Amnestie für Buchwürmer

Die Stadtbücherei in San Francisco hat eine Amnestie für all jene ausgesprochen, die schon seit Ewigkeiten auf ausgeliehenen Büchern sitzen und sie einfach nicht zurück gebracht haben. Die Straffreiheit bedeutet zwar keine Gebühren, aber man muss erzählen, warum man das Buch nicht pünktlich zurück gebracht hat. Das ganze wurde zu einem kreativen Schreibwettbewerb umfunktioniert.

Und dabei sind einige ganz witzige Geschichen zusammen gekommen. Vom Hund, der das Buch angeknabbert hat, bis hin zu Schulkindern, die bei der Rettung von Meerestieren einfach das Abgabedatum vergessen haben. Auch eine Frau meldete sich, die einen Ratgeber für jüdische Partnersuche erst verspätet zurück brachte. Ihre Begründung, nach dem dritten Mann erkannte sie, dass das Buch nichts taugt. Ein Nutzer gab an, dass seine Schwester eine ausgeliehene DVD aus Wut in seine DVD Sammlung schob und er es erst kürzlich bemerkte.

Insgesamt wurden 29928 Bücher, Filme, CDs und Kassetten zurück gegeben. Ein absoluter Rekord. 2001 gab es schon mal eine ähnliche Amnestie der SF Stadtbücherei, damals wurden gerade mal 5000 Rückgaben gemacht. Die Bibliotheksleitung geht davon aus, dass die derzeitige Wirtschaftskrise für die hohe Zahl verantwortlich zu machen ist.

Vielleicht wäre dieser Amnestie-Schreibwettbewerb ja auch eine Idee für die Nürnberger Stadtbibliothek:

Ronny und die Berliner Mauer

In den USA preisen die Menschen den früheren Präsidenten Ronald Reagan dafür, dass er quasi eigenhändig die Berliner Mauer zu Fall gebracht hat. Reagan habe mit seinem russischen Gegenüber Gorbatschow hoch gepokert und am Ende gewonnen, denn der Amerikaner hatte mehr Kohle im Säckel fürs militärische Wettrüste, so die allgemeine Meinung.

So war es nicht ganz, wie uns die Geschichte lehrt. Aber gerade die konservativen Kommentatoren in den USA vertreten nach wie vor diese Sicht der Dinge. Und das haben sie heute auch wieder erklärt, als in der Rotunda im Kongress eine Statue des 40. US-Präsidenten enthüllt wurde. Mit dabei Reagans Witwe Nancy Reagan.

Da jeder Bundesstaat nur zwei Statuen in diesem Raum aufstellen darf, musste eine kalilfornische für Reagan weichen. Das Abbild von Rev. Thomas Starr King wird nun eingemottet, King kämpfte dafür, dass Kalifornien während des amerikanischen Bürgerkrieges in der Union blieb. Der eine kommt, der andere geht…und Ronald Reagans Statue kam sogar mit einem Stück der Berliner Mauer….ich frage mich echt, wieviele Tonnen Beton Reagan und seine Bibliothek in Simi Valley damals nach Kalifornien schippern liessen, denn dort stehen ja auch so einige Bauteile rum.

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