Bayern so nah und doch so fern

Während in Bayern geweint und gelacht wird an diesem Wahltag, feiert man in Petaluma, rund eine Autostunde nördlich von San Franciso Oktoberfest. Das Wahldebakel der einen, das historische Ergebnis der anderen und der erstmalige Einzug der Rechtspopulisten in den bayerischen Landtag kommt hier nicht zur Sprache. Die „Steve Balich Band“ spielt zum Tanz auf, die Schuhplattler der Nature Friends bringen etwas Folklore in den Saal, bei Bratwurst, Bier und Bienenstich lässt es sich feiern.

Oktoberfest am Golden Gate. Die Schuhplattler in der Festhalle der Hermanns Söhne in Petaluma.

In der Festhalle der Hermanns Söhne von Petaluma findet das alljährliche Oktoberfest statt. Es ist schon lange Tradition, dass dieses eigentlich urbayerische Fest hier gefeiert wird. Alle helfen mit, egal, woher sie ursprünglich auch aus Deutschland sind. Und überhaupt werden deutsche Feste hier gefeiert, wie sie fallen. Seit 1931 steht die Halle der Hermanns Söhne, dekoriert mit den Wappen der Bundesländer. Zum Fahneneinmarsch wird erst die deutsche Nationalhymne und dann „The Star Spangled Banner“ gesungen. Irgendwie ist man hier zwischen Heimat und Daheim, die kulturellen Wurzeln werden gepflegt.

Lederhosen und Dirndl, Alt und Jung feiern gemeinsam. Und doch, das hohe Alter vieler Mitglieder und Besucher ist auffallend. Die Hermanns Söhne sind eine in die Jahre gekommene Organisation, die viel zur Geschichte der Deutschen in der San Francisco Bay Area beigetragen hat. Früher gab es Dutzende von Logen im ganzen Bundesstaat, heute sind nur noch ein paar wenige übrig geblieben. Doch deutsch ist man im Herzen geblieben, auch wenn all die Mitglieder, mit denen ich gesprochen habe, schon 50, 60 und mehr Jahre hier in den USA leben, schon lange amerikanische Staatsbürger sind. Es ist der Zusammenhalt, die gleiche Herkunft und vor allem die gleiche Sprache, die man spricht, wird mir erklärt. Auf den Versammlungen der Loge wird noch immer Deutsch gesprochen, darauf wird großer Wert gelegt.

Es sind beeindruckende „Stories“, die ich für die Recherche zur deutschen Geschichte in der San Francisco Bay Area höre. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles zu Papier bringen soll, wie das alles am Ende in der „Langen Nacht“ klingen wird. Drei Stunden sind viel Zeit und dann auch wieder nicht. Immerhin wird der Bogen vom Goldrausch bis zum High Tech Boom, 150 lange Jahre später gespannt. Und ein bisschen wird auch vom Oktoberfest in Petaluma zu hören sein, an diesem „historischen“ Wahltag in Bayern.

 

Aus 1 mach 3

Dreigeteilt soll Kalifornien in Zukunft sein.

Im November geht es am Wahltag um einiges. Die große Frage in den USA wird sein, ob die republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat gehalten werden und damit Donald Trump für die nächsten zwei Jahre beruhigt weiter regieren kann. Die Demokraten hoffen auf ihre Chance, auf genügend Wählerinnen und Wähler, die genug haben von Donald Trump und seiner Art, seinem Ton, seinem Getweete.

Doch da steht noch viel mehr an am Wahltag, u.a. Gouverneurswahlen in einigen Bundesstaaten und viele Abstimmungen. Nun hat es in Kalifornien auch eine Initiative auf den Wahlzettel geschafft, die sich „Cal 3 Initiative“ nennt. Nahezu 400.000 Unterschriften wurden gesammelt, damit die Kalifornier darüber abstimmen können, ob aus ihrem Bundesstaat drei Bundesstaaten werden sollen: Nordkalifornien, Kalifornien und Südkalifornien.

Hinter der Aufspaltung des Sonnenstaates steckt der Investor Tim Draper, der mehrere Millionen Dollar in dieses Projekt investiert, und das nicht zum ersten Mal. Schon vor ein paar Jahren trat er an, um Kalifornien zu zerschlagen, damals noch in sechs Teile. Nun also drei, die für sich besser existieren sollen, so Draper, und vor allem besser regiert und repräsentiert werden sollen. Die Opposition formiert sich bereits und wischt das Anliegen des Multimillionärs vom Tisch. Denn mit einer Spaltung Kaliforniens würde der Sonnenstaat auch seine Machtrolle in den Vereinigten Staaten von Amerika verlieren. Es wird also zu einem heißen Kampf um die Einheit Kaliforniens kommen.

