Bärige Zeiten

1984 wurden in Kalifornien 4080 Schwarzbären gezählt. Zehn Jahre später waren es schon 17,800 und 2008 wuchs die Anzahl der Schwarzbären auf 37,518 an. Früher wanderten die Bären einfach für einen Snack zu Campingplätzen, traten mal kurz gegen einen Abfallbehälter und frassen die Reste auf. Das ist nun vorbei. Wer schon einmal in den kalifornischen National- oder Stateparks war, der wird die „bear proved“ Mülleimer gesehen haben.

schwarzbaerDoch die steigende Bärenbevölkerung hat nach wie vor Appetit. Fast in jedem County von Kalifornien trifft man nun auf Schwarzbären. Und nicht nur das, die bis zu 300 Pfund schweren Tiere sind vom Knacken der Mülleimer auf Hauseinbrüche umgestiegen. Immer mal wieder kommen Bewohner nach Hause und finden Mutterbär mit ihren Kleinen im Garten oder auch im selbst Haus vor. Dort leeren sie Vorratskammern und Kühlschränke und gehen nicht gerade behutsam vor.

Gerade in Wald nahen Gebieten in Nordkalifornien, wie der Lake Tahoe Area, ist das Bärenproblem riesig geworden. Die Beschwerdeanrufe bei lokalen Behörden und Polizeidienststellen stiegen in den letzten Monaten drastisch an. Die Bären haben in diesem Jahr früher als gewohnt ihre Überwinterungsplätze verlassen. Normalerweise sieht man sie erst im Mai/Juni, doch dieses Jahr waren sie schon im März auf den Beinen. Bewohner fordern nun den Schutz vor den Bären.

Das Problem ist aber auch hausgemacht. Früher lebten Grizzlies in Kalifornien, die darauf achteten, dass die Schwarzbären nicht in ihre Gegenden kommen. Doch der letzte Grizzly ist schon vor langer Zeit dem Jäger vor die Flinte gelaufen, die Schwarzbären können sich nun ausbreiten wie sie wollen. Und auch der Trend raus aus den Ballungsgebieten und in die freie Natur zu ziehen, fördert die Konfrontation mit den Felligen. Darüberhinaus wächst die Population der Schwarzbären, immer mehr Jungtiere werden gesichtet. Das alles könnte zu einem noch grösseren Problem werden.

Bärenstark

Bär im YosemiteBären bevorzugen Minivans. Das hat nun eine Studie herausgefunden, die sich mal genauer mit den Zahlen von aufgebrochenen Autos im Yosemite Nationalpark befasste. Die Wahrscheinlichkeit liegt demnach viermal höher, dass sich dort ein Bär das Auto von innen ansieht und nach Fressen sucht, wenn man mit einem Minivan unterwegs ist. Das liegt sicherlich daran, dass diese Art des fahrbaren Untersatzes eher eine Familienkutsche ist, die Kleinen auf dem Rücksitz gerne mal mit Erdnussbutter bestrichende Sandwiches rumschmieren oder andere Leckereien rumsauen. Das zieht dann des nächtens Bären an, die ganz gezielt Minivans raussuchen, denn da gibt es aus Bärensicht immer was zum Schleckern.
Der Schaden ist dann meist erheblich. Von eingeschlagenen Fenstern bis zu aufgebrochenen Autotüren, ganz zu schweigen von den zerrissenen Sitzen im Innenraum. Man fährt also wohl besser mit einem Zweisitzer nach Yosemite und isst nichts unterwegs.