Mandelas Kampf ist unser Kampf

27 Jahre in einem rassistischen Land hinter Gittern. Unbeugsamer Führer einer Widerstandsbewegung gegen ein Unrechtsregime. Bürgerrechtskämpfer, dessen Stimme für Gleichberechtigung, Frieden und Freiheit weltweit zu hören war. Nelson Mandela war einer der großen Männer unserer Zeit. Ohne Frage.

Doch was einige führende Republikaner in den USA von sich geben, ist Hohn, Beleidigung, ja, absurde Geschichtsverfälschung. Rick Santorum, der ehemalige Präsidentschaftskandidat, erklärte in einem Interview mit Bill O’Reilly, nachdem der gesagt hatte, Mandela sei ja Kommunist gewesen: „Sie haben recht, ich finde, für was er eintrat war nicht unbedingt die richtige Antwort, aber er kämpfte gegen eine große Ungerechtigkeit. Und ich würde das Argument anführen, dass wir in diesem Land gerade eine große Ungerechtigkeit erleben, mit einer stetig wachsenden Regierung, die alles übernimmt und das Leben der Menschen kontrolliert. Und Obamacare ist dabei der Mittelpunkt von allem“. Kein Witz, das sagte Rick Santorum. Das südafrikanische Apartheit Regime wird mit der amerikanischen Gesundheitsreform verglichen. Indirekt damit die rassistischen Buren mit der Obama Administration.

Was will man da noch sagen. Egal, was für ein Interview in diesen Tagen, Wochen und Monaten über die Bildschirme läuft oder über die Hörfunkfrequenzen verbreitet wird, wenn ein Republikaner auftritt, bringt er Obamacare zur Sprache. Egal um was es sich dreht, egal was für ein Thema behandelt wird. Das erinnert schon sehr an Mister 9-11, Rudy Giuliani, der seinen gesamten Präsidentschaftswahlkampf über die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 definierte. Der jetzige Vize-Präsident Joe Biden, damals selbst Kandidat, erklärte dazu passend, Giuliani habe die Sprache neu erfunden, denn bei ihm sei 9-11 ein Substantiv, ein Verb und ein Adjektiv geworden.

Die Republikaner machen es jetzt nicht anders. Alles und jedes Problem kann auf Obamacare zurück geführt werden. Und das soll so noch weiter bis zum Wahltag 2014 und wohl auch bis zum Wahltag 2016 gehen. Oh Mein Gott!.

Irgendwie findet man immer einen Dreh, um eine gut gemeinte Gesundheitsreform, die mit viel Pech und Pannen und auch Unvermögen begonnen hat, als Teufelswerk zu verfluchen. Irgendwie hackt es doch in den USA.

Amerika steht Kopf

„Wir sind erst einmal Amerikaner, bevor wir Republikaner oder Demokraten sind“, das sagte Präsident Barack Obama unmittelbar nach dem gestrigen Anschlag in Boston. Damit wollte er deutlich machen, dass Amerika geeint ist, dass man an die Opfer und deren Familien denkt, dass nun gemeinsam alles getan werden wird, um die Täter zu fassen. Tja, die Einheitsfront „Made in USA“ dauerte noch nicht mal einen Tag. Schon ging es los mit den Anfeindungen.

Demokraten beschuldigten Republikaner, aufgrund deren Blockadehaltung im Haushaltsstreit, seien wichtige Gelder für die Polizei und Ermittlungsbehörden gekappt worden. Natürlich habe das nicht direkt zum Terrorakt geführt, aber es hätte im Vorfeld des Marathons durchaus Einsparmaßnahmen gegegeben. Die Republikaner hingegegen sehen den schwarzen Peter eher in der Hand von Obama, der mit seinem Starrsinn die nationale Sicherheit Amerikas gefährde.

Und die konservativen Talk-Sendungen hatten ein volles Programm am heutigen Tag danach. Talk Show König Rush Limbaugh zeigte sogar Verständnis für den Fall, wenn der Täter wirklich Amerikaner gewesen sei. Wörtlich sagte er: „Ich glaube man sollte nicht verwerfen, dass wir in diesem Land in einem wirtschaftlichen Desaster sind. Es gibt Leute, die einfach nicht mehr weiter wissen. Sie finden keine Arbeit, keinen Job, keinerlei Hoffnung. Das führt zu allerlei Ärger und Chaos.“ Also, nach der Logik von Rush Limbaugh ist es also nur eine Frage der Zeit, bis ein Teil der Amerikaner los schlägt. Bewaffnet sind sie ja, dafür palavert Limbaugh ja schon lange genug.

