Der Tag wird kommen

Marcus Wiebusch     
Marcus Wiebusch und sein Song "Der Tag wird kommen".

Marcus Wiebusch und sein Song „Der Tag wird kommen“.

Am heutigen Montag präsentierte Marcus Wiebusch ein Video, das ihm sehr am Herzen liegt, wie er im Interview erklärte (Audioclip). Auf seiner ersten Soloplatte „Konfetti“, hat der Kettcar Sänger und Gitarrist den Song „Der Tag wird kommen“ veröffentlicht. Darin geht es um die Angst von schwulen Profi-Fußballern sich zu outen, es geht um Homophobie im deutschen Fußball. Wiebusch bringt in seinem Clip Bilder der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 60er Jahren und der US Gay „Movement for Equal Rights“. Harvey Milk, der erste offen schwule Supervisor in San Francisco, ist zu sehen. Und ich mußte an die Worte von Bürgermeister Gavin Newsom denken, der im Januar 2004 Trauscheine für Schwule und Lesben ausstellen ließ. Newsom wußte, dass er damit seine politische Karriere riskiert. Nach der verlorenen Präsidentenwahl 2004 beschuldigten viele Gavin Newsom für die Niederlage von John Kerry mitverantwortlich zu sein. Doch Newsom hatte mir damals im Interview gesagt, er habe die Entscheidung deshalb getroffen, weil die Diskriminierung von Schwulen und Lesben die „Civil Rights“ Frage unserer Zeit sei. Er könne und wolle da nicht länger zusehen, wegschauen, gleichgültig sein.

Und genau das zeigt auch dieses Video von Marcus Wiebusch. „Der Tag wird kommen“ bezieht Stellung, zeigt die geschichtliche Bedeutung des offenen und ehrlichen Lebens. Es geht um Akzeptanz, um Gleichberechtigung, um das Recht zu leben, so wie man will.

Der Song ist klasse, das Video setzt diese Geschichte hervorragend um. Finanziert hat Marcus Wiebusch dieses Filmprojekt mit Hilfe von „Crowdfunding“. Weit über 1000 Supporter unterstützten die Realisierung des Videos. Ein Projekt, das Schule machen sollte.

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75 Minuten Fußball – das langt!!!

Gleich mal vorweg, ich bin kein Freund der Deutschen Welle. Ich habe ihr Programm in den USA, in Kanada und eben auch in Afrika gehört und mich oft genug fragen müssen, was das eigentlich soll? Wäre es nicht sinnvoller, gemeinsam mit den Auslandsprogrammen anderer europäischer Staaten einen Radiosender nach dem Fernsehvorbild Euronews aufzubauen? Billiger wäre es allemal.

Egal, was ich eigentlich erzählen wollte…ich fahre heute durch Ruanda, habe das Radio an, höre die Deutsche Welle und dann um halb fünf fangen sie tatsächlich an die Fußballbundesliga zu übertragen. In einer Konferenzschaltung. Super, denke ich mir. Mir kommen fast die Tränen, als sie live nach Dortmund zu meiner Borussia schalten. Ich mitten im tiefsten Afrika und da höre ich die Gesänge aus dem Stadion. Dann der Club….klar, auch da höre ich hin, dachte mir sogar, da schreib ich doch mal einen positiven Blogeintrag über die DW…und was passiert um Schlag 17 Uhr, die Nasen von der Deutschen Welle schalten die Nachrichten auf…in Kisuaheli….da quakt dann eine Tante schlappe acht Minuten. Kein Witz! Ich denke, mein Gott was soll das und hoffe auf das Ende der News….Und was passiert, eine ganz neue Sendung in Kisuaheli beginnt auf der Frequenz der Deutschen Welle.