Tim Draper erhofft sich mit seiner Kampagne Zeichen für die USA und weltweit zu setzen. Was da am Pazifik passiert könnte also auch interessant für die fränkische Abspaltungsbewegung von Bayern sein. Wobei es hier keinen so großen kulturellen Unterschied zwischen den Nord-, Central- und Südkaliforniern gibt, wie er zwischen den Franken und den Bayern existiert.

Oakland hat mehr Morde als Bayern

Die gute Nachricht zuerst, die Mordrate ist in Oakland gesunken. Letztes Jahr lag sie zu diesem Zeitpunkt bei 38, ein Jahr zuvor bei 45. 2017 gab es bislang „lediglich“ 36 Morde zu verzeichnen. Doch dieses lediglich ist auch schon die schlechte Nachricht, es sind 36 zu viel Menschen ermordet worden. Zum Vergleich, in ganz Bayern wurden 2016 38 Menschen ermordet. In Oakland leben 420.000 Menschen, in Bayern 12,5 Millionen.

Was hier in Oakland passiert ist keine Ausnahme. Oakland ist nicht gefährlicher oder sicherer als andere Großstädte in den USA. Die Gewalt konzentriert sich meist auf ein paar Brennpunkte in ein paar Stadtteilen. Wenn man da nicht wohnt und nicht hingeht, lebt man ganz gut in dieser Stadt, die derzeit boomt. Es gibt eine faszinierende und lebendige Kunst- und Kulturszene, neue Restaurants, Kneipen und Cafés werden eröffnet, Oakland hat viel zu bieten, „The Town“ tritt endlich aus dem Schatten von „The City“ heraus.

Hier hat man jedoch mit der Gewalt zu leben gelernt. Sie ist da, das weiß hier jeder. Man stellt sich darauf ein und sagt sich selbst, das ist weit weg, auch wenn es Luftlinie nur wenige Kilometer sind. Was hier passiert wird deutlich in dem Polizeibericht, der heute früh per Email kam. Darin werden jene Morde aufgelistet, die seit Ende März passiert sind und zu einer Verhaftung führten. Die Aufklärungsrate ist, auch im Vergleich zu Bayern, mehr als gering.

On March 21, 2017, 2:45 p.m., the Oakland Police Department responded to reports of an unresponsive man in the street in the 400 block of 13th Street. Officers located, 53-year-old Kenneth Cannon. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries a few days later. On July 6, 2017, the Oakland Police Department arrested the 36-year-old homicide suspect, Bryant Clofer of Oakland and was charged by the Alameda County District Attorney’s Office on July 10th with the murder of Cannon.

On March 29, 2017, at 10:22 p.m. the Oakland Police Department responded to the 9500 block of MacArthur Blvd on reports of a gunshots. Responding officers located a 17-year-old-male suffering from a gunshot wound. Emergency medical services on scene pronounced the victim deceased. On April 12, 2017, 18-year-old Olezja Booker of Oakland, was arrested and charged with manslaughter by the Alameda County District Attorney’s Office on July 14th.

On April 9, 2017, at 5:44 p.m., the Oakland Police Department was notified of a possible gunshot victim at a residence in the 1000 block of 66th Avenue. Responding officers located a 41-year-old male victim, Dennis James of Oakland, who was suffering from a gunshot wound. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries a few days later. On May 18, 2017, the Oakland Police Department arrested the 22-yeard-old homicide suspect, Alonte Hilliard of Oakland was charged by the Alameda County District Attorney’s Office with the murder of James on May 22nd.

On April 12, 2017, the Oakland Police Department responded to a report of gunshots inside an apartment building in the 800 block of E18th. Responding Officers located the 17-year-old victim suffering from a single gunshot. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries. Officers arrested 18-year-old Marco Palma-Cruz, of Oakland at the scene. He was charged with manslaughter by the Alameda County District Attorney’s Office on April 14th.

On April 30, 2017, at 10:26 p.m., the Oakland Police Department was notified of a gunshot victim in the parking lot of a business in the 4000 block of Alameda Avenue. Oakland police officers responded to the scene and located 22-year-old, Robert McCorvey, suffering from a gunshot wound. Emergency medical services on scene pronounced the victim deceased. On May 4, 2017, the Oakland Police Department located and arrested the 20-year-old suspect, Donald Aaron and was charged by the Alameda County District Attorney’s Office on May 17 with the murder of McCorvey.