Andere konservative Moderatoren, wie Bill O’Reilly oder Sean Hannity, machten „nur“ die „liberalen“ Medien dafür verantwortlich, dass nun eine politische Diskussion losgetreten wurde. Die „Libs“ wollten einfach einen Nutzen aus dem Attentat ziehen.

Der Anschlag in Boston hätte für Barack Obama zu keinem schlimmeren Zeitpunkt kommen können. Das fünfte Jahr der Präsidentschaft, das erste Jahr nach der Wiederwahl, sind die 12 Monate, in denen der Präsident wirklich was entscheiden kann. Quasi sich in die Annalen der Geschichte einschreiben. Obama hatte viel vor. Die Waffengesetze verschärfen, eine Reform des Einwanderungsgesetzes durchpauken, die gleichgeschlechtlichen Ehen im Bundesgesetz zu verankern. Daneben noch den Haushalt in ein günstiges Fahrwasser bringen und den Krieg in Afghanistan auslaufen lassen. Damit hätte Obama viel erreicht. Doch nur einen Tag nach dem Attentat ist klar, es wird schwer, verdammt schwer für all diese Ziele. Nun konzentriert sich alles wieder auf die nationale Sicherheit, auf den Terrorismus, auf die Frage, wer patriotischer als sein Nachbar ist.

Teile der GOP haben bereits erklärt, erst einmal die „Immigration Reform“ neu überdenken zu müssen. Denn falls es zutreffe, dass ein ausländischer, sprich saudiarabischer Student für den Anschlag verantwortlich zu machen sei, müßte alles neu formuliert werden. An Waffengesetze und an Schwulenehe ist zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken. Obama läuft die Zeit davon, denn 2014 wird er nur noch ein Präsident auf Abruf sein. Die Kongresswahlen stehen dann im November an und die ersten Kandidaten auf beiden Seiten werden sich ins Rampenlicht rücken. Da ist kein Platz mehr für die politischen Ideen eines Barack Obama.

Krieg der Anchormen

Schon seit Monaten gibt es einen erbitterten Krieg zwischen den Nachrichtenkanälen FOX News und MSNBC. Beide Seiten liefern sich keine Verschnaufpause. Vor allem der konservative Bill O’Reilly und sein liberaler Gegenüber Keith Olbermann behacken sich fast jeden Abend vor der Fernehnation.

Beschuldigungen fliegen hin und her. Olbermann erklärte jüngst, O’Reilly sei einer der „furchbarsten Personen auf der Welt“ und er würde O’Reilly noch nicht einmal dafür anheuern, um über eine übergelaufene Toilette zu berichten. Und der verschmähte Kloreporter liess sich nicht lumpen und griff am Dienstag die Muttergesellschaft von MSNBC, GE (General Electric) an. Bill O’Reilly zog ins Vorabendschlachtfeld mit der Behauptung, GE würde angeblich über eine Firma in Singapur Teile für Sprengfallen an den Iran liefern, die dann für Selbstmordanschläge auf amerikanische Soldaten genutzt werden. Das ganze sei eine hochgeheime Untersuchung und alles sei noch nicht bestätigt.

Eigentlich ist gar nichts bestätigt, vielmehr erklärte GE am Mittwoch in einer Presseerklärung, man handele nicht mit der Firma in Singapur und baue schon gar keine Teile für Sprengfallen. Die Behauptungen von Bill O’Reilly seien „bodenlos, unverschämt und bösartig“. Aber hier ist das Video von Bill O’Reilly, ein Stück Journalismus von dem Sender, der von sich selbst sagt „fair and balanced“ zu berichten.

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Gesundheitsreform auf Amerikanisch

Derzeit diskutieren sich die klugen und weniger klugen Köpfe in Amerika die Ohren heiss. Das Thema, die Gesundheitsreform. Präsident Obama will eine allgemeine Versicherungspflicht nach dem Modell europäischer Nationen einführen. Die Republikaner lehnen das strikt ab und malen den Teufel an die Wand. Das konservative Nachrichten Network „FOX News“ palavert schon seit Wochen mit seinen Star Moderatoren dummes Zeug. Allen voran Sean Hannity, Bill O’Reilly und Glenn Beck, die neben ihren Fernsehshows auch noch „syndicated“, also nationalweit ausgestrahlte Radioprogramme haben. Tag für Tag wettern sie gegen Obama und seine Politik.

Wie hier drüben die Diskussion über die Gesundheitsreform geführt wird, zeigt dieser Mitschnitt des Glenn Beck Programmes, das Anfang der Woche über den Äther ging….dran bleiben, das ganze wird richtig unterhaltsam:

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