Hinsehen, Hinhören, Erkennen

„Portraits of Courage“ heißt das Buch von George W. Bush. Im Untertitel steht „A Commander in Chief’s tribute to America’s Warriors“. Darin präsentiert sich der frühere Präsident als durchaus talentierter Maler. Solch ein Buch würde es allerdings in Deutschland nie geben. Portraits von Soldatinnen und Soldaten, die in Afghanistan und Irak verwundet wurden, schwer verletzt und gezeichnet zurück kamen. Viele von ihnen verloren im Einsatz Arme, Beine, ihren Glauben. Noch Jahre danach kämpfen sie sich durch das tägliche Leben. Ihre Geschichte, ihr Kampf, ihr Neuanfang wird neben den Bildern beschrieben.

George W. Bush war ein Präsident, der seinerzeit mehr als umstritten war. Er eskalierte die Kriege in Afghanistan und im Irak, umgab sich mit Falken in Washington, wie Cheney, Rumsfeld, Ashcroft, er stand für einen christlich-fundamentalistischen Rechtsruck in den USA. Doch Bush im Rückblick, gerade in der jetzigen Zeit, erscheint als mitfühlender, gemäßigter, offener Staatsmann. Das wird in diesem Buch ganz deutlich. Hier spricht ein Mann, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. Verantwortung gegenüber jenen, die ihr Leben gaben, die schwer verwundet und verstümmelt wurden, die für die USA in den Krieg, in seinen Krieg, zogen. Bush beschreibt seine Arbeit mit den Veteranen, seine Gespräche mit den Kriegsinvaliden, sein Hinsehen, sein Unterstützen, seine aufbauenden Worte. Und die sind nicht einfach so gesagt, George W. Bush und seine Frau Laura Bush hatten schon immer ein Ohr für die US Veteranen. Sie luden sie auf ihre Ranch ein, um gemeinsam mit ihnen mit dem Mountainbike unterwegs zu sein. Bush spielte Golf mit ihnen. Das mag klein und lächerlich klingen, doch es waren und sind wichtige Etappen auf dem Weg der Besserung, der Heilung, der Sinnfindung.

Dieses Buch „Portraits of Courage“ ist keine Entschuldigung für die historischen Fehler, die gemacht wurden. Es bietet keine Erklärungen, keine neuen Denkansätze, es zeigt vielmehr die ganze Brutalität der Kriege in Afghanistan und Irak auf. Hier werden Lebensgeschichten erzählt, die unglaublich sind. Es geht um persönliche Niederlagen, um Schicksalsschläge, um Schmerz, um Hoffnung, um ein Wiederaufstehen. Es geht auch um Patriotismus. „We support our troops“ ist eine Grundaussage in den USA, die man so in Deutschland nicht kennt. In diesem Buch wird sie verständlich gemacht, zumindest ansatzweise. George W. Bush zeigt in seinen gemalten Portraits die Gesichter der verwundeten Soldaten, berichtet von ihrer Verwundung, von ihrem anschliessenden Lebensweg, von ihrem schmerzvollen Weg zurück in den Alltag, von ihren Gesprächen. „Portraits of Courage“ ist ein bewegendes Buch, mehr als wichtig in dieser Zeit mit einem selbstverliebten Präsidenten im Weißen Haus. Bush schreibt unter dem Bild von Juan Carlos Hernandez, der in Afghanistan sein rechtes Bein verlor: „He became an American citizen in May 2009 – at Bagram Airfield in Afghanistan. Juan’s story is one example of the countless ways that immigrants make America great. And I am honored and humbled to call Juan Carlos Hernandez my fellow citizen.“

 

Sexy oder sexistisch

Palin-NewsweekSarah Palin ist in dieser Woche auf dem Titelblatt des Nachrichtenmagazins Newsweek abgebildet. Da müsste sie sich ja eigentlich freuen, oder? Aber Palin zickt rum, denn heute kam ihr Buch „Going Rogue“ heraus und anstelle eines Photos von ihr in nachdenklicher Pose, wählten die Newsweek Leute ein Bild, das vor einiger Zeit für das Lauf-Magazin „Runners World“ geschossen wurde. Darauf Sarah in kurzen Shorts und mit viel Bein. Palin und ihre Unterstützer schreien nun laut „Sexismus“. Doch die Redakteure bei Newsweek lachen sich einen, denn so oft wurde ihr Cover schon lange nicht mehr im Fernsehen gezeigt und in anderen Blättern abgedruckt.