On May 2, 2017, the Oakland Police Department responded to a call of an assault inside the market at 2520 Foothill Blvd, where they located 68-yeear-old Winifred Bicham unresponsive. Emergency medical services transported the victim to a local hospital where she succumbed to her injuries. Officers located and arrested 36-year-old Roy Johnson, of Oakland, later that same day and charged with manslaughter by the Alameda County District Attorney’s Office on May 4th.

On May 8, 2017, the Oakland Police Department responded to a call of stabbing in the 4500 block of San Leandro St. Responding Officers located 37-year-old Demrick Beene suffering from several stab wounds. Emergency medical services transported the victim to a local hospital where he later succumbed to his injuries. Officers located and arrested 51-year-old Stephen Brooks, of Oakland, late that same day for the stabbing. Brooks was charged by the Alameda County District Attorney’s Office on May 10th with the murder of Beene.

On May 17, 2017, at 8:27 p.m., Oakland police officers responded to a report of an assault in the 2700 block of 64th Avenue. Responding officers located 48-year-old Trevino Thomas, who was unresponsive. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries. On May 20, 2017, Trevaughn Soriano, 25, of Concord, surrendered at the OPD Police Administration Building. On May 23, 2017, Soriano was charged by the Alameda County District Attorney’s Office with the murder of Thomas.

On May 23, 2017, at 12:10 a.m., Oakland Police Officers were dispatched to the 2100 block of Fruitvale Avenue on a report of shots fired. Upon their arrival, officers were directed to the 45-year-old male victim, Godofredo Nah-Pool of Oakland, who was suffering from a gunshot wound. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries. The suspect was identified as 25-year-old Dawuan Budd of Oakland, who was located near the scene and taken into custody by Oakland Officers. On May 24, 2017, the Alameda County District Attorney’s Office charged Budd with the robbery and homicide of Nah-Pool.

On June 4, 2017, at 3:20 a.m., Oakland Police Officers responded to a report of a shooting in the 1600 block of Linden Street. Responding officers located the victim, 32-year-old Andrew Williams of San Pablo, who was pronounced deceased on scene. On June 8, 2017, 31-year-old Artison Manalastas of Antioch, was located and taken into custody by the Oakland Police Department. The Alameda County District Attorney’s Office charged Manalastas with the murder of Williams on June 12.

On June 11, 2017, at 5:44 p.m., the Oakland Police Department responded to a report of two gunshot victims in the 9500 block of Birch Street. Responding officers located 27-year-old Jose Gameros-Alvarado and 32-year-old Pedro Gonzalez, both suffering from gunshot wounds. The victims succumbed to their injuries at the scene. On July 12, 2017, 37-year-old Antonio Belvine was arrested and charged with murder of Gameros-Alvarado and Gonzalez on July 14 by the Alameda County District Attorney’s Office.

On June 16, 2017, the Oakland Police Department responded to a report of an assault in the 7700 block of MacArthur Boulevard. Responding Officers located the victim, 39-year-old Alexander Hayes. Emergency medical services transported the victim to a local hospital where, he succumbed to his injuries. Multiple witnesses identified the suspect as 43-year-old Antwan Robinson, of Oakland, who remained at the scene and was arrested. On June 19, 2017, the Alameda County District Attorney’s Office charged Robinson with the murder of Hayes.

On July 22, 2017, at 11:30 a.m. Oakland police officers responded to a report of gunshot victim in the 2700 block of 75th Avenue. Responding officers located 51-year-old Edgar Trammel suffering from gunshot wound(s). Emergency medical services transported the victim to a local hospital where he succumbed to his injuries. The suspect was identified as 50-year-old William Bernard Epting, who was apprehended the same day. On July 25, 2017, Epting was charged by the Alameda County District Attorney’s Office with the murder of Trammel.

Kann ich US Präsident werden?

Nein, eigentlich will ich ja gar nicht. Also, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden. Das wäre echt nichts für mich. Zwei Jahre lang Wahlkampf führen, blöde Fragen beantworten, immer schön lächeln und am nächsten Tag lesen zu müssen, was ich am Vortag gegessen, gelesen, getragen, gemacht habe. Also nein, ich will nicht.

