Ein „deutsches“ Auto am Golden Gate

San Francisco war schon immer ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges, lebte die Stadt in den 1920er Jahren wieder auf. Das Erdbeben von 1906 hatte die „City by the Bay“ fast vollständig zerstört, doch die Menschen hier hatten ihren Pioniergeist bewahrt, bauten alles neu auf. San Francisco boomte und blühte in den Nachkriegsjahren. Und es gab auch damals schon Entrepreneurs, die mit eigenen Ideen überzeugten. Einer von ihnen war Paul Kleiber, ein Schmied, der 1889 als 25jähriger Deutschland verließ und über New York und Chicago Anfang der 1890er Jahre ans Golden Gate kam. Hier arbeitete er in seinem Handwerk, machte sich einen Namen, sparte und eröffnete schon bald seine eigene Werkstatt. Kleiber spezialisierte sich auf Pferdewagen und begann diese im eigenen Design zu produzieren. Nicht nur das, Kleiber verkaufte, reparierte und finanzierte die Wagen auch direkt. So hatte er einen unmittelbaren Zugang zu seinen Kunden.

San Francisco feierte am 17. April 1906 den Auftritt von Enrico Caruso. Nur wenige Stunden später, um 5 Uhr morgens des 18. April bebte die Erde, das alte San Francisco versank in Schutt und Asche. Paul Kleibers “Shop” blieb nahezu vollständig erhalten. Und der Deutsche verlieh seine Kutschen und Karren bereitwillig aus, damit die Menschen von San Francisco ihr letztes Hab und Gut in Sicherheit bringen konnten. Es dauerte Monate bis alle Wagen wieder in Kleibers Halle zurück waren, doch der Schmied verlangte keinen einzigen Cent von niemandem, der mit seinen Wagen unterwegs war. Das brachte ihm in der gebeutelten Bevölkerung von San Francisco den Namen “The honest Blacksmith” ein, der ehrliche Schmied.

Als die Automobilindustrie am Anfang ihrer Entwicklun stand, erkannte Kleiber die Zeichen der Zeit. 1912 verkaufte er seine Kutschenfabrik und gründete die “Kleiber Motor Company” mit Sitz 1424 Folsom Street in San Francisco. Er heuerte deutsche Handwerker an, die alles per Hand an seinem ersten Lieferwagen bauten. Der erste “Truck” wurde an die “Milwaukee Brewing Company” verkauft, die auch in San Francisco ihr Bier verkaufte. Kleiber spezialisierte sich auf Lastwagen, belieferte die verschiedenen Ölfirmen in Kalifornien, Coca Cola und auch die Feuerwehren. Ein Eintonner wurde für 2400 Dollar, ein Fünftonner für 5100 Dollar verkauft.

1923 war Kleiber Motor Company, die größte Automobilproduktionsstätte westlich des Mississippi. Die Nachfrage war groß nach den solide gebauten und handgefertigten Kleiber Trucks. 1924 entschied der “honest Blacksmith” den Kleinwagenmarkt in den USA aufzumischen. Auch hier setzte der Deutsche auf Handarbeit und einen Rahmen, der eigentlich für Lastwagen bestimmt war. Damit kann man die Kleiber PKW als die ersten SUVs bezeichnen. Das Ende kam mit der Automatisierung der “Car Industry”. Paul Kleiber weigerte sich seine Wagen am Fließband bauen zu lassen. Während ein Auto von Ford 500 Dollar kostete, lag der Preis für einen Kleiber bei 2100 Dollar. 1929 liess daher Paul Kleiber seinen letzten Wagen produzieren. Insgesamt wurden 815 Autos und Lastwagen von Kleiber in San Francisco produziert, die heute vielgesuchte Sammlerstücke sind.

Sauf dich kostenlos ins Grab

Ein Beerdigungsinstitut in Rome, im US-Bundesstaat Georgia, hat derzeit ein interessantes Angebot für Autofahrer. Wer bis Donnerstagmittag zu ihnen kommt und erklärt, er plane an Silvester zu trinken und danach noch Auto zu fahren, bekommt im Falle eines tödlichen Unfalls ein kostenloses Begräbnis zugesprochen. Und das mit allem Pipapo, also Sarg, Grabstätte, Leichenwaschung und Limousinenüberführung. Kein schlechter Deal, oder? Einziges Problem, man hat nicht viel davon, denn man ist ja dann tot.Todesanzeige

Das Bestattungsunternehmen erklärte, mit dieser Aktion wolle man die Leute zum Nachdenken bringen. Auch nicht schlechter als die Todesanzeigen entlang deutscher Autobahnen.

Das Ende einer Legende

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Nach 83 Jahren ist Schluss. Die einst legendäre Automarke Pontiac ist reif für den Schrottplatz. GTO, Firebird oder Trans-Am, das sind Modelle aus längst vergangenen Tagen. Die ruhmreichen Jahre der amerikanischen Automobilindustrie sind lange vorbei. Nun krebsen GM, Chrysler und Ford nur noch herum und versuchen sich auf Druck der Obama-Regierung gesund zu schrumpfen. General Motors, der einst grösste Autokonzern der Welt, stösst alles ab, was nichts mehr einbringt. „Saturn“ und „Hummer“ Fabriken werden geschlossen, falls sich keine Käufer finden sollten und nun ist auch Pontiac dran.

Es geht um das Überleben einer ganzen Branche, ja, ganzer Landstriche in den USA. Da zählen keine Gefühlsduselei und nette Jugenderinnerungen in aufgedrehten PS-Karossen. Es geht nur noch um Zahlen. Und die brachte die Marke Pontiac schon lange nicht mehr. In den 60ern und 70ern war Pontiac noch was, konkurrierte mit dem Ford Modell „Mustang“ und sogar mit Porsche. Doch das ist Vergangenheit. Nun wird die Firma von GM abgewickelt. Was bleibt sind ein paar nette Werbespots aus besseren Tagen.

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