Grammy Blödelei

Gerade habe ich die Liste der Grammy Nominierungen für die 52. Preisverleihung durchgeschaut. Boah, wer nominiert hier eigentlich wen? Ich dachte immer, es geht bei dieser Auszeichung um aussergewöhnliche Leistungen in der Recording Industrie. Aber diese Liste…so was geht ja gar nicht. Klar, kann man sich über Geschmack streiten und den Mund fusselig reden, aber dass da immer die gleichen Verdächtigen auftauchen, die entweder wirklich keinerlei Innovation zeigen oder schon seit Jahren jenseits von Gut und Böse rumwandeln, das ist der Hammer. Green Day sind genauso dabei wie dieser nervige Dave Matthews und natürlich Bonos U2. Der hat sowieso das Abo bei solchen Bauchpinselveranstaltungen gebucht.

Und wenn ich Britney Spears schon wieder nominiert sehe, oder Bob Dylan in der Kategorie „Best Rock Solo Vocal Performance“, also, da hört der Spass ja wohl auf. Dylan ist ohne Zweifel eine Legende, ein brillanter Songschreiber, aber singen kann der nicht, konnte er noch nie und das wurde über die Jahre nur noch schlimmer mit der unverständlichen Näselei. Und was sollen die ganzen alten Recken im Hard Rock und Metal Bereich? Schauen sich die Juroren nur Bands aus ihrer Altersgruppe an oder wie kommen AC/DC und Judas Priest auf die Liste. Irre!

Also von Innovation, von Massstäbe setzen, von neuen Ideen und Wegen keine Spur. Sicherlich werden die Nominierungen immer auf Unverständnis und ohne Zweifel auch auf die verschiedenen Geschmäcker stossen. Aber den mittlerweile riesigen Independent Markt so aussen vor zu lassen, nicht zu beachten, dass ein gutes Album heute eben nicht mehr über die Major Labels herauskommen muss (und auch wird), das ist schon bedrückend. Kein Wunder, dass die herkömmliche Musikindustrie im Eimer ist. Denn wer so sehr auf Show und Schulterklopfen steht, der braucht sich nicht wundern, wenn keiner mehr den Mist kauft, der ihm da vorgesetzt wird.

Ich kann hier nur auf Collegesender wie KUSF verweisen, die ein alternatives Musikprogramm zum Kommerzgedudel bieten. Oder man schaut sich auf myspace um oder bei solchen Mailordern wie CDBaby. Die gute Musik ist nicht verloren gegangen, nur die Wege zwischen Musikern und Hörern haben sich verändert.

Schwitztour mit Fiddler’s Green

fg_band2007.jpgLetzte Woche besuchte ich, einen Tag vor meiner Abreise, noch Fiddler’s Green im Studio. Die wohl bekannteste Band aus der Region arbeitet gerade an einem neuen Album. An der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth liegt das kleine Aufnahmestudio von Christoph Beyerlein in einem Hinterhof. Es geht vorbei an einem Autohändler, der locker in einen fränkischen Tatortkrimi als Kulisse genutzt werden könnte. Christoph kennt die Band schon seit Jahren und ist auch in der regionalen Musikszene kein Unbekannter.
Saunamässige Temperaturen in den Räumen, aber passend zum Irish Speedfolk der Band. Schon von weitem konnte ich die Fiddlers hören, die konzentriert an ihrer neuen gemeinschaftlichen Produktion arbeiten, aber nach wie vor viel Spass an ihrem mitreissenden Sound haben.

Wer sich nun wundert, warum ich als Amerikakorrespondent eine Nürnberg/Erlanger Band interviewe…das ganze war für meine Radio Goethe Sendung, denn Fiddler’s Green kommen im Ausland, vor allem in den USA und Kanada sehr gut an. Sie haben zwar noch keinen Plattenvertrag, aber die CDs sind über Mailorder erhältlich, die Songs werden aktiv in Online-Foren diskutiert und Fiddler’s Green wird regelmässig in der Sendung gewünscht. Also, deshalb das Interview, das man hier hören kann….

Fiddler’s Green auf Radio Goethe