Es tut sich was im „Burger Country“

Seit nunmehr 33 Jahren bin ich Vegetarier. Das ganze ergab sich so nach einem Besuch am „Tag der offenen Tür“ im damaligen städtischen Schlachthof von Nürnberg in St. Leonhard. Der war einfach immer da in meiner Nachbarschaft und irgendwann schaute ich mir das ganze mal von innen an. Am Anfang die Kuh, die sagte Muh, danach die Bolzenschussgeräte, der Prozess der Verarbeitung, die Wurstmacherei und am Ende ein Tablett mit „frischer“ Wurst. Mir war der Hunger vergangen und ich sagte mir, geht nicht mehr.

Fleischlos lebt es sich durchaus ganz gut. Wer mich kennt und sieht, weiß, ich falle nicht vom Fleisch. Auch Kraft hat man, wenn man als nicht Fleischesser seine Tage verbringt. Zumindest merke ich nicht in der Muckibude, dass mir Fleisch fehlt. In all diesen Jahren habe ich viele Witzchen gehört („Wenn Du kein Fleisch isst, wie kannst Du dann nur der Kartoffel die Augen ausstechen?“) und auch vieles probiert, was so an fleischlos Produkten auf den Markt kam. Und mal ehrlich, da war viel dröges Zeugs dabei. Oftmals eine unerklärbare Masse, die sich zu einem festen Klumpen im Mund entwickelte. Oder es einfach nur staubte, nachdem man hinein gebissen hatte. Meist jedoch schmeckte es einfach nicht.

Burger King bewirbt den neuen Whopper.

Doch das hat sich geändert. Ich esse gerne Burger und die sind richtig gut geworden. Seit einiger Zeit ist nun der „Impossible“ Burger der Hit. Am Anfang konnte die Firma „Impossible Foods“ gar nicht schnell genug produzieren und es gab diesen Burger nur in ausgesuchten Restaurants, die meist auch ausverkauft waren. Doch damit ist nun Schluss. Das sieht man auch, da die Fast Food Kette Burger King den „Impossible Whopper“ auf ihre Speisekarte setzte. Den habe ich gestern zum ersten Mal probiert und kann man durchaus essen. Sowieso hat sich der vegetarische Burger auf den Speisekarten der verschiedensten Restaurants etabliert. Zumindest hier drüben in Kalifornien. Mit Burger King tritt nun ein US weite Kette auf den Plan, eine neue Zielgruppe zu erreichen. Ich bin eigentlich kein Fast Food Esser, aber ich weiss, zumindest, wenn ich hier über Land fahre, gibt es nun zumindest eine Möglichkeit, auch etwas warmes und schmackhaftes zum Essen zu bekommen.

Ach ja, immer wieder werde ich auch gefragt, warum Vegetarier vegetarische „Wurst“ oder „Fleisch“ essen, die so aussieht, wie richtige Wurst oder eben richtige Burger. Meine Antwort darauf, wenn ich mir so ein Schwein oder Rind ansehe, dann sieht das auch nicht wie die Bockwurst oder das Schnitzel aus, das viele ja so schätzen. Vielleicht sollte es das, damit manche mal drüber nachdenken, was sie da essen. Und nein ich will nicht missionieren, aber hin und wieder mal einen Gedanken daran verlieren, was da auf dem Teller liegt, täte einigen ganz gut. Und außerdem, wie gesagt, ich esse gerne Burger. Und die „Buns“, die Brötchen, kommen nun mal in der runden Form. Von daher macht es durchaus Sinn, dass mein fleischloser Burger eben auch rund ist und nicht ein Klops, rechteckig oder zum Draufspritzen. Punkt!

Der Krebs schwimmt in der Tasse

In Kalifornien wird man schon bald bei Starbucks, Peets & Co Warnhinweise in den „Coffee Shops“ und auf den Kaffeebechern lesen können: Dieses Getränk enthält krebserregende Stoffe. Denn krebserregende Acrylamide entstehen beim Backen, Fritieren und eben Kaffeebohnen Rösten.

Foto: Reuters.

Die etwas geheimnisvolle, gemeinnützige Organisation „The Council for Education and Research on Toxics“ hatte im Jahr 2010 eine Klage in Los Angeles gegen zehn große Kaffeunternehmen, darunter Starbucks und Peets, eingereicht. Mit der Klage wollte man gerichtlich feststellen lassen, dass in Kaffee Krebserreger enthalten sind und die Firmen ihre Kunden nicht entsprechend vor dem Konsum warnen. Nun hat eine Richterin dem zugestimmt und ihr Urteil mit den Worten begründet: „Die Kläger legten Beweise vor, dass der Konsum von Kaffee das Risiko Schaden zu erleiden für Föten, Kleinkinder, Kinder und Erwachsene erhöht wird. Die Angeklagten konnten nicht nachweisen, dass der Konsum von Kaffee einen Nutzen für die menschliche Gesundheit hat“.

