Der Faschingsprinz von LA

Es ist die Zeit der Narren und Närrinnen. Und auch die deutschen Gemeinden in den USA feiern diese Kaspartage, zum grossen Erstaunen und Unverständnis der Amerikaner. Auch hier gibt es Prinz und Schalk, Tätä-Tätä-TäTä und Prunksitzungen. Als jemand, der nicht so doll mit dem Karneval und Fasching verbunden ist, ist das alles eher eine peinliche Veranstaltung. Ich weiss immer nicht so genau, wie ich das ganze Amerikanern erklären soll.

Billboard Prince FredericUnd nun auch noch die Aktion von Prinz Frederic von Anhalt, der gestern auf dem Sunset Boulevard erklärte, er wolle Gouverneur von Kalifornien werden und damit die Nachfolge des Gouvernators Schwarzenegger antreten, der auf ganzer Linie versagt hat. Der neunte Ehemann von Zsa Zsa Gabor ist auf dem Papier zumindest mehr als ein Faschingsprinz, aber die Aktion glich schon sehr einer Prunksitzung. Da lädt er in Beverly Hills Reporter zur Enthüllung seines Werbeplakates und erklärt, was alles in Kalifornien falsch sei und was er in Zukunft machen werde. Legalisierung von Marihuana und kubanischen Zigarren, offene Grenzen zu Mexiko und Solar Panels auf jedem Dach. Und Prinz Frederic meint, er habe schon Geldgeber für seinen Wahlkampf gefunden, die alle genug von den politischen Spielereien in Kalifornien hätten. Es benötige einen deutschen Prinz und keinen österreichischen Terminator, um den Sonnenstadt zurück an die Sonnenseite zu bringen.

Die Medien berichteten artig über diesen verschrobenen Deutschen mit amerikanischem Pass. Mal was anderes zwischen Erdbebenopfern und Filmpreisen und so lassen sich auch die Politiknachrichten etwas aufheitern.

Seltsames aus Amerika

Die Jahreswende bringt es mit sich. Es gibt Rückblicke aller Art. Im San Francisco Chronicle wurden nun mal so einige seltsame Nachrichten aus der Reisewelt zusammen gefasst. Hier ein paar Meldungen aus dem vergangenen Jahr.

Da ist der Schönheitschirurg aus Beverly Hills, der erklärte, er habe die wahre Form des Bio-Treibstoffs entdeckt. In seiner Praxis sauge er pfundweise das Fett übergewichtiger oder schlankheitsbesessener Zeitgenossen ab. Und das nutze er dann für seinen SUV. Das ganze wurde bekannt, als einige seiner Patienten die Idee der Fetteinspritzung im Motor des Arztes nicht so toll fanden und klagten. Ausgang noch ungewiss.

Auch schön ist die Meldung des Ehepaares aus Arizona, die Schritt für Schritt und Meile für Meile ihre Urlaubsfahrt nach Kansas City twitterten. So sollten Freunde und „Followers“ an ihrer schönen Reise durch den Südwesten teilhaben. Einziges Problem, einer der Twitter Freunde nutzte die genauen Nachrichten, um das Haus der Urlauber auszuräumen. Geklaut wurde professionelles Video Equipment im Wert von mehreren tausend Dollar. Also manchmal ist weniger durchaus mehr.

Douglas Jones hat eine dicke Klage am Hals. Er wurde von den Rangers im Joshua Tree National Park in Südkalifornien wegen Verschmutzung angezeigt. Jones hatte sage und schreibe 3000 Golfbälle aus seinem Auto geworfen. Seine Begründung für die Aktion: Jeder dieser Golfbälle stehe für einen verstorbenen Golfer. Golf war mir schon immer ein Rätsel.