Trump der Rassist?

Der Ton macht die Musik. Foto: Reuters.

In den USA wird seit den Anschlägen in Christchurch, Neuseeland, wieder heftigst darüber diskutiert, ob Präsident Donald Trump ein Rassist ist? Mitarbeiter des Weißen Hauses wiesen diesen Vorwurf in den Politsendungen am Sonntag weit von sich, Trump sei kein Rassist, hieß es. Auch seine Basis verteidigt den Präsidenten vehement, allen voran die Moderatoren im Talk Radio und auf FOXNews. Und Trump selbst erklärt, der Attentäter von Christchurch sei eine gestörte Persönlichkeit gewesen, allerdings sehe er nicht, dass „White Supremacy“ weltweit auf dem Vormarsch sei.

Und doch, mit Trump ist jemand im Weißen Haus, der zumindest das Wohlwollen der rechten, nationalistischen und rassistischen Szene in den USA hat. Vor gut einem Jahr produzierte ich ein Feature über die Militia Bewegung in den USA. Und diese bewaffneten, zumeist, Rechtsaußen Gruppen fühlen sich durch Donald Trump in Amt und Würden bestätigt. Selbst der Ku Klux Klan in den USA hat Gefallen an Donald Trump gefunden.

Militias in den USA     

Doch das ist nicht alles, was auffällig ist. Der Aufmarsch rechter, rassistischer und nationalistischer Gruppen in Charlottesville, Virginia. Das Attentat auf Gläubige in Charleston, South Carolina. Die tödlichen Schüsse in der Synagoge in Pittsburgh, Pennsylvania und schliesslich der Terroranschlag in Christchurch, Neuseeland. Dazwischen liegen noch weitere Angriffe, Anschläge, Schießereien, mit Toten und vielen Verletzten, die alle einen rechten Hintergrund haben. Sie alle verbindet, dass sich die Täter von der Wahl Donald Trumps bestärkt und in ihrer Tat bestätigt fühlten. Seine „America First“ Kampagne wurde am rechten politischen Rand deutlich wahrgenommen. Denn für sie gilt, das weiße, christliche Amerika wird von Sozialisten, Islamisten, Andersdenkenden angegriffen und muss deshalb verteidigt werden. Der Kampfruf „America First“ passt da genau dazu.

Donald Trump ist sicherlich kein direkter Unterstützer dieser Rechtsaußenbewegung. Diese Gruppen gab es schon immer, hier in den USA genauso wie in anderen westlichen Ländern. Doch Trump hat mit seinen Aktionen, seiner Wortwahl, seiner offenen Hetze, seinem rassistischen Unterton gegen Mexikaner, Latinos und Muslime den Boden für ein Wiedererstarken dieser Bewegung bereitet. Indirekt ist er damit zu einem Förderer gewaltbereiter und verblendeter Gruppierungen geworden. Irgendwas muss doch selbst seinen Unterstützern auffallen, wenn sich der Ku Klux Klan, marschierende Nazis in Charlottesville, Attentäter in Charleston und Pittsburgh und nun auch in Christchurch auf Donald Trump berufen. Seine Worte werden gehört, nicht nur die, dass Amerika wieder mehr im eigenen Land produzieren soll, sondern eben auch die eines weißen Amerikas, in dem Andersdenkende, Andersgläubige und Andersaussehende gestoppt werden müssen. „America First“ ist zum Schlachtruf der Rechten weltweit geworden.

Ein großer Staatsmann geht

In diesen Tagen wird viel über Barack Obama berichtet. Was hat er erreicht, was nicht? Welche politischen Erfolge und Misserfolge gab es in seiner Amtszeit? Wie hat er Washington, die USA, die Welt geprägt? Sein Nachfolger ist so ganz anders. Donald Trump tritt selbstherrlich und selbstverliebt auf, „Me Me Me“ ist seine Aussage, so ganz anders als das „You You You“ von Barack Obama. Es gibt viele Kritikpunkte an dem scheidenden Präsidenten. Es gibt viele Kritiker, die froh sind, dass die Obama Ära endlich vorbei ist. Doch was ihn ausgemacht hat, sind Momente, wie dieser hier, als Barack Obama nach dem Blutbad in einer Kirche in Charleston, South Carolina, zur Gedenkfeier kommt, die Rede hält und dann „Amazing Grace“ anstimmt. Ein Lied, das heute eng mit der Bürgerrechtsbewegung in den USA verbunden ist. Es ist kein Kitsch und keine Show, vielmehr drückt diese Symbolik all das aus, für was Barack Obama angetreten ist und gewählt wurde:

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Was soll der ganze Terz?

