Ich fass‘ es nicht!

Gestern hielt Präsident Barack Obama seine erste Rede aus dem Oval Office. In knapp 18 Minuten übernahm er die Verantwortung für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, versprach Abhilfe, Druck auf den Ölkonzern BP und stellte kurz seine neue Energiepolitik vor. Es war eine gute Rede, was dabei herauskommt, muss man in den kommenden Wochen und Monaten abwarten. Immerhin hat er heute BP 20 Milliarden Dollar für Soforthilfen für die Betroffenen in der Region abtrotzten können. Ein wichtiges Zeichen.

Sarah PalinAllerdings habe ich mir nach der Rede auch die Reaktionen auf Obamas Ausführungen angeschaut. Hätte ich mal lieber nicht tun sollen. Da turnen echt einige Verbalakrobaten durch die Fernsehnation. Allen voran die olle Sarah Palin, die sich wirklich dazu erdreistete, Barack Obama zu unterstellen, er wolle eigentlich gar nicht das Leck stopfen, sondern viel lieber seine radikale Umweltpoltik voran treiben. Da sitzt man da und hört das und denkt sich nur: boah, die Alte hat so einen an der Waffel! Palin meint, da sie noch nicht mal eine volle Amtszeit Gouverneurin von Alaska war nun alles besser zu wissen. Keine Ahnung von Tuten und Blasen, aber mitreden wollen. Und das Schlimme ist ja, sie will auch noch Präsidentin werden. Na dann, gute Nacht, Marie!

Republikaner finden sowieso alles Mist, was der Demokrat Obama anpackt. Klar gibt es politische Differenzen, aber in dem Fall der Ölkatastrophe ist es unsinnig Obama vorzuwerfen, er versuche nicht alles, um das ausströmende Öl zu stopfen. Was soll er denn machen, runtertauchen und seinen Finger aufs Loch drücken? Palin, Palin…geh‘ du mal wieder nach Alaska und schau dir deine Nachbarn in Russland an. Aber das Genöle geht einem wirklich sowas von auf die Nerven…

Das Ausmaß der Katastrophe

Brauner Pelikan im Golf von MexikoNun kommen sie also, jene Bilder, die man eigentlich nicht sehen will. Der Ölteppich im Golf von Mexiko waberte so für Wochen vor sich hin. Man hörte viel über die Probleme der Fischerei- und Tourismusindustrie, über das Ausmaß des Ölteppichs und vor allem darüber, dass auch mit modernster Technik das Loch bislang nicht zu stopfen ist. Doch da sind nun diese Bilder, die man eigentlich zu gut kennt, die einen aber immer wieder betroffen machen.

Und da ist die neueste Meinungsäußerung von Sarah Palin, der ehemaligen Gouverneurin von Alaska und Vize-Präsidentschaftskandidatin neben John McCain. Schon im Wahlkampf 2008 trat sie als Bohrlochfetischistin auf. In der Fernsehdebatte mit dem demokratischen Vize-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden antwortete sie auf dessen Vorbehalte zur Energiepolitik McCains: „Der Ruf ist ‚Drill, Baby, Drill‘. Und das hören wir auf allen unseren Veranstaltungen im ganzen Land, denn die Menschen sind so hungrig danach, diese eigenen Quellen der Energie anzuzapfen“. Der Spruch „Drill, Baby, Drill“ ist zwar noch nicht mal von ihr, aber Palin machte ihn berühmt-berüchtigt.

Brauner Pelikan im Golf von MexikoDie neueste Verbalattacke des GOP Darlings kommt diesmal aus aktuellem Anlass, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, und ist an die Umweltschützer und Demokraten gerichtet: „Extremes Tiefseebohren ist nicht die beste Wahl, unseren Energiebedarf zu lösen, aber Eure Proteste und Klagen und Lügen über das Ölbohren auf dem Land und in seichtem Gewässer haben diese Gebiete abgeriegelt. Nun holt es Euch ein. Das tragische, beispiellose Tiefsee Ölleck beweist es“. Das ist wahrlich eine, ja, schamlose Umkehrung der Tatsachen. Sarah Palin setzt sich weiterhin für Ölbohrungen ein. Ihr scheinen solche Bilder aus der Golf Region nichts auszumachen. Bis 2012 sind wohl auch die offensichtlichen Folgen dieser Katastrophe nicht mehr zu sehen, dann kann sich die lächelnde Sarah ja wieder an den Strand von Louisiana stellen und auf die tollen Jobs in der Ölindustrie verweisen, die sie als Präsidentin schaffen wird….

Die Katastrophe ohne Ende

Golf von MexikoJeden Tag kommen neue Horrormeldungen aus dem Golf von Mexiko. Nun also ist Florida dran. Das Öl ist nur noch wenige Meilen von den Stränden des Sonnenstaates. Dazu ein aktueller Audiobericht:

Öl Katastrophe     

Er macht es richtig

Arnold Schwarzenegger macht es richtig. Noch letzte Woche unterstützte er die geplanten Ölbohrungen vor der kalifornischen Küste. Sie seien wichtig, um Amerika unabhängig in der Energieversorgung zu machen, so der Gouverneur. Heute jedoch trat er vor die Presse und verkündete das Ende des grossangelegten Plans für neue Bohrungen in der Nähe von Santa Barbara. Die Bilder aus dem Golf von Mexiko scheinen Schwarzenegger am Wochenende nahe gegangen zu sein. Ein wichtiger, ein richtiger Schritt für Kalifornien.

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