Eine Stimme weniger

Brian Burgess.

Brian Burgess.

Nach 28 Jahren ist Schluss. Brian Burgess, bekannt in der Nürnberger Radiolandschaft als „Captain America“, zieht die Reißleine. Er hört auf, geht von Bord. Brian brachte ein Stück Amerika und „American Radio Personality“ nach Franken. Seine Moderationen, sein Stil waren locker. Er konnte über sich selbst lachen und gerade diese Natürlichkeit kam an bei den Hörerinnen und Hörern, die gezielt und bewußt einschalteten. Er belebte die Radiolandschaft in der Metropolregion.

„Rock Zock“ auf Gong 97,1 war ein Urgestein der Hard’n Heavy Metal Fans im Großraum Nürnberg. Hier moderierten Brian Burgess und Sonny Hennig. Manchmal klang es einfach drauflos und doch, auch das ist gekonnt. Immer war es locker und unterhaltsam. „Rock Zock“ mit Burgess und Hennig war ein Unikum in der Radiolandschaft. Und dann die Musik, die wohl nirgends sonst so zusammengemixt gespielt wurde. Eine Mischung aus den Großen der Hard Rock Genres und den lokalen und regionalen Bands. Toll gemacht! „Rock Zock“ wird mit dem Ausscheiden von Brian Burgess noch weiter geführt, aber beschnitten. Das wichtige Wort hier ist „noch“.

Wieder einer geht, ein weiterer Abgesang auf die mittelfränkische Radiolandschaft folgt. Brian wurde nicht gegangen, wie viele vor ihm. Er wählte seinen Ausstieg, hatte die Zeichen der Zeit erkannt. „Captain America“ ist kein Moderator für vorgesetzte Mod-Breaks und vorgefertigte Mod-Meldungen. Bis hierher und nicht weiter. Dieser Schluss ist ihm hoch anzurechnen. Mit ihm wird eine Stimme auf der Antenne fehlen, die markant und einzigartig für Nürnberg war. Ein bißchen weite Welt im ansonsten lahmen Dudelfunk.

 

Suuuuperhelden im Jahr 2012

Eigentlich klar. Strumpfhosen und körperbetonte Outfits, Umhang und kniehohe Stiefel, Körperkult und gegelte Fönfrisuren. Also, mal ganz ehrlich, so ein Superheld sieht schon schwul aus. Batman und Superman, Spiderman und sogar Captain America, so ein bißchen kommen die Kämpfer aus dem Herzen der amerikanischen Popkultur „gay“ rüber. Damit ist ja nichts falsch. Wenn da Superman einen Zug mit beiden Armen aufhält oder Spiderman so einen Wolkenkratzer hoch rauscht oder Batman mal wieder die fiesen Burschen in Gotham City eigenhändig ausschaltet, da wird mir als mickriger Hetero-Mittvierziger ja ganz schwummerig. Wenn ich mir so die Bilder der dicken Bizeps, dem Waschbrettbauch und der muskulösen Oberschenkel unter Spandex anschaue, dann denke ich allerdings schon etwas an das Castro und das Folsom Street Fair in San Francisco, zwei der großen Gay Straßenfeste in der Stadt.

Egal, Superhelden sind cool, ob homo oder hetero….doch nun will DC Comics, einer der wichtigsten Superheldencomicbuchverlage einen „Gay Super Hero“ einführen. Wie der aussehen soll steht noch nicht fest. Und nicht nur das, auch einer der alten Umhangträger soll nun sein „Coming out“ bekommen. Wer ist es, das fragt sich die Onlinefangemeinde? Viele tippen auf Batman, dessen „Beziehung“ mit Robin war schon lange vielen suspekt und würde dann in einem ganz neuen Licht erscheinen. Oder ist es doch Aquaman oder Green Lantern oder vielleicht doch Wonderwoman….klar, eine Frau, ist doch am einfachsten, oder? Für die vielen jugendlichen und jugendlich gebliebenen Leser wäre eine lesbische Überfrau im sexy und enggeschnitten Outfit doch am einfachsten zu schlucken. Noch ist nichts klar, nur die Gerüchteküche kocht. Es wird warm und wärmer….