Mal was neues. Selbst hartgesottene Amerikaner waren von dieser Schießerei überrascht. Vor laufenden Fernsehkameras erschoss Vester Flanagan während eines Interviews die Reporterin Alison Parker und den Kameramann Adam Ward. Die Interviewte Vicki Gardner liegt zur Zeit noch mit Schußverletzungen im Krankenhaus, doch wird überleben.

Flanagan war von der Fernsehstation entlassen worden und auf einem Rachefeldzug. Er wollte ein deutliches Zeichen setzen, filmte sich selbst bei der Tat und lud dieses Video ins Internet. Es war also kein Amoklauf gegen Journalisten, sondern Flanagan ging „postal“, wie man hier so eine Schießerei eines frustrierten, verwirrten (Ex-)Mitarbeiters nennt.

Kurz vor den tödlichen Schüssen. Foto: AFP.

Kurz vor den tödlichen Schüssen. Foto: AFP.

Und Amerika zeigte sich schockiert von der Tat. Auf National Public Radio, NPR, warnte man die Hörer vor dem Bericht, dass man darin „disturbing sounds“ hören wird. Gemeint waren die tödlichen Kugeln aus Flanagans Pistole und die Schreie der Umstehenden. Auf FOXNews sah man Moderatorin Megyn Kelly tief betroffen. Sie meinte, man werde das Video, geschnitten und gekürzt, nur einmal zeigen, um dem Täter nicht die Öffentlichkeit zu geben, die er mit der Wahnsinnstat ersehnte. Tiefe Bestürzung und Trauer im ganzen Land. Doch warum eigentlich?

Amokläufe, Massenschießereien, Irrsinnstaten wie diese vom Mittwoch gehören zu Amerika wie die Freiheitsstatue, Hamburger und Disneyland. „The right to bear arms“, das Recht Waffen zu tragen, das ist der Grundsatz im US amerikanischen Alltag. Ermordete Kleinkinder, wie an der Sandy Hook Elementary School in Newtown, Connecticut. Erschossene Schüler, wie an der Columbine High School in Littleton, Colorado. Gläubige, wie in der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina. Und nun eben Reporter bei der Arbeit in Roanoke, Virginia. All diese Vorfälle und mehr haben in den USA zu keinem Umdenken geführt und werden auch nichts in der Zukunft verändern.

Neben dem ungehemmten Waffenwahnsinn in den USA, gibt es sicherlich noch weitere Faktoren, wie ein mangelhaftes Gesundheitssystem, gerade in der Erkennung von Frühwarnzeichen bei potenziellen Tätern, die für diese erhöhhten Zahlen von Massenschießereien in den USA sprechen. Doch grundsätzlich gilt, Amerika hat ein Waffenproblem, das außer Kontrolle ist und so auch bleiben soll und wird. Erst Anfang der Woche kam die Nachricht aus Seattle, dass die Waffenlobby NRA, weitere Waffenclubs und auch einige Knarrenbesitzer gegen die geplante kommunale Steuer klagen werden. Gedacht war, mit dieser Steuer auf Schießeisen Präventions- und Hilfsmaßnahmen für Opfer von Gewalt durch Schußwaffen zu finanzieren. Kannste vergessen, die NRA blockt.

Das ist der Alltag in den USA. 350 Millionen Waffen im Umlauf langen nicht, jeder Amerikaner wird auch weiterhin ein Recht auf seine Wumme haben. Extrabesteuerungen werden vor den Gerichten angefochten. Nichts und niemand darf sich gegen „The right to bear arms“ stellen.

Von daher muß man die Tat von Roanoke als das sehen, was sie ist. Eine Meldung am Mittwoch. Nicht mehr und nicht weniger. Warum die Aufregung, die Bestürzung, die Trauer, der Schock. Es wird wieder passieren, irgendwo und irgendwann im Land. Vielleicht heute, vielleicht morgen. Egal, es wird passieren. Das steht fest.

