Bumm, Bumm, Bumm

Ein Sonntag auf dem Schießstand.

Ein Sonntag auf dem Schießstand.

Manche Themen verlangen einem Journalisten wirklich alles ab. Aber was tut man nicht alles für seine Leser und Hörer! Heute z.B. führte ich ein Interview für eine größere Geschichte zum Thema „Waffen in den USA“. Mein Interviewpartner erzählte von seinen Knarren und Beweggründen, zeigte mir seine Schießeisen, einen Revolver und eine italienische Shotgun, und dann meinte er: „Und jetzt fahren wir auf den Schießstand“. Was sollte ich darauf sagen? Ein Freund von ihm holte uns ab und der hatte eine Luger und eine 44er Smith & Wesson im Kofferraum liegen. Munition wurde ordentlich eingepackt und los ging es über die Golden Gate Bridge Richtung San Rafael.

Zu dritt fuhren wir los, unterwegs wurde dann noch ein Bekannter angerufen, der auch noch zur „Bullseye Shooting Range“ kommen wollte. Dort angkommen, mußten wir ersteinmal jeder ein Formular ausfüllen, einen Ausweis abgeben, die Munition wurde kontrolliert. Mit Geduld und erklärenden Worten führte man mich dann in die jeweiligen Waffen und Munitionsarten ein. „Let’s go“, hieß es nur noch. Neben mir wurden kleinere und größere Kaliber abgefeuert. Jüngere Leute waren dort, ein Vater mit seinem Sohn, ein Rentnerehehepaar, die am Stock liefen, doch dann zielsicher losballerten, auch zahlreiche Frauen versuchten sich an allem was knallte. Direkt auf meiner rechten Seite ein fast zwei Meter großer Hüne, der gleich mehrere Shotguns bei sich hatte. Und auch seine Munition war durchschlagend, die Zielscheibe wurde zerfetzt.

Waffen gehören in den USA einfach dazu. Selbst in liberalen Gegenden Kaliforniens, wie Marin und San Francisco County, gibt es unzählige Waffenbesitzer. Viele haben sich eine Knarre zur Selbstverteidigung angeschafft, andere wiederum sehen mehr den sportlichen Charakter im Zielschießen. Genaue Zahlen, wie viele Waffen in den USA im Privatbesitz sind, gibt es nicht. Lediglich Schätzungen gehen von 330 bis 350 Millionen Schießeisen aus. Und der derzeitige Wahlkampf zeigt erneut, wie aktuell das Thema „Waffenbesitz“ in den USA war, ist und bleibt.