King Donald und sein alternatives Königreich

Präsident Donald Trump zitiert gerne jene am Morgen, die ihm huldigen, ihn preisen, ihn loben. So auch am heutigen Dienstag, als er die Worte des Fox Business Moderators Lou Dobbs wiedergibt. Nach Dobbs hat Trump also mehr für Minderheiten in den USA getan, als andere Präsidenten. Das gefällt Trump, auch wenn das, was Dobbs da sagt, nicht stimmt und nur weil er es sagt nicht stimmen muss. Aber egal, Donald Trump genießt die warmen Worte am Morgen.

Es wird immer deutlicher, dass der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in einer Parallelwelt lebt und nur für sie regiert. Vorbei am Großteil der USA und der Welt. Sein nun angekündigter Frontalangriff auf Google und andere High Tech Firmen, die, wie er sagt, nur schlechte Nachrichten über ihn verbreiteten, passt in dieses Bild. Donald Trump kann mit Kritik und kritischen Anmerkungen nicht umgehen. Er versteht gar nicht, wie man das, was er macht, was er sagt, wie er sich verhält, wie er auf andere wirkt, nicht als großartig und positiv bewertet. Donald Trump teilt die USA in ein Amerika vor seinem Amtsantritt und eines nach seinem Amtsantritt ein. Vor ihm war alles schlecht, mit ihm ist alles gut. So einfach ist die Weltsicht dieses Präsidenten.

Dass Amtsvorgänger Barack Obama durchaus die Weichen für den wirtschaftlichen Boom stellte, den Trump nun beackern kann, das will er nicht wahrhaben. Dass seine „America First“ Politik vielleicht in einer globalen Welt etwas kurzsichtig ist, erkennt Trump nicht. Warum auch, seine von ihm geblendeten Wählerinnen und Wähler glauben ihrem Märchenonkel weiter, der da von blühenden Landschaften, von internationalem Respekt, von zufriedenen Minderheiten im eigenen Land spricht.

Die Realität sieht allerdings anders aus. Trumps Wähler scheinen nicht nach Mexiko oder Kanada, nicht nach Deutschland oder Frankreich und schon gar nicht in die afrikanischen „Shithole Countries“ zu reisen, um sich vor Ort über das Bild Amerikas zu informieren. Der Großteil der Trumpianer lebt nicht in Großstädten, erlebt nicht die Realitäten des sozialen Kahlschlags und die Auswirkungen auf sozial Schwache und Angehörige von Minderheiten. Und für sie ist es unverständlich, ja, ein Affront, dass ihr King Donald nicht zur königlichen Trauung nach England eingeladen wurde und nicht an Staatsbegräbnissen wie denen der einstigen First Lady Barbara Bush und des jüngst verstorbenen Senators John McCain teilnehmen darf und soll. Trump dreht selbst diese für ihn bitteren Realitäten in Verschwörungstheorien um, die seine Anhänger in ihrer alternativen Weltsicht für real halten. Er sieht sich als Opfer einer Verschwörung aus Medien, antiamerikanischen Interessen und einem „Deep State“. Amerika durchlebt in diesen Tagen wahrlich seltsame Zeiten und ein Ende scheint mit diesem Präsidenten nicht in Sicht zu sein.

Bush Tochter auf Abwegen

Barbara Bush, die Tochter von „W“, hält zumindest in einem Bereich nicht so viel von der früheren Politik ihres Vaters. Die 29jährige tritt nun in einem Video der Organisation „Human Rights Campaign“ für die gleichgeschlechtliche Ehe ein und watscht damit den Vater ab, der sich lautstark gegen die Homo-Ehe aussprach und damit sogar 2004 den Wahlkampf gegen John Kerry gewann.

Doch damit ist die Präsidententochter nicht die einzige, die mit der früheren Adminstration bricht. Schon First Lady Laura Bush meinte in einem Interview, dass Gay-Ehen einfach kommen werden. Wichtig sei, dass sich die Partner lieben und füreinander sorgen. Dann sollte jeder die gleichen Rechte haben. Und auch im Haus McCain wird anders gedacht als der republikanische Papa das gerne möchte. Sowohl Ehefrau Cindy McCain wie auch Tochter Meghan McCain haben sich in der Vergangenheit für die Rechte Homosexueller eingesetzt. Selbst Mary Cheney, die Tochter, des ehemaligen Vize-Präsidenten Dick Cheney, schockte die konservative Basis. Sie ist lesbisch und fordert ganz selbstverständlich ihre Rechte ein.

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