Die sinnlose politische Korrektheit

Die "Confederate Flag" wurde vielerorts eingeholt. Foto: AFP

Die „Confederate Flag“ wurde vielerorts eingeholt. Foto: AFP

Die „Confederate Flag“, die vielgepriesene Fahne der Südstaaten, war eines dieser großen Themen in den letzten Wochen. Nach den tödlichen Schüssen von Charleston, sahen sich auf einmal alle dazu berufen, die Fahne abzunehmen, zu verbieten, in den Giftschrank zu sperren. Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, schaffte es sogar, dass die Fahne vom Parlamentsgebäude ihres Bundesstaates eingeholt wurde. Zuvor schaute sie anscheinend nie gen Himmel. Unter dem Protest von so einigen, die meinten, die „Confederate Flag“ stehe für die Geschichte, die Kultur und das Erbe des amerikanischen Südens. Da zog auch nicht das Argument, dass die Fahne erst seit 1961 über dem Kapitol flatterte, damals als deutliches Zeichen gegen die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung gehisst. Selbst das ist den Musikern von Lynyrd Skynyrd und auch Kid Rock egal, sie wollen weiterhin die Fahne auf ihren Konzerten wehen lassen.

Anders reagierten da ganz plötzlich amazon, WalMart, Sears und auch ebay, die erklärten, fortan dürfe die Fahne nicht mehr verkauft werden. Das war sicherlich keine leichte Entscheidung, denn die Verkäufe von „Confederate Flags“ schoss nach der erneuten Diskussion nach oben. Auf amazon wurden Verkaufszahlen der Fahne um bis zu 2000 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr registriert. Dennoch, die Entscheidung wurde gefällt. Damit solle ein Zeichen gegen Hass gesetzt werden, hieß es von den realen und virtuellen Warenhäusern.

Die Hakenkreuz Geschenkbox ist bei amazon zu kaufen.

Die Hakenkreuz Geschenkbox ist bei amazon zu kaufen.

Etwas seltsam ist die Entscheidung dennoch, denn interessanterweise kann man auf amazon ohne weiteres auch weiterhin Nazi Bücher und Hakenkreuzfahnen erwerben. Neben einem Nachdruck des antisemitischen Kinderbuchs „Der Giftpilz“ aus dem Nürnberger Stürmer Verlag, hier in der modernen Kindle-Version für gerade mal 99 Cent zu haben, gibt es auch eine Blechgeschenkdose mit Reichsadler und Hakenkreuz für $11.99 zu erwerben. Ein Käufer schrieb dazu: „Makes a great conversation piece……especially with your jewish friends.“ HaHaHa…ich lach‘ mich schief. Und das ist nur eines von zahlreichen handlichen Hakenkreuzprodukten bei amazon.

Die ganze Debatte über die „Confederate Flag“ in den USA ist also mehr als falsch. Hier will man deutlich und mit großer Aufmerksamkeit ein Zeichen setzen, dort bleibt auch weiterhin der Giftschrank mit rassistischen, faschistischen und menschenverachtenden Inhalten geöffnet. Das verstehe wer will.

Die Woche Obamas

Das Weiße Haus erleuchtete in den Regenbogenfarben der Gay-Community.

Das Weiße Haus erleuchtete in den Regenbogenfarben der Gay-Community.

Es war die Woche von Barack Obama. Höhen und Tiefen, Emotionen, Tränen, Lachen, Freude und Erleichterung. Der oberste Gerichtshof in den USA hatte zwei wichtige Urteile gefällt. Die Gesundheitsreform wurde in ihrer Form von einer deutlichen Mehrheit der Richter bestätigt und dann kam auch noch jenes Urteil, dass die Gleichstellung von homosexuellen Ehen vor dem Gesetz garantiert. Amerika hat damit eine radikale Wende vollzogen. Noch 2004 wurde George W. Bush aufgrund eines Wahlkampfes gegen die Homoehe wiedergewählt. In gerade mal einem Jahrzehnt haben die USA damit eine kulturelle Revolution erlebt, die weithin nachhallen wird. Barack Obama und seine Demokraten feierten beide Entscheidungen. Damit sind zwei ganz wichtige politische Ziele erreicht worden, eine allgemeine Krankenversicherung für jeden Amerikaner und eine Gleichstellung vor dem Gesetz schwuler und lesbischer Lebenspartner.

