Wir saufen uns Amerika schön

bud_12oz_bottle_jkr_summer_sxs_custom-fd48dd472d2795a78bab5e43af37169ba87f698a-s800-c85In diesem Sommer heißt es nicht mehr „Bitte ein Bud“, sondern „Please one America“. Die Großbrauerei Anheuser-Busch hat angekündigt, ihr Budweiser Bier ab Ende Mai bis zu den Wahlen im November als „America“ umzubenennen. Dieses Jahr, so die Braumeister, sei ein Jahr des Patriotismus. Zum ersten Mal wird das Fußballturnier „Copa America Centenario“ in den USA abgehalten, daneben stehen die olympischen Spiele in Brasilien an und natürlich wird auch noch gewählt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Alles ein Grund, stolz zu sein, Flagge zu zeigen, Amerika zu trinken, wobei die Namensänderung die Plörre auch nicht besser schmecken läßt.

Die Häme ließ nicht lang auf sich warten. Einige Kommentatoren verwiesen darauf, dass die „amerikanische“ Brauerei Anheuser-Busch 2008 für 50 Milliarden Dollar an die belgische InBev Gruppe verkauft wurde. Von Patriotismus war im Angesicht des harten Dollar da nicht viel zu sehen. Auch ist die Frage, ob es dann ein „America Light“ zu kaufen gibt und was man mit den leeren Dosen anstell soll? Darf man diese einfach wegschmeißen und zerknüllen oder kommt das dann der Flaggenschändung gleich? Einer, der von der Idee ganz begeistert ist und schon meint, das hänge alles mit seinem Wahlkampf zusammen ist der republikanische Kandidat Donald Trump. „We’ll make America great again“, ist sein Wahlspruch. Darauf also ein „America“. Wir saufen uns das Land wieder schön.

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Kein Reinheitsgebot im US Bier

Coors Light

Eine Dose eisgekühltes Coors Light.

Es überrascht ja nicht, aber nun ist es auch ganz offiziell. Die großen amerikanischen Biermarken „Bud“, „Miller“ und „Coors“ schütten neben Wasser, Hopfen und Malz noch so einiges in ihr bierähnlichen Getränke. Aufstoßen wird einem Biergenießer vor allem Mais und Reis. Kein Witz, beides wird mit in den Sudkessel geschmissen.

Auf Druck der sehr einflussreichen und vielgelesenen FoodBloggerin Vani Hari haben die Brauereien sich nun dazu entschlossen, die Zutaten zu veröffentlichen. Ein großes Geheimnis war es ja nie, dass hier drüben etwas gepanscht wird, aber nun ist eben der sprichwörtliche Sack Reis umgefallen, zwar nicht in China, dafür im Hof der Bierbrauer.

Aber nicht alle amerikanischen Brauerein bereiten so ihr Bier zu und nicht alle Amerikaner lieben die dünne Plörre der großen im Business. Es gibt viele „Micro Breweries“ im Land, die auf alte Brautraditionen und Qualität setzen. Und der Biergenuß in den USA nimmt zu. Jüngst erst habe ich das Bier von „Fogbelt Brewing“ probiert und es schmeckt hervorragend. Die Brauerei mit Schankraum findet man im nordkalifornischen Santa Rosa, nur eine Autostunde nördlich von San Francisco. Hinter „Fogbelt Brewing“ steckt Paul Hawley von der Hawley Winzer Familie in Sonoma County, und die machen für mich den besten Wein schlechthin. Deren Zinfandel ist ein himmlisches Gedicht.

Ach ja, beim Thema Bud, Miller und Coors fällt mir noch der bekannte Witz ein: „What does Bud (Miller/Coors) and Sex in a Canoe have in common? It’s f….. close to water“. In diesem Sinne, Prost.