Ja, haben die sie noch alle, ist ein Fußballspiel nach 75 Minuten zu Ende? Erstens, warum überträgt man die Bundesliga, wenn 15 Minuten vor Schluß für den Reporter Schluß mit Torjubel ist? Ich verpasse zwei Tore vom BVB, den Ausgleich des Clubs und noch so einiges mehr…das geht doch nicht!!! Und dann – zweitens – als Radiomann kriege ich Hitzewallungen und einen ganz dicken Hals, wenn man eine Live-Schaltung 15 Minuten vor Abpfiff beendet. Das geht überhaupt nicht! Die Deutsche Welle wird mit Steuermitteln finanziert, also bei dem Kram was da manchmal gesendet und gemacht wird frage ich mich schon, ob da überhaupt mal ein Parlamentarier zuhört, denn das Budget für den deutschen Auslandsrundfunk wird ja vom Bundestag verabschiedet.

Gratulation aus Übersee

Ich bin in der Nacht runter nach Ojai gefahren, das liegt in Südkalifornien. Als mir mein Hund heute morgen überhaupt keine Ruhe mehr gelassen hat, er mal rein und mal raus wollte, griff ich schliesslich zum iphone. Als News Junkie überfliege ich gerne und gleich am Morgen die Schlagzeilen von dem was passiert ist, während ich dahin schlummerte. Gleich poppte auch die Mail von Darrel auf, der Nürnberger in Las Vegas (Nürnberg Plus berichtete): „Alder…der clubb is fei widder aufgschiiing…:-)“.

Also, gleich auf die Nürnberger Zeitung Online und alles genau gelesen…Von daher, Gratulation von hier drüben, von uns beiden Nürnbergern im Ami-Land. Es ist einfach besser, am Wochenende die Spiele Nürnberg gegen Hamburg oder Schalke mitzuverfolgen, als über ein Match gegen Wehen zu lesen. Der Club hat einfach nichts in der 2. Bundesliga verloren. .

Geisterjagd bei Techno Mukke

Sitze hier mit Zahnschmerzen nach einer langen, schlaflosen Nacht. Gestern bekam ich eine Wurzelbehandlung, puh….gerade lief die WDR Live-Konferenz des letzten Bundesligaspieltages…Dortmund hat den Sprung in die Europaliga nicht geschafft…Mist…da kriege ich noch mehr Zahnschmerzen.

Draussen hängt noch dick der Nebel, ich brenne hier die neueste Radio Goethe Sendung auf CD, einige Stationen bekommen nämlich noch auf diesem Weg das Programm zugeschickt. In der aktuellen Ausgabe geht es um die elektronische Musikszene aus Deutschland mit einem halbstündigen Spezial über T.Raumschmiere.

Radio Goethe     

Passend, denn an diesem Wochenende gibt es gleich mehrere Festivals in den USA, bei denen deutsche DJs und Elektro-Musiker teilnehmen. Hier in San Francisco findet das 12. etd.Pop Festival statt, Headliner der Berliner Paul van Dyk. Und in Detroit läuft  das „Detroit Music Festival“ über die Bühne….einige deutsche Acts, wie Ellen Allien und Tiefschwarz, sind auch mit dabei.

Für mich steht heute am Mittag ein Interview mit der Schweizer Musikerin Charlotte Hug an. Experimentelle Avantgarde Musik…Hug ist auf Einladung in San Francisco, um hier ihre jüngste CD live zu präsentieren. Ich bin mal gespannt, auf sie als Interviewpartnerin und als Live-Musikerin. Leichte Kost ist es sicherlich nicht, aber ich werde gerne mal musikalisch heraus gefordert.

Und am Nachmittag geht es hoch nach Sacramento und von dort östlich zu einem Hotel in der Pampa. Geisterjagd steht heute Nacht an. Für den SWR mache ich ein Feature über Geisterjäger und eine Organisation trifft sich heute Nacht in diesem Hotel, in dem es spuken soll. Mal sehen, was ich erlebe und vor allem, was ich aufnehmen kann. Hoffe nur, dass mir kein böser Geist meine Aufnahmen vemasselt.