon jetzt bitterer Alltag im amerikanischen Westen.

Arni hat noch 19 Monate im Amt als Gouverneur, danach wird er drei Kreuze machen. Denn den Job hat er sich wohl anfangs anders vorgestellt. Aus der Idee des Sonnenkönigs im eigenen Staat ist nichts geworden. Und mit Sicherheit wird er am Schluss nicht seine berühmten Worte aus dem Terminator Film sagen „I’ll be back“. Denn von der Politik hat er mit Sicherheit die Nase voll.

Das Ende einer Legende

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Nach 83 Jahren ist Schluss. Die einst legendäre Automarke Pontiac ist reif für den Schrottplatz. GTO, Firebird oder Trans-Am, das sind Modelle aus längst vergangenen Tagen. Die ruhmreichen Jahre der amerikanischen Automobilindustrie sind lange vorbei. Nun krebsen GM, Chrysler und Ford nur noch herum und versuchen sich auf Druck der Obama-Regierung gesund zu schrumpfen. General Motors, der einst grösste Autokonzern der Welt, stösst alles ab, was nichts mehr einbringt. „Saturn“ und „Hummer“ Fabriken werden geschlossen, falls sich keine Käufer finden sollten und nun ist auch Pontiac dran.

Es geht um das Überleben einer ganzen Branche, ja, ganzer Landstriche in den USA. Da zählen keine Gefühlsduselei und nette Jugenderinnerungen in aufgedrehten PS-Karossen. Es geht nur noch um Zahlen. Und die brachte die Marke Pontiac schon lange nicht mehr. In den 60ern und 70ern war Pontiac noch was, konkurrierte mit dem Ford Modell „Mustang“ und sogar mit Porsche. Doch das ist Vergangenheit. Nun wird die Firma von GM abgewickelt. Was bleibt sind ein paar nette Werbespots aus besseren Tagen.

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