Nur wenige Stunden später stand der Präsident in Charleston und sprach zu den Trauernden, die zur Gedenkveranstaltung für die Ermordeten der „Emanuel African Methodist Episcopal Church “ gekommen waren. Und dann setzte er zu „Amazing Grace“ an, ein bewegender und ergreifender Moment, der viel mehr ausdrückte, als alle Worte seit dem Attentat. Barack Obama, der in der jüngsten Zeit sehr oft von der Afro-Amerikanischen Gemeinde kritisiert wurde, weil er eben nicht die grossen Verbesserungen brachte, mit denen er noch 2008 Wahlkampf gemacht hatte, hat hier in Charleston und an diesem Freitag etwas geschafft, was so lange fehlte. Das da sein, die Anteilnahme, das Mittendrin. Verständnis, Zugehörikeit, tiefe Anteilnahme. Doch vor allem eine sehr große Geste, die in die Geschichte Amerikas eingehen wird. Ein Präsident, der anfängt zu singen, ein Lied, das eine große Bedeutung hat. Einfach so, sicherlich geplant, doch nicht erwartet. Und 6000 Trauernde stimmten mit ein. Es war wieder solch ein Gänsehautmoment, auf den Amerika, doch vor allem die Afro-Amerikaner im Land so lange warten mussten. Hier präsentierte sich ein Präsident, ihr Präsident, der genau den richtigen Ton fand. Keine schwulstigen Worte, sondern tiefe Emotion. Im Leid der Nation ließ sich erneut die Stärke Amerikas erkennen.

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Die Mär von der Waffenkontrolle

Es soll einen neuen Versuch im US Senat geben. Die Senatoren Joe Manchin (D-W.Va.) und Pat Toomey (R-Pa.) wollen einen erneuten Anlauf versuchen, die Richtlinien zum Waffenbesitz in den USA zu verschärfen. Nach den Schüssen auf die Kirchengemeinde in Charleston hoffen die beiden, endlich ein paar mehr Republikaner auf ihre Seite zu bekommen. Doch es scheint, Toomey ist in seiner Partei auch weiterhin allein auf weiter Flur.

Schon nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Elementary School in Newton, Connecticut, im Dezember 2012, setzten sich die beiden Senatoren zusammen, um ein neues Waffengesetz zu verabschieden. Sie waren sich sicher, dass eine parteiübergreifende Initiative Erfolg haben könnte, nachdem mehr als 20 Kleinkinder einfach niedergeschossen wurden, eine Nation trauerte, der Ruf nach strikteren Waffengesetzen laut und deutlich zu hören war.

Charlton Heston auf dem NRA Kongress nach seiner berühmten Rede.

Charlton Heston auf dem NRA Kongress nach seiner berühmten Rede.

Doch damals, bei der Abstimmung Anfang 2013, stimmten gerade mal drei republikanische Kollegen von Pat Toomey mit ihm. Das Gesetz scheiterte. Präsident Barack Obama, der damals mit Angehörigen der Opfer beim Votum anwesend war, erklärte anschließend, es sei „beschämend“, er sei von dem Ergebnis „angewidert“.

Nachdem ein Blutbad an Schulkindern nichts gebracht hat, danach die Waffenlobby NRA sogar dazu aufrief, zukünftig Lehrer in den Schulen zu bewaffnen, um solche Massaker zu verhindern, hofft man nun auf die Einsicht der konservativen Senatoren und Abgeordneten. Bibellesende Christen in einer Kirche sind vielleicht ein besseres Argument als Kleinkinder, so zumindest scheint der Glaube der beiden Senatskollegen zu sein. Und es geht beim erneuten Versuch auch nicht um eine grundlegende Beschränkung und Kontrolle des Waffenbesitzes. Es geht diesmal darum, dass man geistig Kranken und Kriminellen den Zugang zu Knarren erschwert. Das ist alles. Nicht gerade viel, aber es wäre ein kleiner Schritt, um zumindest sagen zu können, man hätte reagiert.

