Geisterjagd bei Techno Mukke

Sitze hier mit Zahnschmerzen nach einer langen, schlaflosen Nacht. Gestern bekam ich eine Wurzelbehandlung, puh….gerade lief die WDR Live-Konferenz des letzten Bundesligaspieltages…Dortmund hat den Sprung in die Europaliga nicht geschafft…Mist…da kriege ich noch mehr Zahnschmerzen.

Draussen hängt noch dick der Nebel, ich brenne hier die neueste Radio Goethe Sendung auf CD, einige Stationen bekommen nämlich noch auf diesem Weg das Programm zugeschickt. In der aktuellen Ausgabe geht es um die elektronische Musikszene aus Deutschland mit einem halbstündigen Spezial über T.Raumschmiere.

Radio Goethe     

Passend, denn an diesem Wochenende gibt es gleich mehrere Festivals in den USA, bei denen deutsche DJs und Elektro-Musiker teilnehmen. Hier in San Francisco findet das 12. etd.Pop Festival statt, Headliner der Berliner Paul van Dyk. Und in Detroit läuft  das „Detroit Music Festival“ über die Bühne….einige deutsche Acts, wie Ellen Allien und Tiefschwarz, sind auch mit dabei.

Für mich steht heute am Mittag ein Interview mit der Schweizer Musikerin Charlotte Hug an. Experimentelle Avantgarde Musik…Hug ist auf Einladung in San Francisco, um hier ihre jüngste CD live zu präsentieren. Ich bin mal gespannt, auf sie als Interviewpartnerin und als Live-Musikerin. Leichte Kost ist es sicherlich nicht, aber ich werde gerne mal musikalisch heraus gefordert.

Und am Nachmittag geht es hoch nach Sacramento und von dort östlich zu einem Hotel in der Pampa. Geisterjagd steht heute Nacht an. Für den SWR mache ich ein Feature über Geisterjäger und eine Organisation trifft sich heute Nacht in diesem Hotel, in dem es spuken soll. Mal sehen, was ich erlebe und vor allem, was ich aufnehmen kann. Hoffe nur, dass mir kein böser Geist meine Aufnahmen vemasselt.

„Der müde Tod“ im Elektrogewand

Musik ist eine internationale und vor allem zeitlose Sprache. Ich weiss, wovon ich rede, denn seit fast 13 Jahren lege ich CDs im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf. Deutsche CDs wohlgemerkt, deutsche Mucke. Und die reicht von den experimentellen Klängen der sogenannten Krautrock Ära, a la Faust, bis hin zu den harten Riffs von Rammstein und den Country-Rock Tönen der Nürnberger Smokestack Lightnin‘. Erlaubt ist alles, was Spass macht und ankommt.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich durchaus meine Vorlieben habe. Da ist zum Beispiel die Berliner Elektro-Szene. Da passiert einfach so viel, da kommen immer neue Sachen, neue Impulse. Das reicht von der DJ-Szene bis zu avantgardistischen und experimentellen Klängen.

Eine Band, die es mir besonders angetan hat ist ALP. Wie kann man ihre Musik beschreiben? Oder, wie lässt sich ihre Musik, dieser kompakte Sound, in Worte fassen? ALP nehmen von allem etwas. Da hört man Downbeat, da hört man Punk, da hört man Avantgarde. Da sind langatmige, endlose Elektrobeats aufgetürmt, die dann von fetzigen Gitarrenriffs zerteilt werden. ALP heisst hinhören. Es ist Soundtrack Musik, für den eigenen kleinen Film, der von den Momentaufnahmen des Alltags lebt. Klingt das zu kompliziert? Ok, hier sind einige Soundbeispiele:

ALP1:      
ALP2:      
ALP3:      

ALP bringen aber nicht nur diesen vereinenden Charakter verschiedenster Einflüsse in ihre Musik. Sie nutzen die Sprache Musik für alte Filme. Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit sie in Berlin-Friedrichshain irgendwo in einer Hinterhofgarage live zu sehen. Es war ein schräger Club in einer ehemaligen Werkstatt. Ein Euro Eintritt, ein Euro Bier…und dann kamen ALP auf die Behelfsbühne. Hinter ihnen eine Leinwand, auf der „Panzerkreuzer Potemkin“ lief…und ihre Musik untermalte diese alten Schwarz-Weiss Bilder, hauchten ihnen ein ganz neues Leben ein. Das zeichnet ALP aus, sie überbrücken Genres und Zeiten.

Und nun kommen ALP nach Nürnberg, mit einem „neuen“ Film im Gepäck. „Der müde Tod“ von 1921. Fritz Langs Klassiker. Das ganze findet am kommenden Sonntag, 10. Mai (21. Uhr) im Kommkino statt. Also hingehen, geniessen, eintauchen in Bilder und Soundwelten.

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