Die „Fake News“ Macher

Der „Fake News“ König Donald Trump ist in diesen Tagen mehr als aktiv auf Twitter. Am Ostersonntag, als viele seiner christlich-fundamentalistischen Unterstützer in die Gottesdienste strömten, um die Auferstehung von Jesus zu feiern, tweetete Trump gegen Einwanderer und für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Aus dem „Bible Belt“ kamen dazu keine Widerworte. Trump weiß, mit solchen Äußerungen macht er sich nur beliebt bei seiner Basis.

Der Präsident ließ es allerdings nicht nur bei seinen durchaus rassistischen und ausländerfeindlichen Tweets, er griff auch mal wieder die Medien in den USA an. CNN, NBC, ABC, CBS wurden von ihm als „Faker“ bezeichnet, als Lügner. Das im Zusammenhang mit einem Trumpschen Lob für die Sinclair Broadcast Group, einer konservativen Fernsehgruppe, die 173 lokale TV-Stationen in 81 Fernsehmärkten besitzt. Viele von ihnen sind mit anderen Networks verbunden, übernehmen deren Mantelprogramm, sind aber im Besitz von Sinclair. Sinclair ist als Unterstützer von Donald Trump bekannt, im Wahlkampf wurde oftmals positiv über ihn berichtet oder bestimmte skandalöse Äußerungen von Trump relativiert. Auch hatte Sinclair ein Abkommen mit dem Trump Lager, in dem man Zugang zum Präsidentschaftskandidaten erhielt, mit der Zusage, Interviews und Berichte nicht zu kommentieren.

Nun hat sich Sinclair allerdings sehr weit für Trump aus dem Fenster gelegt. Eigentlich lieben und vertrauen die Amerikaner ihren lokalen Medien. 85 Prozent gaben dies in jüngsten Umfragen an. Vielmehr als den nationalen Networks. Sinclair weiß das und hat nun von ganz oben bestimmt, dass alle lokalen Nachrichtenredaktionen einen vorgefertigten, einminütigen Text lesen sollten. Unkommentiert und ganz im Trump Sinne, ein Angriff gegen die „Mainstream Medien“. Doch das ging kräftig nach hinten los. Ein Twitter Nutzer hat Dutzende von lokalen News Sendungen aus dem ganzen Land zusammen geschnitten, in denen der Text als Statement der lokalen Nachrichtenredaktion vorgetragen wird. Es ist ein Affront gegen jeglichen journalistischen Grundsatz, ein Frontalangriff auf die Demokratie, ein Stiefellecken für einen Präsidenten, der dieses Verhalten auch noch bejubelt und keinerlei Probleme damit sieht. Die Gleichschaltung der Medien scheint als „normal“ angesehen zu werden, zumindest ganz oben im Land.

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Pegida-da-da

Ich erlebe noch Sachen. Da koche ich mir am Abend eine Suppe, löffele dann so vor mich hin und schalte durch die 528 Kabelkanäle. Und was kommt in den „CBS Evening News“, ein Beitrag aus Dresden. Da berichtet doch tatsächlich ein Korrespondent für den Sender von den Pegida Märschen. Und nicht nur das, er interviewt auch noch einen Dresdner Professor, dem er die Wörter in den Mund legen mußte („I think you meant that…“) und einen „publisher of a rightwing magazine“, der mit eng gelegtem Schal um den Hals gerade mal drei Worte sagen durfte. Immerhin Pro und Contra. Das, meine Damen und Herren von der deutschen „Lügenpresse“, ist eine ausgewogene Berichterstattung. Jawohl!

Pegida Demonstration in Dresden.

Pegida Demonstration in Dresden.

Wobei, so ausgewogen war es dann doch nicht. Der Reporter berichtete zwar, dass in Dresden etwa 25.000 „patriotische Europäer“ auf der Straße waren, um gegen die „Islamisierung Deutschlands“ und gegen Angela Merkels Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ zu protestieren. Doch dann fügte der amerikanische „Schmierenjournalist“ hinzu, dass an dem Abend in Deutschland weitaus mehr Menschen für Flüchtlinge, Asylsuchende und gegen Pegida demonstriert hätten.

Aber, das ist mal was Neues für eine amerikanische Berichterstattung. Denn bislang wurden solche Gegendemonstrationen immer gerne unter den Tisch gekehrt, nicht beachtet oder schlichtweg totgeschwiegen. Deutschland, so hieß es bislang immer, habe ein Nazi Problem. Fakt, Punkt, Aus. Gerade im wildem Osten müßte man sich als Ausländer hüten, nicht unter die Sprigerstiefel einer tobenden Glatzenherde zu geraten, hieß es da immer. Kein Witz, sogar die in Deutschland stationierte US Army gab lange Zeit Warnhinweise für Militärangehörige und ihre Familien heraus, möglichst nicht in das Gebiet des einstigen Arbeiter- und Bauernstaates zu fahren.

Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben. Sowohl bei den Reisewarnungen als auch in der amerikanischen Berichterstattung über Deutschland. Das ist doch mal was Schönes. Pegida wird also aus dem Ausland nicht als ein „deutsches“ Problem gesehen, sondern vielmehr als ein lokaler Protest am Rande der Republik, irgendwo da hinten im Erzgebirge.

Die Republikaner kochen vor Wut

0531-bergdahl-parents-obama.jpg_full_600Kurz nachdem Präsident Barack Obama am Samstag im Rose Garden des Weißen Hauses mit den Eltern von Sergeant Bowe Bergdahl vor die Presse getreten war, um die Befreiung des seit fünf Jahren vermissten Soldaten zu verkünden, da wurde auch schon Kritik am Geheimdeal laut. Denn Obama hatte den Bergdahl im Austausch für fünf hochrangige Taliban im Gefangenenlager von Guantanamo Bay „frei gekauft“. Das war wohl die letzte Möglichkeit, die Obama, Verteidigungsminister Chuck Hagel und die betroffenen Militärs sahen. Man kann davon ausgehen, dass zuvor sowohl etliche militärische Befreiungsszenarien und wie auch diplomatische Verhandlungen durchgespielt wurden. Denn Amerika hatte bislang immer gesagt: „Wir verhandeln nicht mit Terroristen“. Dagegen stand der Grundsatz, wir lassen niemanden zurück. In den USA sieht man im ganzen Land Fahnen „MiA-PoW“, was für „Missing in Action – Prisoner of War“ steht. Und Bowe Bergdahl war genau das, missing in action, prisoner of war.

BoweObama handelte und das ohne den Kongress zu benachrichtigen. Howard McKeon, der republikanische Vorsitzende des Kongressausschusses für die Streitkräfte und der Senator James Inhofe, der führende Republikaner im gleichen Ausschuss des Senats, warfen Obama vor, illegal gehandelt zu haben. Denn eigentlich müßte der Kongress 30 Tage vor dem Transport eines inhaftierten Terroristen benachrichtigt werden. Das hatte das Weiße Haus vermieden, um den Deal mit den Taliban und Katar nicht zu gefährden. Auch meinten beide führenden Republikaner, der Präsident müsse sich nun erklären. Denn wie kann es sein, dass bislang als hochgefährlich eingestufte Taliban jetzt einfach so außer Landes gebracht werden. Sei die Gefahr nicht mehr existent, fragten McKeon und Inhofe?

Der grantige und immer etwas angesäuert wirkende republikanische Senator John McCain kritisierte am Sonntagmorgen in der CBS Sendung „Face the Nation“, dass die Obama Administration mit Terroristen verhandelt habe, was bislang ein absolutes Tabu für Amerika war. McCain, der selbst ein PoW war, meinte weiter, es dürfe nicht angehen, dass die Taliban selbst bestimme, welche Gefangenen freigelassen werden. Der republikanische Senator Ted Cruz, einer der aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten seiner Partei erklärte, es sein ein „gefährlicher Preis“ für die Freilassung Bergdahls gezahlt worden.

Die Republikaner im Kongress machten am Wochenende deutlich, dass sie Barack Obama diesen „Publicity Sieg“ nicht gönnen. Sie setzen nun alles daran, diesen Gefangenenaustausch als „illegal“ und „unverantwortlich für Amerika“ darzustellen.

Abschied von einer TV-Legende

Walter Cronkite ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 92 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan. Cronkite war der Newsman schlechthin im Golden Age der amerikanischen Fernsehsender. Er wurde beschrieben als „the most trusted man in America“ und „the father of television news“. Er zeichnete sich aus durch eine strikte Objektivität, Fairness und Ehrlichkeit und Walter Cronkite war da, als Geschichte geschrieben wurde. Bei den Attentaten auf John F. Kennedy und Martin Luther King, bei den Rassenunruhen und Anti-Kriegsdemonstrationen der 60er Jahre, bei der Mondlandung, Watergate und der Irankrise.

Zwischen 1962 und 1981 war Walter Cronkite die Stimme von CBS News. Im Rückblick war er neben Edward R. Murrow wohl der bekannteste und bedeutendste Fernsehreporter in den USA. Seine ruhige und beruhigende Stimme und Art, die Nachrichten zu präsentieren beeinflussten Generationen von Nachrichtensprechern und Reportern.

Hier einige Beispiele berühmter Momente im Leben von Walter Cronkite:

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