Doch die Waffennarren machen bereits mobil und sprechen von einer Aushöhlung des Grundrechts auf Waffenbesitz. Dieser Versuch sei ein erster Schritt, um jedem rechtmäßigen Bürger sein Schießeisen zu entreißen, der sich doch nur verteidigen will. Schon jetzt ist daher klar, wie diese neue Debatte ausgehen wird. Am Ende werden die einen wieder tief seufzen und sagen, wir haben es ja versucht. Die anderen werden in bekannter Charlton Heston Manier ihre Flinte in die Höhe recken und jubelnd schreien „from my cold, dead hands“.

United States of gun violence

Der Angeklagte Dylann Roof am Eingang der Emanuel African Methodist Episcopal Church.

Der Angeklagte Dylann Roof am Eingang der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina.

Eine weitere Bluttat, die man eigentlich nicht verstehen kann. Dachte man, einen Amoklauf in einem Kindergarten, wie in der Sandy Hook Elementary School im Dezember 2012, könne man schlecht toppen, der oder die sah sich am Mittwochabend eines besseren belehrt. Der 21jährige Dylann Roof soll gegen 20 Uhr die Tür zur Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston South Carolina geöffnet haben. Er wurde von den Teilnehmern der anwesenden Bibelgruppe eingeladen, an ihrem Treffen teilzunehmen. Mehrmals wurde er aufgefordert, doch etwas zu sagen, doch er verweigerte. Gegen 21 Uhr soll er dann gesagt haben, er sei eigentlich da, um Schwarze zu töten, zog eine Glock 45er Kaliber aus seiner Tasche und begann zu schießen. Neun Menschen starben am Mittwochabend während einer Bibelstunde in einer traditionsreichen und historischen Kirche.

Am Donnerstagmorgen trat Präsident Barack Obama, an seiner Seite Vize-Präsident Joe Biden, sichtlich erschüttert vor die Presse. Neben seinem Beileid sprach er auch die immer wiederkehrenden Massaker in den USA an. Amerika müsse endlich aufwachen und etwas gegen die Waffengewalt unternehmen. Mit diesen Sätzen brachte er den erzkonservativen Propagandasender FOXNews gegen sich auf. Die sahen darin sofort einen Angriff auf das vermeintliche Recht auf Waffenbesitz. Obama versuche in all der Trauer über die Tat politisch zu punkten. Es sei pietätlos, unamerikanisch, verantwortunglos.

Und dann meldete sich auch noch Hillary Clinton zu Wort, die in ihrer Stellungnahme zu der rassistisch motivierten Bluttat eigentlich das gleiche wie Barack Obama sagte. Den Republikaner und den FOXNews Scharfmachern kam das gerade recht. Hillary wolle eine dritte Obama Amtszeit und gesetzestreuen Amerikanern die Knarren wegnehmen. Jeglicher Versuch den Zugang zu Waffen zu reglementieren sei ein Angriff auf die amerikanische Verfassung. Nicht weniger, sondern mehr Waffen schützten vor Irren, so die Meinung der Waffenlobby. Also, solle in Zukunft nicht nur jeder Lehrer an einer Schule mit der Wumme im Holster unterrichten, sondern auch jeder Pfarrer mit der semiautomatischen Knarre am Gürtel von Gottes Gnade, Vergebung und Nächstenliebe predigen

Den ganzen Tag über interviewte FOXNews „Experten“, die sogar behaupteten, dass die Waffenkriminalität in anderen Ländern viel schlimmer seien. Sie verwiesen auf die Amokläufe in Norwegen, in England und auch in Deutschland. Dort, wo es strengere Waffengesetze gebe.

Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Tagen wieder die Waffen- und Munitionsverkäufe in den USA drastisch ansteigen werden. Das war schon so nach Columbine, nach Aurora, nach Blacksburg, nach Newton und wo all die anderen Amokläufe stattfanden. Eine Diskussion über sinnvolle Waffengesetze wurde jedesmal mit einem Cashtag für die Waffenproduzenten in den USA beantwortet. Wenn erschossene Kleinkinder und Bibel lesende Gläubige keine Gründe sind umzudenken, dann kann diesem Land wirklich nichts mehr helfen.

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