ABER…und das aber ist bewußt groß geschrieben…vielleicht wäre es ja doch möglich. Bislang galt eigentlich immer, dass ein US Präsident in den USA geboren sein mußte. In der Verfassung heißt es: „Natural born citizen“. Aus diesem Grund haben die „Birthers“, die Rechtsausleger der Tea Party Bewegung, auch noch immer nicht aufgegeben, die Legalität von Barack Obamas Präsidentschaft anzuzweifeln. Sie meinen, er habe getäuscht, sei in Kenia geboren und sei eigentlich gar nicht berechtigt das hohe Amt zu besetzen. Auch Präsidentschaftskandidat John McCain mußte begründen, warum er kandidieren darf, denn McCain kam nicht in den USA zur Welt, sondern in der Panama Kanal Zone. McCain allerdings argumentierte, dass diese Zone damals amerikanisches Territorium war.

Ein Kanadier will US Präsident werden.

Ein Kanadier will US Präsident werden.

Interessanterweise gibt es erneut diese Debatte. Der republikanische Senator Ted Cruz will Präsident werden und ihm werden gute Chancen eingeräumt, u.a. hat er die Unterstützung der Tea Party. Cruz allerdings war bis letztes Jahr nicht nur Amerikaner sondern auch Kanadier, denn Cruz wurde in Calgary, in der kanadischen Provinz Alberta, geboren. Seine Mutter war US Amerikanerin, sein Vater ein kubanischer Flüchtling, der auf den kanadischen Ölfeldern arbeitete. Da die Mutter Amerikanerin war hatte der kleine Ted von Anfang an auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Und deshalb meint er, er sei ein „natural born citizen“ und dürfe daher kandidieren.

Am Ende werden wohl die Gerichte entscheiden, was eigentlich diese drei Wörter bedeuten, die von den Gründungsvätern nie klar definiert wurden. Die Frage ist nun, wie weit die Auslegung gehen könnte, also, ob ich mir mit meinem amerikanischen Pass doch noch Hoffnungen machen kann, wenn ich denn wollte, fürs Präsidentenamt zu kandidieren. Denn Bayern war ja amerikanische Besatzungszone, der Besatzungsstatus endete erst mit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Die Frage ist also, ob ein US Territorium dem einer amerikanisch kontrollierten Besatzungszone gleichkommt? Wer nun meint, diese Argumentation sei zu hirnspinstig, der sollte sich mal die Urteile des amerikanischen Verfassungsgerichts in der Vergangenheit ansehen. Da wurden Unternehmen die gleichen Grundrechte wie Personen zugestanden, was bedeutet, dass Unternehmen im Wahlkampf den Schutz der Meinungsfreiheit genießen, also auch dementsprechend laut- und finanzstark auftreten dürfen. Oder die haarsträubenden Urteile zum Waffenbesitz in den USA, die Auslegung was das Recht auf „to bear arms“ wirklich bedeutet. Von daher liege ich doch gar nicht so falsch mit meiner Aussage, dass ich 1968 eigentlich auf amerikanischem Boden geboren wurde, oder?

It’s the end of the world as we know it…

Nun mußte er auch gehen. Mit großem Bedauern habe ich von der letzten Kündigungswelle im Funkhaus Nürnberg erfahren, denn unter denen, die nun vor die Tür gesetzt wurden, war mein „Radio-Ziehvater“, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Ich erinnere mich noch an meine ersten Schritte im Hörfunk, damals bei Radio Gong in der Inneren-Kramer-Klett-Straße. Ich machte dauerhaft Frühdienst mit R.K., jeden Morgen um halb fünf begann die Schicht. Wir hatten Zeit über vieles im Radio zu sprechen. Oftmals nach dem Dienst gingen wir noch auf einen Kaffee in die Meisengeige, unterhielten uns, tauschten uns aus über Beiträge, Nachrichten, Gehörtes. Und irgendwann meinte R. zu mir, „Radio, das ist Theater im Kopf“.

Und wie recht er hatte. Dieser Satz begleitete mich und begleitet mich noch immer in meiner beruflichen Laufbahn. Egal ob in Kurzbeiträgen für Privatsender oder in Einstundenfeatures für öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalten, Radio ist „Theater im Kopf“, wenn man es denn will. R. redete nicht nur, er zeigte mir auch, was er meinte. Ein Begleiter in den Anfangsjahren, den ich jedem Berufsanfänger nur wünschen würde.

Doch es ging in diesen Gesprächen nicht nur um das Handwerk, wir redeten auch über die Verantwortung als Journalist, wie leicht es ist als Radiomann, Dinge zu verändern, Stimmung zu machen, einseitig zu berichten. Nie wieder wurde mir in meiner Ausbildung zum Radioredakteur im Funkhaus Nürnberg so deutlich gemacht, was Ethik im Journalisms bedeutete. R. bereitete mich für das Leben als freier Journalist und Korrespondent vor.