Was meinen Sie? Sexy oder sexistisch?

Tolles Live-Interview

Larry King ist ja nicht gerade bekannt für harte Interviews. Er kriegt sie zwar alle in seine Show, aber die Warmduscherei ist manchmal unerträglich. Umso schöner nun das Interview mit Carrie Prejean, die einstige Miss California, die beim US-Wettbewerb erklärte, sie sei gegen die Homo-Ehe. Das kostete ihr die Krone, danach wurde sie von allen Seiten runtergeputzt. Nur die politische Rechte im Land nahm sie in Schutz. Der Schulterschluss mit Sarah Palin war perfekt.

Nun ist sie also auf „Book Tour“, präsentiert ihr Buch und landete eben auch in „Larry King Live“ auf CNN. Dem platzte allerdings der Kragen, als die junge Schönheit ihn massregelte. Ein tolles Fernseherlebnis, das so sicherlich nicht geplant war:

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Amnestie für Buchwürmer

Die Stadtbücherei in San Francisco hat eine Amnestie für all jene ausgesprochen, die schon seit Ewigkeiten auf ausgeliehenen Büchern sitzen und sie einfach nicht zurück gebracht haben. Die Straffreiheit bedeutet zwar keine Gebühren, aber man muss erzählen, warum man das Buch nicht pünktlich zurück gebracht hat. Das ganze wurde zu einem kreativen Schreibwettbewerb umfunktioniert.

Und dabei sind einige ganz witzige Geschichen zusammen gekommen. Vom Hund, der das Buch angeknabbert hat, bis hin zu Schulkindern, die bei der Rettung von Meerestieren einfach das Abgabedatum vergessen haben. Auch eine Frau meldete sich, die einen Ratgeber für jüdische Partnersuche erst verspätet zurück brachte. Ihre Begründung, nach dem dritten Mann erkannte sie, dass das Buch nichts taugt. Ein Nutzer gab an, dass seine Schwester eine ausgeliehene DVD aus Wut in seine DVD Sammlung schob und er es erst kürzlich bemerkte.

Insgesamt wurden 29928 Bücher, Filme, CDs und Kassetten zurück gegeben. Ein absoluter Rekord. 2001 gab es schon mal eine ähnliche Amnestie der SF Stadtbücherei, damals wurden gerade mal 5000 Rückgaben gemacht. Die Bibliotheksleitung geht davon aus, dass die derzeitige Wirtschaftskrise für die hohe Zahl verantwortlich zu machen ist.

Vielleicht wäre dieser Amnestie-Schreibwettbewerb ja auch eine Idee für die Nürnberger Stadtbibliothek:

Bush is back

George W. Bush verdient sich nun eine goldene Nase. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Redner, zahlten die rund 2000 Gäste eine Menge Geld. Für einen Tisch musste man schlappe 3100 Dollar hinblättern. Doch Bush trat nicht in den USA auf, nein, er war auf Einladung nach Calgary, Alberta, gekommen, dem „Texas des Nordens“, wie die ölreiche Provinz Kanadas auch genannt wird. Wieviel Bush an diesem Abend verdiente, wurde nicht bekannt gegeben.

Und der Ex-Präsident präsentierte sich ganz locker, riss einen Witz nach dem anderen und erklärte, er finde Gefallen daran, als Redner aufzutreten, denn damit könne er gut sein neues Haus in Dallas abbezahlen. Bush erklärte, er habe noch keinen genauen Pläne, was er in Zukunft machen werde, allerdings stehe schon fest, dass er ein Buch schreiben wird. „Ein Buch“, so Bush, das von den „12 schwierigsten Entscheidungen“ seiner Amtszeit handeln wird. Er sei sich sicher, dass er am Schreiben sehr viel „Spass“ haben werde.

Im Gegensatz zu etlichen früheren Wegbegleitern und Mitgliedern seiner Adminstration, jüngst Dick Cheney, weigert sich George W. Bush seinen Nachfolger und dessen Politik zu kritisieren. Er hoffe, dass Obama erfolgreich im Weissen Haus ist und fügte hinzu: „Ich liebe mein Land viel mehr als die Politik. Ich glaube, es ist wichtig, dass ihm (Obama) im Amt geholfen wird“.

Vor den Türen des Saales protestierten unterdessen rund 200 Demonstranten gegen den Auftritt des ehemaligen US-Präsidenten und erklärten, ein Kriegsverbrecher sei in Calgary nicht erwünscht.

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