Ein „ganzer“ Kerl sollst du sein

Amerikaner schnippeln bekanntlich gerne an bestimmten männlichen Dingen herum. Ganz normal hier. Das geht soweit, dass man sogar in Fitnessclubs im Umkleide- und Duschbereich seltsam angeschaut wird, wenn man da eben noch „intakt“ ist. Doch das könnte sich – zumindest in San Francisco – bald ändern.

Eine Initiative in der Stadt will über eine Bürgerbefragung die Beschneidung des männlichen Geschlechtsteils verbieten lassen. Ganz strikt bei jedem Minderjährigen. Und das auch für religiöse Gründe. Man(n) müsse 18 Jahre alt sein und diesem Rumgeschnippel selbst zustimmen können, so die Organisatoren, die darauf hinweisen, man schneide ja auch nicht einfach so ein Ohr oder einen Finger ab. Wer dennoch die Vorhaut eines Jungen fallen lässt, solle mit 1000 Dollar Strafe belegt werden.

Unterschriften für die Bürgerbefragung wurden bereits gesammelt und eingereicht. Doch große Chancen rechnen Beobachter dieser Initiative nicht aus, denn eine gesetzliche Beschränkung von religiösen Bräuchen, wenn auch nur auf lokaler Ebene, widerspreche dem Grundsatz der Religionsfreiheit in den USA. Das jedoch hält die hautfreundlichen Mannsbilder nicht auf, sie tragen ganz offen ihr Anliegen mit Jutetaschen und auf T-Shirts in die Öffentlichkeit.

Schnipp-Schnapp Teil 2

Es geht weiter mit der Schnittfreudigkeit in Ruanda. Nicht nur männliche Sterilisierungen stehen an, nein, auch die Beschneidungen von männlichen Geschlechtsorganen soll ausgeweitet werden. Rund zwei Millionen Vorhäute sollen bis zum Jahr 2015 in Ruanda fallen. Und das im Kampf gegen HIV Infizierungen.

Doch das große Problem im Land ist die Aufklärungs- und Informationsarbeit, die geleistet werden muß. Noch glauben viele, dass eine Frau sexsüchtig werden könnte, wenn sie als ersten Mann einen beschnittenen erlebt. Das Weib, so der Glaube, würde dann untreu werden  und neige dazu sich zu prostituieren. Viele Männer wollen gerade dieses Risiko nicht bei ihren Frauen eingehen und besuchen nach der Beschneidung zuerst einmal eine Prostituierte, um die neue Manneskraft zu testen….also genau der falsche Weg im Kampf gegen Aids. Ein weiteres großes Problem ist die Auffassung, dass eine Beschneidung eine absolute Sicherheit gegen eine Infizierung bedeute.

Es steht also noch einiges an Arbeit für Behörden und nicht staatliche Organisationen (NGO) an.