Allerdings erscheint die Klage etwas suspekt zu sein, denn hinter dieser Gruppe steht eine Anwaltskanzlei, die sich auf zweifelhafte Klagen spezialisiert hat. So wurden auch schon die Fast Food Riesen McDonald’s und Burger King wegen ihrer Pommes Frites verklagt. Auch forder „The Council for Education and Research on Toxics“ nun nach dem Kaffeerösterurteil eine Entschädigung in Höhe von $2500 für jeden, der seit dem Jahr 2002 mit den Krebserregern in Berührung kam. $2500 Dollar für jeden Kaffeekonsumenten der sich bei Starbucks, Peets und acht weiteren Kaffeeanbietern in den letzten 16 Jahren einen Kaffee bestellt hat. Allein diese Forderung sieht danach aus, dass sich hier ein paar Anwälte mehr als eine goldene Nase verdienen wollen. Die Kaffeeröster überlegen derzeit noch, was zu tun ist, wollen sich aber mit dem Urteil und den Forderungen der Klägerseite nicht abfinden.

 

 

999 – vom Punk zum Wahlkampf

999 schrieben Punk Geschichte. Doch die britische Band hat Herman „Herb“ Cain nicht im Sinn, wenn er derzeit im Wahlkampf von seinem 999 Plan spricht. Also nichts mit lautstarker Beschallung der US-Politiker. Er will vielmehr ein neues Steuersystem in den USA begründen. 9 Prozent Einkommensteuer, 9 Prozent Unternehmenssteuer, 9 Prozent Mehrwertsteuer. Das ist es. Simpel, direkt, unkompliziert. Zumindest in den Augen von Herb Cain.

Michelle Bachmann sieht das natürlich anders, sie meinte jüngst, wenn man die 9er umdreht habe man 666, die Zahl Satans, „the devil lies in the detail“, so Bachmann. Also, fort damit, weggewischt. Ist auch klar, kein GOP Kandidat redet derzeit gutes über den anderen.

Doch Herb Cain, am Anfang auf verlorenem Posten, kommt immer besser in Fahrt. In jüngsten Umfragen liegt er sogar in der Spitzenposition aller GOP Anwärter. Seine Ideen und Überzeugungen kommen an der Parteibasis an. Er ist für eine grundsätzliche Steuerreform, für ein striktes Verbot der Abtreibung, auch bei Inzest und Vergewaltigung, er hält den Klimawandel für ein Hirngespinst, die Gesundheitsreform als Todbringer, warnt vor den Gefahren der Scharia im Land und sieht die USA unter Barack Obama am Rande eines sozialistischen Machtwechsels. Cain trommelt, fabuliert und vereinfacht komplizierteste Zusammenhänge, doch „wenn man einfache Konzepte versteht, wird man auch komplexere Konzepte angehen können“, meint er ganz oberlehrerhaft.

Herb Cain, der erfolgreiche Business Manager hat eine Karriere hinter sich, die man als eine amerikanische Traumkarriere bezeichnen kann. Geboren 1945 in Tennessee wuchs er in ärmlichen Verhältnissen im rassengetrennten Süden der USA auf. Doch Cain arbeitete sich nach oben und gilt heute als Retter von Burger King, Godfather’s Pizza und anderen Unternehmen. Daneben war er noch Mitglied und Vorsitzender der „Federal Reserve Bank of Kansas City“, bevor er sich der Politik zuwandte. Cain ist kein Unbekannter, seine „syndicated“ Radioshow und seine Kolumnen werden im ganzen Land gehört und gelesen, als Kommentator ist er Stammgast in diversen Fernsehprogrammen.

Nun also tritt dieser Mann an und wird überall mit Jubelrufen im republikanischen Lager empfangen. Sowohl bei der christlich-fundamentalistischen Basis wie auch bei den Tea-Party Mitgliedern. Die Umfragen zeigen, er hat durchaus eine Chance im Kandidatenfeld. Allerdings besagen die gleichen Umfragen, dass er im direkten Vergleich mit Präsident Obama den kürzeren ziehen würde. Sein Mangel an internationalen Erfahrungen und seine teils starren Haltungen werden ihm da zum Problem.

Cain ist im Rennen und wird es auch noch eine zeitlang bleiben. Mit Sicherheit wird man noch mehr von diesem von sich sehr überzeugten Kandidaten hören, der die GOP deutlich nach rechts zieht.

 

 

 

Amerikaner sind fett

Ronald McDonald…viel zu fett. Das belegen Studien über Studien. Kinder bewegen sich nicht mehr, essen zu viel und zu ungesund und sogar in den Schulen sponsern Firmen wie Coca Cola, Burger King u.a. die Schulcafeteria. Viele Faktoren kommen bei den übergewichtigen Amerikanern zusammen, aber nun hat die Organisation „Corporate Accountability International“ vor allem einen Gegner ausgemacht: Ronald McDonald. Der Clown der Fast Food Kette müsse wie Joe Camel gesehen werden. Er verharmlose das ungesunde Essen wie einst das rauchende Kamel den Zigarettenqualm.

Retire Ronald„Retire Ronald“ heisst die losgetretene Kampagne. Auf der Webseite der Gruppe kann man sich in Listen eintragen und seinen Namen unter die Forderung setzen, den Clown zu pensionieren. Ob’s hilft? Wer’s glaubt wird seelig! Irgendwie wird auch ohne Joe Camel weiter geraucht. Die Reklamefilmchen fand ich aber auch als Nichtraucher witzig. Allerdings nervt der Clown, von daher soll er mal ruhig die Rente einreichen.