Der Zustand des Landes

Donald Trump und seine Rede zur Lage der Nation ist gelaufen. Danach meinten die einen, an seine Worte werde man sich in einer Woche nicht mehr erinnern. Die anderen erklärten, hier habe ein großer Staatsmann gesprochen. Republikaner waren es, Demokraten hingegen alles andere als begeistert. Aber seien wir doch mal ehrlich, mit so einer Rede kann man nichts über den wahren Zustand einer Nation erfahren, denn welcher Präsident stellt sich schon da vor den versammelten Kongress und sagt: „Na ja, die Situation ist durchwachsen“.

Viel genauer ist da schon die Bierwerbung, denn sie zeigt, über was wirklich im Lande gesprochen wird. Das größte Brauhaus des Landes macht derzeit damit Werbung, dass nun „endlich“ die Zutaten für den hauseigenen, dünnen Gerstenhaft bekannt gegeben werden. Und dafür werden Unsummen an Werbedollars ausgegeben. Jüngstes Beispiel ist das im Stile einer Mittelaltersaga gedrehte Video, in dem behauptet wird, dass Budweiser im Vergleich zu Miller und Coors keinen „High-Fructose-Corn-Syrup“ einsetzt. Budweiser also als Vorkämpfer des Reinheitsgebotes? Nein, sicherlich nicht, doch die anderen beiden der „Big Three“ machten das, laut Budweiser. Was nun genau im Bud drin ist, weiss immer noch keiner, aber der Februar ist ja noch lang und es sollen weitere Filmchen folgen, in denen die Trinkernation aufgeklärt wird, was sie da süffig aufnimmt. Zumindest erfährt man, was nicht in einem „Bud“ drin ist, das ist doch dann auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

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Es schmeckt immer noch nicht

Es gibt diesen schon etwas älteren Witz: What do American beer and making love in a canoe have in common? They’re f…. close to water! Heißt auf Deutsch, Bier „Made in America“ schmeckt mehr wie stilles Mineralwasser als nach dem edlen Gerstensaft. Dass das nicht mehr so ganz stimmt, zeigen die vielen, hervorragenden Micro-Breweries in allen Teilen der USA. Aber mit dem Witz waren (und sind) vor allem die drei großen Brauereien im Geschäft gemeint: Budweiser, Miller und Coors.

Coors macht Werbung mit dem guten Wasser aus den Rocky Mountains. Miller erklärt, es sei der „Champagne of Beers“ und Budweiser meint, sie seien „The King of Beers“. Tatsache ist jedoch, dass alle drei sehr nah am Wasser gebraut wurden. Und alle drei Brauhäuser geben Millionen von Dollar für ihre Werbung aus, um die Biertrinker zu überzeugen, dass das der amerikanische Geschmack sei.

Die jüngste Werbekampagne von Budweiser dreht sich nun um die Zutaten des Biers. Jahrelang wurden die nicht veröffentlicht, doch in jüngster Zeit forderten immer mehr „Food Blogger“, dass auch die Brauer bekannt geben sollten, was in ihrem Produkt drin sei. Immerhin wisse man, was in jeder Coca Cola, in jedem Burger, in jeder Pizza sei. Warum also machten die „Breweries“ so ein Geheimnis aus ihrem Gerstensaft. Budweiser reagierte nun und verkündet im neuesten Werbeclip, dass man im Februar (!) die Zutaten bekannt geben wird. So, als handele es sich um ein Staatsgeheimnis, Top Secret, streng geheim. Ganz im Sinne des eigenen Slogans, wird diese bahnbrechende Nachricht von einem König verkündet. Man kann also gespannt sein, was neben Hopfen, Malz und Wasser noch so für den faden Geschmack eins Bud verantwortlich ist.

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Wir saufen uns Amerika schön

bud_12oz_bottle_jkr_summer_sxs_custom-fd48dd472d2795a78bab5e43af37169ba87f698a-s800-c85In diesem Sommer heißt es nicht mehr „Bitte ein Bud“, sondern „Please one America“. Die Großbrauerei Anheuser-Busch hat angekündigt, ihr Budweiser Bier ab Ende Mai bis zu den Wahlen im November als „America“ umzubenennen. Dieses Jahr, so die Braumeister, sei ein Jahr des Patriotismus. Zum ersten Mal wird das Fußballturnier „Copa America Centenario“ in den USA abgehalten, daneben stehen die olympischen Spiele in Brasilien an und natürlich wird auch noch gewählt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Alles ein Grund, stolz zu sein, Flagge zu zeigen, Amerika zu trinken, wobei die Namensänderung die Plörre auch nicht besser schmecken läßt.

Die Häme ließ nicht lang auf sich warten. Einige Kommentatoren verwiesen darauf, dass die „amerikanische“ Brauerei Anheuser-Busch 2008 für 50 Milliarden Dollar an die belgische InBev Gruppe verkauft wurde. Von Patriotismus war im Angesicht des harten Dollar da nicht viel zu sehen. Auch ist die Frage, ob es dann ein „America Light“ zu kaufen gibt und was man mit den leeren Dosen anstell soll? Darf man diese einfach wegschmeißen und zerknüllen oder kommt das dann der Flaggenschändung gleich? Einer, der von der Idee ganz begeistert ist und schon meint, das hänge alles mit seinem Wahlkampf zusammen ist der republikanische Kandidat Donald Trump. „We’ll make America great again“, ist sein Wahlspruch. Darauf also ein „America“. Wir saufen uns das Land wieder schön.

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