Das hier soll jetzt kein Nachruf sein. Oder vielleicht gerade doch. Ein Nachruf auf die journalistische Qualität im bayerischen Lokalradio und besonders im Funkhaus Nürnberg. Über die Jahre wurden viele Journalisten in diesem Radioverbund gegangen, die Qualität auf die Sender brachten. Die gerne mehr Programm wollten, Qualitätsprogramm. Die jungen Nachwuchskräften halfen, ihnen mit Fachwissen und Rat zur Seite standen.

Als jemand, der aus dem Funkhaus Nürnberg kommt, der dort als der erste Volontär ausgebildet wurde, verbindet mich viel mit diesen vier Sendern, für die ich damals arbeitete. Und ich höre immer mal rein übers Webradio und sowieso, wenn ich in Nürnberg bin. Doch was ich höre gleicht einer Dauerwerbesendung. Zwischen den einzelnen Werbeblöcken werden Musik und Wortbeiträge geschalten. Wortbeiträge, mehr ist es nicht mehr. Ganz banal und immer Witzi-Spritzi-Heiterkeit. Natürlich ist das Funkhaus Nürnberg ein kommerzielles Unternehmen, natürlich muß auch hier gespart werden. Doch die Entwicklung, die im Privatfunk mit Siebenmeilenstiefeln voran getrieben wird, ist der Todesstoß des Radios. Die Qualität bleibt links liegen. Schade, sehr schade. Doch verständlich, wenn man die guten Leute, diejenigen, die diese Sender mit ihrer Stimme aufgebaut haben, gehen läßt, oder sie aus Kostengründen vor die Tür setzt. Praktikanten und Volontäre sind billiger, keine Frage.

Doch Radio ist mehr als Nebenbeibeschallung. Auch ein Privatsender kann anspruchsvoller Hörfunk sein. Es benötigt nur den Mut, neue Wege in der Programmgestaltung, der Vermarktung, der Einbeziehung von Zielgruppenzu zu gehen, ja auch in Fragen des Werbeverkaufs. Die eingeschlagenen Pfade, nicht nur im Funkhaus Nürnberg, sind leider die falschen.

Ein Münchner in Kigali

Konferenzzentrum in KigaliWer in die ruandische Hauptstadt Kigali kommt wird überrascht sein. Überall wird gebaut. Hotels und Bürogebäude werden aus dem Boden gezogen, Kabel verlegt, Straßen neu geteert. Ruanda ist auf dem Weg nach vorne. Das hehre Ziel „2020“, von Präsident Paul Kagame ausgerufen, soll erreicht werden. Dann will sich Ruanda mit solchen Standorten wie Dubai oder Singapur vergleichen lassen. Und nun hilft auch ein Münchner Architekt mit seinen Erfahrungen.

Hier ein Audiobericht:

      Roland Dieterle

Rauchverbot – wie alles anfing

2010 bringt einen Volksentscheid für Bayern. Soll das Rauchen in Kneipen erlaubt werden oder nicht, mit Nebenzimmer, Ausnahmen und Clubausweis? Was passiert in den Bierzelten auf der Wies’n und auf dem Volksfest? Wird es das Ende der Zivilisation, die Vernichtung der dörflichen Kneipenkultur sein, wenn der Volksentscheid zugunsten der Nichtraucher ausfallen wird? Fragen über Fragen, die Köpfe rauchen und in den bevorstehenden hitzigen Debatten werden so einige Schachteln Zigaretten verqualmt werden.

Hat sich aber schon mal jemand gefragt, wie eigentlich alles anfing? Hier ein Video, in dem Larry Cohen, der Gründer und Leiter des Prevention Institutes in Oakland, Kalifornien, von den ersten Schritten in Sachen Nichtraucherschutz berichtet.

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Bayerischer Besuch in San Quentin

Bayern ist eng mit Kalifornien verbunden. Das zeigt sich unter anderem durch das bayerische Büro in San Francisco. Wirtschaftlich hat Bayern mit dem Sonnenstaat am Pazifik einen guten Partner gefunden. Doch die Kontakte und der Austausch laufen auch auf anderen Ebenen, wie die Reise  der bayerischen Justizministerin Beate Merk in dieser Woche zeigte. Am Donnerstagmorgen besuchte sie das kalifornische Staatsgefängnis in San Quentin.
Ein Audiobericht:

      Beate Merk in San Quentin