Bombenalarm an Ocean Beach

Dann macht es Bumm am Ocean Beach. Foto: KGO-TV.

Dann macht es Bumm am Ocean Beach. Foto: KGO-TV.

Ich kenne das nur von Nürnberg, auch von Dortmund. Bombenalarm, irgendein Bagger hat mal wieder ein explosives Erbe des Zweiten Weltkriegs ausgegraben. Sperrung, Evakuierung, dann der Bombenspezialist, der das Ding abtransportiert oder vor Ort entschärft.

Doch das so was auch hier passiert, das verwundert mich dann schon. Gestern wurde am Ocean Beach von San Francisco eine Leuchtgranate zur Explosion gebracht. Große Aufregung, denn das Ding wurde angeschwemmt und von Spaziergängern gefunden. Wie die Polizei erklärte, könnte es von einem Navy-Schiff „gefallen“ sein. Das ganze ereignete sich unterhalb des von Adolph Sutro erbauten Cliff Houses. Es war auch nicht das erste Mal, dass am Ocean Beach Granaten gefunden wurden. Schon mehrmals wurden hier „Explosives“ hochgejagt. Was mich ja wundert ist, warum darüber nicht mehr berichtet wird. Diese Nachricht des sehr speziellen Fundes am Strand von San Francisco war den lokalen Medien kaum eine Meldung wert. Was verwundert, denn eigentlich wird hier über jeden Blödsinn breit berichtet.

Glück im Unglück hatten vier Jugendliche, die zur gleichen Zeit im Wasser schwammen. Sie wurden von einer „Rip Tide“, einer starken Strömung vor Ocean Beach erfasst, die es unmöglich macht, wieder auf geradem Weg zurück zum Strand zu schwimmen. Die anwesenden Polizei- und Feuerwehrbeamten und die Park Rangers wurden von Passanten auf die Schwimmer aufmerksam gemacht, und retteten die vier aus ihrer misslichen Lage.

 

Boston und was kommt danach

Der Anschlag von Boston zeigt, dass der sogenannte „War On Terror“, der Krieg gegen den Terrorismus, nicht gewonnen werden kann. Gegen Terror aus dem Ausland oder dem Terror von innen. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, wer hinter der blutigen Tat steckt, nur eins ist klar, der Boston Marathon war ein symbolträchtiges Ziel. Es handelte sich nicht um eine Militäreinrichtung, die auf irgendeine Art und Weise in den Kriegen im Irak und Afghanistan verwickelt ist. Es wurde auch kein Politiker, kein Liberaler, kein Hardliner getroffen. Keine Abtreibungsklinik war das Ziel und auch kein Richter, der in der Vergangenheit  gleichgeschlechtlichen Partnern das Recht auf Ehe zugesprochen hat. Die Bomben gingen in keinem Schwulenclub und auch auf keinem Schießplatz hoch. Keine Ölfirma und kein Tierversuchslabor wurden getroffen.

Nein, es wurde eine Sportveranstaltung gewählt, an der Zehntausende teilnahmen. Profiläufer und Freizeitsportler. Alte und Junge, Familien und Kinder. Und das an einem Feiertag, an dem klar war, Familien würden am Rand des Geschehens sein, ihren Freunden, Vätern, Müttern, all den Läufern zujubeln. Egal wer hinter diesem Terroranschlag steckt, egal, ob die Bombenleger gefasst und abgeurteilt werden, die Täter haben ihr Ziel erreicht. Amerika wurde im Herzen getroffen. Denn eins ist klar nach diesem 15. April 2013, nirgends in den USA ist man mehr vor einem Bombenanschlag sicher. Da werden auch die nun gesteigerten Sicherheitsmaßnahmen im ganzen Land nichts helfen. Denn auf die Dauer, und da sollte sich niemand etwas vormachen, sind sie unbezahlbar. Die Terroristen haben gezeigt, Amerika ist verwundbar.

Auch schön!

Nun wird das Fliegen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch schöner und angenehmer und nicht zu vergessen noch bequemer. Weil ein sprichwörtlicher Knaller mit dem Feuer spielt flippen nun alle aus. Sicherheit hin oder her, es macht für mich keinen Sinn, dass man nun als Passagier eine Stunde vor Landung nicht mehr aus seinem Sitz aufstehen, sich nichts mehr aus seiner mitgeführten Tasche nehmen und nichts im Schoss liegen haben darf. Also jemand mit Blasenschwäche oder mit einem schwachen Magen oder jemand, der sich noch kurz vor Landung die Zähne putzen und die Haare kämmen möchte wird von nun an als Cousin dritten Grades von Osama bin Laden angesehen. Mal ganz abgesehen von den strengeren Kontrollen an den Flughäfen…das wird eine Fummelei geben.

Ich habe so das dumme Gefühl, dass irgendwelche bärtigen Terrornetzwerkkommandanten keine Ahnung mehr haben, wie sie westlichen Nationen eins auswischen können. Von daher schicken sie einfach solche Haubentaucher, dumm wie Brot, wie den Schuhbomber Richard Reid oder nun Umar Farouk Abdulmutallab ins Feld, um mit Minimaleinsatz extremen Schaden anzurichten. Und das haben sie erreicht. Die Ticketpreise werden aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen steigen, die Leute mehr angenervt sein und das Misstrauen gegenüber seinem Sitznachbarn wird nur verstärkt. Fliegen macht keinen Spass mehr…wo sind die Zeiten geblieben, als Peter Sellers noch für TWA warb…ach ja, Peter Sellers ist schon fast 30 Jahre tot und auch TWA fliegt seit 2001 nicht mehr am amerikanischen Himmel herum.

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